Keine Geschenke: TBB unterliegt Artland mit 77:79

Die TBB Trier hat ihr Heimspiel gegen die Artland Dragons knapp mit 77:79 verloren. – “Sie waren sehr gut auf uns vorbereitet, wir konnten sie nicht gut genug unter Druck setzen.” – Topscorer für Trier war Brian Harper (Foto: Thewalt) mit 18 Punkten, für die Gäste traf MarQuez Haynes (17) am Besten. 

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Kein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk für 4621 Fans: Die TBB Trier hat am Samstagabend ihr Heimspiel gegen die Artland Dragons mit 77:79 (42:49) verloren. Trier hatte dabei einen guten Start in die Partie erwischt, Brian Harper und Andreas Seiferth dominierten zunächst die Bretter und brachten die TBB mit 6:2 in Front. Quakenbrücks prominenter Neuzugang Ryan Gomes, Bryce Taylor und der starke Brettcenter Petar Popovic hielten für die Dragons dagegen (9:8). Es entwickelte sich eine für Trier untypische, eher offensiv geprägte Partie. Dennoch schien die TBB hier gute Karten zu haben, Bastian Doreth gelingt ein schönes coast-to-coast-Dribbling mit erflogreichem Layup über Sergio Kerusch zum 13:8.

Doch dann erwachten die Dragons aus ihrer Orientierungslosigkeit. Ein Dreier und weitere zwei Punkte des gut aufgelegten MarQuez Haynes brachten die Niedersachsen ins Rollen, auch eine Auszeit von Henrik Rödl bei der ersten Führung der Gäste (15:16) half nichts. Quakenbrück erhöhte durch Popovic und einen weiteren Haynes-Dreier auf 15:21 zur ersten Viertelpause – ein 0:10-Lauf aus Sicht der Gastgeber und ganz und gar nicht das gewollte Spiel.

Dabei war Trier bereits nach einem Viertel stark überlegen im Rebound (9:3), allerdings zu schwach von außen (0/3 Dreier), während die Gäste drei von drei Versuchen von jenseits der 6,75m eingenetzt hatten – Zahlen, die sich über die volle Distanz bestätigten, am Ende hatte die TBB 13 Rebounds mehr auf dem Konto.

Artland dominierte im zweiten Viertel weiter, Sergio Kerusch macht die Führung zweistellig (18:28). Trier agierte jetzt mitunter unglücklich, Nate Linhart bekam sein zweites und mit einem Technischen Foul direkt obendrauf sein drittes Foul – der beste Trierer Verteidiger musste damit früh auf die Bank. Trier kämpfte, versuchte den Rückstand wieder unter die Zehn-Punkte-Marke zu drücken; vor allem Youngster Joshiko Saibou übernahm jetzt Verantwortung, traf seine Freiwürfe ordentlich – auch das heute ein Problem bei den Gastgebern. Popovic nutzte seine Freiheiten am Trierer Brett, die Dragons können bis auf 30:42 wegziehen. Dass es zur Halbzeit „nur“ 42:49 stand, lag an Saibou und wichtigen Dreiern von Jarrett Howell.

Trier kam mit Wut im Bauch aus der Halbzeit, vor allem der zurückgekehrte Nate Linhart brachte frische Energie, wie beim 46:49, als er Andi Seiferth per cleverem Bodenpass zu einem freien Dunking schickte. Wieder ist es Jarrett Howell per Dreier, der dem Publikum Hoffnung macht: 50:51, sauber ausgespielt. Das Trierer Highlight des dritten Viertels setzte dann Brian Harper, der vor den Augen seiner aus Atlanta angereisten Familie einen weit abgesprungenen Rebound von Bastian Doreth mit einer Hand zum 52:55 durch den Ring hämmert. Auch Nate Linhart griff in die Trickkiste, tauchte unterm Quackenbrücker Korb durch und legte über Kopf zu, 54:57 ein.

Dennoch: Die TBB lief einem richtig offensivstarken Team hinterher, musste viel investieren um dran zu bleiben und verpasste wichtige Gelegenheiten. Als Johannes Strasser ein Technisches Foul nach einem Foul an Bucknor bekam, verlegte der die ersten beiden fälligen Freiwürfe. Joshi Saibou machte es mit den nächsten beiden besser und erzielte so das 60:63, gleichzeitig der Stand vor der letzten Viertelpause.

Im letzten Viertel schien dann alles für die Drachen zu sprechen, die sich bis auf 60 70 absetzen konnten; es dauerte viereinhalb Minuten bis Brian Harper mit einem Dreipunktspiel die ersten Punkte für Trier erzielen konnte. Acht Punkte in Folge machte der Mann mit den Krakenarmen, hielt sein Team damit in Schlagdistanz und zwang bei 1:45 auf der Uhr Artland in die Auszeit – auch in Trier starb heute Abend die Hoffnung zuletzt.

Tatsächlich wurde es nochmal eng, Trier schickte die Dragons an die Linie , nachdem Barry Stewart einen schnellen Dreier zum 73:78 traf – in 19 Sekunden kann so ein Spiel noch kippen. Doch die TBB fand keine schnellen Abschlüsse mehr, vier Sekunden vor Schluss nimmt Koch beim Stand von 75:79 die letzte Auszeit. Rödl schickt seine beiden Jüngsten, Jone Lopes und Luka Buntic aufs Parkett. Der Schlusspunkt bleibt Jarrett Howell vorbehalten, der mit der Schlusssirene den letzten Korbleger trifft.

Die TBB verliert gegen die offensivstarken Artland Dragons denkbar knapp mit 77:79 und rutscht damit auf Rang sieben der Tabelle, Artland klettert auf Rang 5.

Für Trier steht jetzt eine kurze Weihnachtsfeier am Sonntagmorgen im Kalender – schon am ersten Weihnachtstag geht es nach Ulm, wo am 26. Dezember das nächste Auswärtsspiel gegen den Tabellendritten ratiopharm ulm ansteht.

Henrik Rödl, Headcoach der TBB Trier: „Die Artland Dragons sind heute in einer Weise aufgetreten, vor der man Respekt haben muss. Wir haben es nicht geschafft, diese Mannschaft so unter Druck zu setzen, dass sie mehr Fehler macht. Sie hatten am Ende nur acht Ballverluste, das zeigt, wie gut sie auf uns vorbereitet waren. Insgesamt war es ein knappes Spiel, es ist keine Schande, gegen so ein gutes Team knapp zu verlieren. Wir brauchen eine gute Leistung von allen Spielern, um so ein Spiel zu gewinnen, das ist uns heute nicht komplett gelungen, auch wenn zum Beispiel Joshiko Saibou ein sehr gutes Spiel gemacht hat. Das ist heute Abend ein großer Lichtblick “

(Auf die Frage der „6. Frau“ ergänzte Rödl: „Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft, wir spielen eine sehr gute Saison, das ist auch für den Trainer eine tolle Situation.“)

Stefan Koch, Headcoach der Artland Dragons: „Für uns war dieser Sieg extrem wichtig, wir haben zuletzt in der Liga und international sechs mal in Serie verloren. Wir sind hierher gekommen zu einer Mannschaft, vor der wir viel Respekt hatten, die in dieser Saison sehr gut und leidenschaftlich gespielt hat. Man muss dem Trierer Basketball gratulieren, dass man es geschafft hat, mit Henrik Rödl um drei Jahre zu verlängern. Ich bin sehr glücklich über den Sieg, wir haben Fortschritte gemacht, was die Zusammenarbeit auf dem Feld angeht. Wir sind nicht mehr so darauf angewiesen, 1-gegen-1-Situationen zu erzwingen.“

Für Trier spielten: Nate Linhart (6/5Reb), Joshiko Saibou (13), Bastian Doreth (2), Jarrett Howell (13/3Ast), Andreas Seiferth (9/8Reb), Luka Buntic (0), Mathis Mönninghoff (2), Brian Harper (18/8), Barry Stewart (5), Vitalis Chikoko (6/3Reb), Jone Lopes (0), Jermaine Bucknor (3/5Reb).

Rebounds: 40:27.

Zuschauer: 4621.