“Wir brauchen mehr!” – Sascha Beitzel im Interview

TBB-Vorstand Sascha Beitzel spricht Klartext – über Saisonziele, Weihnachtswünsche, und über viel Arbeit mit wenig Geld.

Herr Beitzel, die TBB ist Tabellenfünfter, hat Chancen auf die Teilnahme im BBL-Pokal, die Fans feiern bei jedem Spiel eine Riesenparty. Jetzt kommt im Februar auch noch Sport1 und überträgt Ihr Heimspiel gegen Ulm, etwas, was viele sich sehnlichst gewünscht haben. Sind Sie glücklich?

Natürlich bin ich glücklich, wenn ich dieses Team spielen sehe. Wobei ich bei der Frage nach der Pokalteilnahme sehr vorsichtig bin und bleibe: Bis zum Ende der Hinrunde warten noch einige schwere Brocken auf uns. Aber  um den Pokal geht es nicht, wir sind sehr froh, wenn alle gesund bleiben und wir so schnell wie möglich keine Abstiegssorgen mehr zu haben brauchen – das ist immer noch unser Saisonziel. Dass Sport1 nach zweieinhalb  langen Jahren mal wieder zu uns kommt ist natürlich eine tolle Sache. Man darf bei allem Spaß an dieser Mannschaft aber grundsätzlich nicht vergessen, dass wir eines der kleinsten Budgets der Liga haben und damit sehr genau haushalten müssen.

Wie erklären Sie sich, dass es sportlich im Moment so gut läuft?

Ich denke, wir haben im letzten Sommer gute Verpflichtungen getätigt, die sich schnell in der Liga zurechtgefunden haben. Die Chemie stimmt, im Team herrscht gute Stimmung, die sich auch aufs Umfeld überträgt. Das macht viel aus.

Stichwort „kleines Budget“ – wie wirkt sich das auf Ihre Arbeit aus?

Unter anderem dadurch, dass wir es sehr gerne vergrößern würden. Wir müssen frühzeitig anfangen, für die nächsten Jahre zu planen; Spieler, die in diesem Jahr gute Leistungen zeigen, landen auf dem Radar von anderen, vielleicht zahlungskräftigeren Clubs. Wir möchten natürlich auch in Zukunft so guten Basketball bieten wie zurzeit. Und wir wissen, dass unsere Fans und Sponsoren das auch wollen. Aber dafür brauchen wir mehr Handlungsspielraum, damit diese Saison keine Eintagsfliege bleibt.

Was wünschen Sie sich denn zu Weihnachten?

Ein Budget, mit dem wir unseren Spielern und dem Coach eine Perspektive bieten können. Und eine immer volle Arena. Ich hoffe, dafür waren wir brav genug…

Im Ernst, es gibt gute Ansätze und gute Beispiele, es gibt auch neue Abschlüsse. Aber, um es ganz klar zu sagen: Wir brauchen mehr. Wir haben eine der schönsten Hallen der Liga, aber beim Spiel gegen Oldenburg, ein  attraktives Topteam, an einem Samstagabend, war sie wieder nur dreiviertelvoll. Wir hätten sehr gerne dauerhaft mehr als 4000 Zuschauer. Das hätte die Mannschaft verdient.

Wo Sie den Coach und seine Perspektiven ansprechen: Sie sind weiter in Verhandlungen mit Henrik Rödl, dessen Vertrag nach dieser Saison ausläuft – wenn es nach Ihnen geht, darf er wohl gerne bleiben?

Henrik darf sehr gerne bleiben! Für ihn gilt allerdings das Gleiche wie für seine Spieler – Erfolg weckt Begehrlichkeiten. Wir wollen aber definitiv schon sehr bald ein Ergebnis verkünden.