Die TBB Trier hat ihr letztes Saisonspiel bei den Artland Dragons in Quakenbrück am Samstag Abend mit 78:71 verloren. Ein starkes letztes Viertel der Gastgeber sicherte den Dragons den Sieg, sie gehen als Sechstplatzierter ins Playoff-Rennen. Trier beendet die Saison auf Platz 12. – “Ich möchte meiner Mannschaft danken!” – Brian Harper war mit 16 Punkten Topscorer für die TBB Trier. Kapitän Dragan Dojcin stand in Quakenbrück zum letzten Mal in seiner Karriere auf dem Parkett.

Foto: Lisa Löwe.
Zweieinhalb starke Viertel reichten nicht für den letzten Saisonsieg im Artland (es wäre der dritte Auswärtssieg in Folge gewesen) – aber 15 Siege aus 34 Spielen reichten für den sicheren Klassenerhalt. Die TBB Trier beendet die Saison 2012/13 auf Platz 12 und hat damit ihr Saisonziel, mit einer Mannschaft aus jungen Spielern in der höchsten Spielklasse konkurrenzfähig zu sein, erfüllt.
Es hätten fast noch 16 Siege werden können: Trier begann, wie zuletzt in Berlin, nervenstark und gut organisiert, führt schnell nach Punkten von Harper und Howell (Dreier) mit 0:5, bevor Bryce Taylor mit einem Dreipunktspiel zum 5:5 ausglich. Die Dragons machten den kleinen Fehlstarts schnell wett, es entwickelte sich eine flotte, offensive Partie mit alleine sieben getroffenen Dreipunktwürfen im ersten Viertel. Brian Harper setzte das erste Highlight mit einem spektakulären Alley Oop zum 13:12 nach Zuspiel von Jarrett Howell. Howell schoss die TBB nochmals per Dreier zum 17:20 in Führung, doch die Dragons entschieden den ersten Abschnitt mit 24:22 für sich.
Trotz insgesamt gelöster Stimmung im letzten Spiel konnte Henrik Rödl mit bislang 24 kassierten Punkten nicht zufrieden sein; entsprechend härter verteidigte Trier jetzt im zweiten Viertel. Das half: Trier legte einen 10:2-Lauf aufs Parkett, eroberte mit fünf Punkten von Mönninghoff und drei von Saibou eine 26:33-Führung, bevor Dragons-Coach Stefan Koch die erste Auszeit nahm. Triers Zone funktionierte, Artland fand jetzt von außen keine Abschlüsse mehr, suchte sein Heil am Brett. Dort punktete Petar Popovic zwar mehrmals, Trier konnte den Vorsprung aber halten. Mit 37:45 ging man in die Halbzeitpause, einzig im Rebound waren die Dragons immer noch überlegen. Trier war bislang das bessere Team, erkennbar zum Beispiel an der Quote von 9 Assists bei nur 3 Ballverlusten zur Halbzeit – es lief rund.
Ein weiterer Alley Oop von Brian Harper machte die Trierer Führung gleich zum Auftakt der zweiten Hälfte zweistellig (37:47), wenig später gelang ihm die gleiche Einlage zum dritten Mal: Trier führte 41:53 in Quakenbrück, die Dragons sahen zu, vor allem ihr starker und erfahrener Poijnt Guard Demond Mallet schien komplett abgemeldet. Als Jarrett Howell einen Fastbreak nach Ballgewinn zum 45:58 abschließt, zieht Stefan Koch erneut die Notbremse und nimmt die Auszeit. Die schien vor allem Mallet wachzurütteln: Der Routinier traf in kürzester Zeit drei Dreier, schoss die Drachen so auf 55:58 heran; zudem spielte Quakenbrück jetzt eine aggressive und effektive Ganzfeldpresse und setzte einen weiteren Wirkungstreffer: Mit der Sirene zur letzten Viertelpause gelingt Guido Grünheid ein Dunking nach weitem Anlauf über die Trierer Grundlinie. Vor dem letzten Viertel ist die Partie mit 57:58 wieder ganz weit offen.
War es vor der Pause Demond Mallet, den Trier nicht bändigen konnte, so war es jetzt Bryce Taylor: Der ex-Berliner markierte alleine 11 Punkte in Folge, darunter ein Dreipunkt- und sogar ein Vierpunktspiel (Dreier mit Foul von Brian Harper plus Bonusfreiwurf). Zwei Trierer Auszeiten konnten Artlands Lauf nicht stoppen, Johannes Strasser und MarQuez Haynes erhöhen auf 73:60 – die Artland Dragons drehen das Spiel in kürzester Zeit mit einem spektakulären 28:2-Lauf. Das bedeutete die Vorentscheidung gut fünf Minuten vor dem Ende. Trier gab natürlich nicht auf und verkürzte zum Schluss nochmals auf 78:71. Dennoch kein Grund zur Trübsal: Die mitgereisten Fans feierten am Ende Dragan Dojcin, der in der letzten Partie seiner Karriere leider punktlos geblieben war, und seine Teamkollegen, nach einer schlussendlich doch erfolgreichen Saison.
Stefan Koch (Headcoach Artland Dragons): „Auch für Trier war es keine einfache Saison, wie für viele Mannschaften. Wenn ich sehe, wie unglaublich gut in Trier junge Spieler entwickelt werden und wie exzellent Henrik Rödl dies tut, freut es mich sehr, dass so ein Programm die Saison mit einer positiven Bilanz abschließen kann. Es waren heute zwei verschiedene Halbzeiten. In der ersten Halbzeit waren wir zu wenig fokussiert und haben zu pomadig agiert. Nach der Pause haben wir uns gesteigert, uns in der Verteidigung verbessert, besser gereboundet und den Ball besser bewegt. Am Ende hat uns sicherlich geholfen, dass Trier schon am Mittwoch spielen musste. Zwei Auswärtsspiele in drei Tagen sind kein Pappenstiel.”
Henrik Rödl (Headcoach TBB Trier): „Von außen betrachtet war es eine schwere Saison für Stefan Koch mit so vielen Veränderungen und Verletzungen. Ich wünsche den Dragons viel Glück, die Meisterschaft ist so offen wie nie. Ich möchte aber auch meiner Mannschaft danken und bin stolz, dass wir heute die Möglichkeit hatten, Dragan Dojcin dieses Abschiedsspiel zu geben. Ich freue mich darauf, dass Dragan in der kommenden Saison zu unserem Trainerstab gehören wird.“
Für Trier: Linhart (11/5Reb), Saibou (5/2Reb), Doreth (n.e. – Knöchelprobleme), Dojcin (0/4Reb/2Ast/1St), Jarrett Howell (8/6Ast/1St), Seiferth (8/8Reb/1BS), Mönninghoff (5/4Reb), Harper (16/2Reb), Stewart (12/2As), Chikoko (6/4Reb/1Ast).
Rebounds: 33:33. – Zuschauer: 3000.