(K)eine schöne Bescherung: 73:58 in Ulm

Die TBB Trier findet beim Tabellenvierten ratiopharm ulm nicht zu ihrem Spiel und verliert mit 73:58. Beste Trierer waren Jarrett Howell mit 16 und Nate Linhart mit 11 Punkten. Nächste Aufgabe: Mitteldeutscher BC am Samstag zuhause.

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Das wäre schön gewesen: Quasi als verspätetes Weihnachtsgeschenk wollte die TBB Trier zwei Punkte beim favorisierten Tabellenvierten ratiopharm ulm entführen. Doch Per Günther, John Bryant und Kollegen hatten keine Lust, in diesem Plan das Christkind zu spielen und schickten die TBB mit einer heftigen 73:58-Niederlage wieder nach Hause.

Die TBB startete schnell und gut in die Partie, vor allem Jarrett Howell (später Trierer Topscorer mit 16 Punkten) machte da weiter, wo er kurz vor Weihnachten aufgehört hatte und besorgte zusammen mit Nate Linhart die 7:10-Führung für die Gäste nach viereinhalb Minuten. Doch Ulm schlug eiskalt zurück und machte sich den Umstand zunutze, dass Barry Stewart früh mit zwei Fouls auf die Bank musste: Allan Ray mit vier Punkten in Folge, Keaton Nankivil und nochmal Ray per Dreier drehten die Partie in Windeseile, Ulm führte trotz Trierer Auszeit mit 16:10. Als Ulms Coach Thorsten Leibenath dann auf Zonenverteidigung umstellte, lief für Trier noch weniger zusammen. Ein 13:2-Lauf der Hausherren bedeutete eine komfortable 20:12-Führung nach dem ersten Spielabschnitt.

So ging es im zweiten Viertel weiter, bis auf 30:12 konnte der Vizemeister den Vorsprung dank guter Aktionen von Daniel Theis, Lance Jeter und Keaton Nankivil erhöhen – nach gerade mal zwölf Minuten. Henrik Rödl nahm die nächste Auszeit, um sein Team wachzurütteln. Die half nur bedingt, Jarrett Howell traf zwei Dreier zum 35:18 und erlöste Trier damit von einer Durststrecke aus der Distanz. Doch insgesamt brachte Trier viel zu selten den Ball gegen die Ulmer Zone ans Brett, konnte so keine Fouls ziehen, geschweige denn Freiwürfe sammeln. Auf der Gegenseite kassierte Barry Stewart sein drittes Foul. Zur Halbzeit hatten kurioserweise lediglich Howell, Linhart und Bucknor getroffen – ihre Teamkameraden wurden durch die gute Ulmer Verteidigung abgemeldet. Und ein Pausenergebnis von 47:21 machte wenig Hoffnung auf Besserung.

Nach der Halbzeit schien Trier sich zu fangen – vielleicht nahm Ulm auch nur den Fuß vom Gas. Barry Stewart, der in der ersten Hälfte auch aufgrund seiner frühen Fouls eher auf Tauchstation geblieben war, traf zwei Dreier zum 49:27 – doch der Vorsprung war schon zu groß, die Partie frühzeitig entschieden. Sebastian Betz stellt mit fünf Punkten in Folge zum 56:31 wieder klare Verhältnisse her; als Lance Jeter Daniel Theis mit einem Alley Oop-Pass bedient und der zum 58:33 einnetzt, feiert die mit 6000 Zuschauern ausverkaufte ratiopharm-Arena. Trier kämpfte, Ulm punktete und hielt den Vorsprung – 63:38 vor dem letzten Abschnitt. Bezeichnend: Schon fünf Minuten vor Viertelende wechselt Thorsten Leibenath mit Till-Joscha Jönke einen Jugendspieler ein.

So konnte Trier im letzten Viertel dann wenigstens noch ein bisschen Basketball spielen, auch Brian Harper, dem zuvor wenig gelungen war, fand verspätet ins Spiel. Am Ergebnis endete es letztlich nichts, ratiopharm ulm wurde seiner Favoritenrolle voll und ganz gerecht und gewinnt klar und deutlich mit 73:58.

Für die TBB Trier steht zum Abschluss ihres engen “Weihnachts-Spielplans” mit vier Partien in zehn Tagen noch ein Heimspiel auf dem Programm: Am Samstag, 29. Dezember, um 20:00 Uhr geht es gegen den Aufsteiger und aktuellen Tabellenfünfzehnten, den Mitteldeutschen BC aus Weißenfels (Tickets hier). Ein “Must Win Game”, wie Jarrett Howell im Interview auf basketball-stream.de ankündigte.

Auch Headcoach Henrik Rödl unterstreicht die Wichtigkeit des nächsten Heimspiels: “Das Spiel in Ulm war eine der schlechtesten Leistungen, die wir bisher abgeliefert haben, vor allem in der ersten Halbzeit war das alles andere als gut. In der zweiten Halbzeit haben wir dann wieder ein wenig ins Spiel zurück gefunden, gereicht hat das aber nicht. Diese zweite Halbzeit muss jetzt unser Ansatz für den Rest der Woche sein. Wir müssen unseren Rhythmus und unser Selbstvertrauen wieder finden. Man merkt, dass die Mannschaft durch die vielen Spiele in der letzten zeit physisch angegriffen ist, dazu haben drei Niederlagen in Folge natürlich am Selbstvertrauen gekratzt. Das wollen wir am nächsten Samstag zu Hause dringend in den Griff kriegen – das Spiel gegen den Mitteldeutschen BC wird sehr, sehr wichtig für uns.”

Für Trier: Nate Linhart (11/4), Joshiko Saibou (0), Bastian Doreth (5/6Reb), Jarrett Howell (16/3Ast/2St), Andreas Seiferth (2/5Reb), Mathis Mönninghoff (5/3Reb), Brian Harper (7), Barry Stewart (8), Vitalis Chikoko (2), Jone Lopes (n.e.), Jermaine Bucknor (2).

Zuschauer: 6000.

Rebounds: 50:31.