Heiße Phase: Die letzten zehn!

Für die TBB Trier stehen die letzten zehn Saisonspiele an. Fünfmal noch dürfen die Trierer in der heimischen Arena ran, das erste Mal bereits am Samstagabend im immens wichtigen Spiel gegen Tübingen. Zeit für eine kurze Bestandsaufnahme. Wie ist die Ausgangslage? Wie ist die Stimmung im Team? Was ist rund um das Spiel geplant?

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Es wird heiß: Noch zehn Saisonspiele warten auf die Trierer Bundesliga-Basketballer, am Ende steht das große Ziel Klassenerhalt. Und die Reise beginnt mit dem Spiel gegen die WALTER Tigers Tübingen, wohl eines der wichtigsten Heimspiele der letzten Jahre. Schon jetzt ist die Spannung deutlich zu spüren. Auch wenn die Saison noch knapp zwei Monate dauert: Dieses Spiel sollte gewonnen werden. Der Druck ist hoch, keine Frage – aber letztlich sind das die Spiele, die den Reiz des Sports ausmachen.

Wir haben gesammelt, was es sonst noch zum Spiel zu sagen gibt:

Die Ausgangslage
Die TBB hat eine ordentliche Ausgangsposition im Kampf um den Klassenerhalt: Wie schon in der gesamten Saison haben die Trierer einen Tabellenplatz inne, der am Ende des Saison den Verbleib in der Beko BBL bedeuten würde. In den letzten zehn Spielen warten sechs Gegner aus der unteren Tabellenhälfte. Besonders die Heimspiele werden entscheidend sein: Die TBB trifft auf Tübingen, Göttingen, Frankfurt, Ulm und Weißenfels. Hier gilt es, die Heimstärke unter Beweis zu stellen: Bisher wurde die Hälfte der Spiele vor eigenem Publikum gewonnen. Tickets für die entscheidenden Spiele gibt es unter www.tbb-trier.de/tickets

Der Trainer
TBB-Headcoach Henrik Rödl zeigt sich vor dem wichtigen Spiel gegen Tübingen kämpferisch: „Alle sind sich der angespannten Lage bewusst. Aber wir haben schon in vielen Situationen bewiesen, dass wir unter Druck gute Spiele machen können. Wir setzen auf den Heimvorteil, gerade zuhause können wir sehr gute Spiele machen. Wir wollen angreifen!“

Der Captain
Ein wichtiger Faktor wird Jermaine Bucknor sein. Der Kapitän ist aktuell in Hochform. Seine Erfahrung gepaart mit seinem eiskalten Dreier machen ihn zum Anführer, der die jungen Spieler mitreißt.
„Buck“ richtet das Wort an die Fans: „Ich möchte mich bei all den Fans bedanken, die uns in den letzten Wochen unterstützt haben. Ich weiß, dass es eine schwere Zeit für sie war, trotzdem waren sie bei jedem Spiel und haben uns angefeuert. Für sie spielen wir.
Wir wollen das Spiel am Samstag gewinnen, wir wissen alle wie wichtig es ist. Wir tun alles, was in unserer Macht steht. Die Stimmung ist sehr wichtig für uns. Je mehr Unterstützung wir kriegen, desto besser.“

Ticketaktion „High Five“
Fünf Freunde sollt ihr sein – auch wenn mancher den Spruch vielleicht anders kennt, dieses Motto gilt für das Spiel am Samstag. Die TBB Trier bietet für das Spiel gegen Tübingen ein Sonderangebot für Gruppen von fünf Personen an. Fünf zusammenhängende Tickets sind zum Preis von vier erhältlich (aus organisatorischen Gründen nur gültig in den Kategorien IV und V).
Also ladet eure Freunde, Verwandten, Kollegen ein, am Samstag kann die Mannschaft jeden Unterstützer in der Arena gebrauchen!
Das Angebot gilt nur im Vorverkauf am Donnerstag und Freitag im Fanshop der TBB (Cläre-Prem-Straße), Reservierung auch telefonisch unter 0651/3000440 zu den Öffnungszeiten des Fanshops.

Fans
Die TBB-Fans planen für Samstag einige Aktionen im Fanblock P. Wer sich beteiligen möchte und die Mannschaft mit vollem Einsatz im lautesten Block der Halle unterstützen will, sollte sich Tickets für Block P sichern.

Parkplatzsituation
Wegen der Neueröffnung des Baumarktes neben der Arena Trier ist das Parkdeck am Samstag nur von der Herzogenbuscher Straße über den Vorplatz der Arena zu erreichen.



Gekämpft und verloren: 74:80 gegen Bonn!

Die TBB Trier verliert ihr Heimspiel gegen die Telekom Baskets Bonn am Samstag mit 74:80. Topscorer für Trier war Jermaine Bucknor, für die Gäste war Angelo Caloiaro mit 18 Punkten, darunter den entscheidenden Körben in der Schlussphase, am Erfolgreichsten. – “Es ist bitter, ein solches Spiel zu verlieren, in das man so viel investiert hat. Aber auf dieser Leistung kann man aufbauen.” – Nächstes Spiel gegen FC Bayern München.

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Das hätte er sein können, der lang ersehnte Befreiungsschlag, ein Schritt nach oben aus dem Tabellenkeller für die TBB Trier. Und über dreieinhalb Viertel war er es auch: Die TBB bot dem Tabellenvierten, den Telekom Baskets Bonn, vor 4530 Zuschauern in einem stimmungsvollen Basketball-Spiel die Stirn, führte zu jeder Viertelpause (19:15, 39:38, 62:60), hatte phasenweise sogar die Kontrolle über die Partie. Doch am Ende stand ein 12:0-Run der Gäste aus dem Rheinland, die Trier mit einer Energieleistung in der Defense effektiv am Scoren hindern konnten – und damit nichts Zählbares für die Hausherren.

Die Trierer hatten dabei den deutlich besseren Start in die Partie – die Erkältungswelle war in der Trainingswoche offensichtlich ausgeschwitzt worden. So setzte die TBB gleich zu Beginn Highlights, die die Arena aus den Sitzen rissen, wie das and1 von Mathis Mönninghoff zum 5:3 oder Adin Vrabac mit dem sehenswerten “coast-to-coast-Block: Kaum trifft der Bosnier den Dreier zum 8:5, da sprintet er auch schon quer über das ganze Feld, um einen Fastbreak von Eugene Lawrence zu verhindern, indem er dessen Ball in letzter Sekunde ans Brett drückt. Bonn wiederum hat ebenfalls sehenswerten Basketball zu bieten: Angelo Caloiaro, der viel später der Mann der Schlussphase werden sollte, verwertet einen weiten Offensivrebound per “eingeflogenem Dunking” zum 13:9. Doch Triers Zone stand gut, Bonn fand nicht wirklich ein Mittel gegen eine wache Trierer Verteidigung, das erste Viertel endete 19:15.

Auch in den zweiten Abschnitt starteten die Gastgeber ordentlich – nämlich mit einem Dreipunktspiel des gewohnt energisch auftretenden Marko Lukovic und einem Dreier von Laurynas Samenas zum 25:15. Ein Ballgewinn von Jermaine Anderson ist Anlass für Mathias Fischer die Auszeit für Bonn zu nehmen. Marko Lukovic kann zwar noch auf 33:22 erhöhen, doch insgesamt schient Fischers Ansage zu fruchten, vor allem in der Defensive: Bonn gelingt ein 0:11-Run und schließlich der 33:33-Ausgleich durch Dirk Mädrich per Dreier. Mit der Halbzeitsirene trifft Jermaine Anderson zum 39:38, die TBB nimmt einen hauchdünnen Vorsprung mit in die Pause.

Der Beginn des dritten Viertels gehört wieder der TBB, Stefan Schmidt, der in der Anfangsphase bereits durch Präsenz im Rebound aufgefallen war, erzielt vier Punkte in Folge zum 43:42. Es kommt zum berühmten offenen Schlagabtausch, sowohl am Brett als auch an der Dreierlinie, beide Teams setzen Akzente. Jermaine Bucknor kann mit zwei Dreiern in Folge eine leichte Trierer Führung herausarbeiten (62:58), Laurynas Samenas zeigt zum Viertelende nochmals starken Einsatz, der aber nicht von Punkten gekrönt ist – mit 62:60, also immer noch eng, geht es in die letzte Pause.

Trier spielt mit viel Energie weiter, kann auch zunächst die “big points” setzen: Lukovic zum 64:60, Samenas “für drei” zum 67:60 und schließlich Vrabac mit Foul aber leider ohne Freiwurf zum 69:60. Nach etwas mehr als einer Minute im Schlussviertel nimmt Bonn die nächste Auszeit – mit Erfolg, auch die Telekom BAskets treffen jetzt ihre Dreier, drei Stück in Folge bedeuten schließlich das 74:71. Und dann waren bei den Gästen die Energiereserven größer: Bonn erlaubt Trier über die letzten gut fünf Minuten keine Punkte mehr, scort dafür selbst. Angeführt vom starken Mickey McConnell ziehen die Gäste an Trier vorbei, Angelo Caloiaro markiert bereits zwei Minuten vor Ende die 74:78-Vorentscheidung. Denn Trier kommt trotz zweier Auszeiten nicht mehr zu Abschlüssen, während Bonn geduldig die Uhr herunterspielt. Den Endstand markiert McConnell an der Freiwurflinie: Die TBB Trier verliert nach großem Kampf etwas unglücklich mit 74:80.

Dahlem (n.e.), Lukovic (11), Schmidt (6), Mönninghoff (8), Samenas (9), Chikoko (9), Vrabac (6), Bucknor (19), Kramer (0), Anderson (6).

Rebounds: 34:35.

Zuschauer: 4530.

Henrik Rödl: “Wir haben zwei sehr fokussierte Mannschaften gesehen, die unbedingt gewinnen wollten. Ich muss meine Mannschaft loben, die letzten Wochen waren nicht einfach und die nächsten werden nicht einfach. Wir wissen, wo wir stehen. Trotzdem hat die Mannschaft mit viel Ruhe und Enthusiasmus gespielt, gegen eine Mannschaft, die sich offensiv mit jeder anderen in der Liga messen kann und defensiv auch gut steht. Es ist bitter, ein solches Spiel zu verlieren, in das man so viel investiert hat. Aber auf dieser Leistung kann man aufbauen. Es geht um die Wurst, das wissen wir, und wir müssen die Energie bündeln, um aus dem Keller raus zu kommen.”

Mathias Fischer: “Wir haben eine sehr spannende Partie gesehen. Trotz der beiden Ausfälle hat Trier uns in allen Belangen gefordert, hat mit unglaublichen Quoten sehr gut gespielt. Sie hatten immer eine Antwort. Aber wir haben die Partie irgendwie gedreht, mit der Betonung auf irgendwie. Wir haben solide verteidigt und die big points gemacht. Aber es war heute nicht leicht, im Gegenteil. Henrik hat seine Mannschaft sehr gut eingestellt und uns viele Optionen weg genommen. Wir haben lange nicht mehr hier gewonnen, heute war der Level sehr hoch, ich würde fast sagen es war eine Playoff-Partie. Ich bin sehr froh, dass meine Mannschaft sich nicht aufgegeben hat und das Spiel – irgendwie – nach Hause gebracht hat.”

 


Derby! Jetzt gilt’s! Trier vs. Bonn!

TBB Trier trifft am Samstag um 18:30 Uhr auf den Tabellenvierten Telekom Baskets Bonn – “Das ist ein besonderes Spiel – der Derbycharakter gibt Energie, die wir brauchen können.” – Canty und Harris verletzt –  Liveübertragung auf telekombasketball.de ab 18:15 Uhr – Volksbank Trier unterstützt im Rahmen der Aktion “BE GREEN!” die Jugendarbeit der TBB Trier mit 50 Cent pro grün gekleidetem Besucher! – Tickets: Hotlines 0651-9790777 und 00352-20301011, www.tbb-trier.de/tickets sowie an über 500 Vorverkaufsstellen von Ticket Regional. – Die Arena Trier öffnet um 16:30 Uhr.

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TBB Trier gegen Telekom Baskets Bonn. Der historisch versierte Trierer Basketballfan (und das sind nach Besuch der großen TBB-Jubiläumsausstellung natürlich fast alle) denkt bei Erwähnung dieser Paarung an große Basketball-Spiele. An wahre Schlachten bei bester Stimmung, die früher in Hallen wie dem “Sportzentrum Hardtberg” und der “Halle am Mäushecker Weg” geschlagen wurden und heutzutage in der Arena Trier bzw. im Telekom Dome stattfinden.

Man erinnert sich in Trier in der jüngeren Vergangenheit an die Playoff-Serie 2004, an das Bonner 65:48-Debakel im Oktober 2010, an Maik Zirbes’ Dunking zum 71:70 Anfang 2012, natürlich an Nate Linharts unfassbaren Gamewinner nach Offensivrebound im Februar 2013. An das 66:86-Weihnachtsspiel in Bonn 2013 mit Gala-Vorstellung (27/13!) von Andi Seiferth. Und an ein hart umkämpftes 75:71 im April 2014 mit einem Zirkuswurf im Rückwärtsfallen von Trevon Hughes. Die ewige Statistik verzeichnet seit dem Bonner Aufstieg 1996 insgesamt 42 Begegnungen, 25 davon gewannen die Telekom Baskets. Allerdings ist die Trierer Heimbilanz aktuell positiv: elf Siegen stehen neun Niederlagen gegenüber – Trier ist, historisch gesehen, für die “Riesen vom Rhein” also kein allzu gutes Pflaster.

Auch in der aktuellen Saison kommen die Telekom Baskets Bonn wieder als Favorit an die Mosel. Die Mannschaft von Trainer Mathias Fischer, der seit Mai 2013 an der Bonner Seitenlinie steht, belegt aktuell nach drei gewonnenen Spielen gegen Göttingen, die Artland Dragons und den Mitteldeutschen BC Platz 4 der Tabelle – und befindet sich damit auf sehr gutem Weg in Richtung sichere Playoff-Teilnahme. Das ist, mindestens, auch erklärtes Saisonziel. Coach Fischer sagte vor Saisonbeginn “In Bonn ist noch mehr möglich”, und bezog sich damit auf das Erreichen des Viertelfinales in der letzten Saison, der Frage “Wer wird Meister?” wich er geschickt aus (“Man muss im Frühjahr seinen besten Basketball spielen”).

Insgesamt 14 Siege stehen für Fischer und sein Team zu Buche. Unter anderem schlug Bonn die Brose Baskets und die Basketball Löwen Braunschweig und gewann im November auch das Hinspiel gegen Trier, zu deutlich, mit 88:71. Hauptverantwortlich für den 16. Heimsieg gegen Trier war Steve Wachalski, der der TBB ganze acht Dreier einschenkte – höchste Vorsicht ist also am “Perimeter” geboten, damit das nicht nochmal passiert.

Neben Wachalski muss die Trierer Verteidigung am Samstagabend ein scharfes Auge auf Tadas Klimavicius und Angelo Caloiaro haben. Der litauische Center-Routinier Klimavicius macht 13.2 Punkte und holt 5.8 Rebounds pro Spiel; Caloiaro, vor der Saison als effizientester Spieler der Liga aus Weißenfels nach Bonn gewechselt, kommt auf 11.8 Punkte, 4.4 Rebounds und starke 1.5 Steals. Der Vorzeigeathlet Ryan Brooks (11.2) und Benas Veikalas (10.7), der zweite Litauer im Team, punkten im Schnitt ebenfalls zweistellig. Die Fäden der Bonner Offensivmaschine zieht Point Guard Eugene Lawrence mit 5.4 Assists pro Spiel – stark! Auch Lawrence’ Back Up Mickey McConnell weiß mit 9 Punkten und 4.2 Assists durchaus zu überzeugen. Mit Dirk Mädrich und dem bereits erwähnten Steve Wachalski kommt jede Menge Erfahrung auf den großen Positionen von der Bank, Andrej Mangold ist ein starker Verteidiger, der der Mannschaft, ähnlich wie Wachalski, jederzeit einen Energieschub geben kann. Insgesamt konnten Coach Fischer und sein Assistent Carsten Pohl den Weggang von Jamel McLean (wechselte nach Berlin und gilt dort als heißer Anwärter auf den MVP-Titel 2014/15) offensichtlich sehr gut kompensieren.

Eine bemerkenswerte Statistik “aus der zweiten Reihe”: dreimal mussten die Telekom Baskets in dieser Saison bereits in die Verlängerung, so oft wie kein anderes Team der Beko BBL.

Henrik Rödl lobt die Telekom Baskets für eine “super Saison” – und die hat Gründe: “Sie sind gut zusammengestellt, und die Entscheidung, mit McConnell einen zweiten Point Guard mit diesem Format dazu zu holen, hat ihnen gut getan, damit haben sie zwei Aufbauspieler, die gerne passen, aber auch scoren können. Bonn lässt den Ball laufen wie vielleicht keine andere Mannschaft in der Liga, alle können werfen, alle können Situationen lesen. Sie stehen auf dem Feld eng zusammen, entsprechend wird unser Defensive am Samstag gefordert sein.”

Dabei hat Rödl schon wieder Kaderprobleme – nach der Erkältungswelle aus den letzten Spielen sind jetzt neue Verletzungen dazu gekommen: Ricky Harris zog sich im Spiel in Bamberg eine Bänderdehnung im Sprunggelenk zu und fällt für das kommende Wochenende sicher aus. Schlimmer erwischte es Tony Canty, er erlitt im Training einen Muskelfaserriss in der Leiste – Zwangspause über “einige Wochen”, so Rödl am Donnerstag.

Trotzdem freut sich der Coach auf das Aufeinandertreffen mit dem Derbygegner: “Spiele gegen Bonn sind immer besonders, die Derbystimmung bringt gute Energie. Die können wir natürlich gut brauchen. Die Mannschaft hat gut und vor allem in Ruhe trainiert, trotz der erneuten Ausfälle. Wir hoffen, dass wir an die guten Leistungen anknüpfen können, die wir während dieser Saison schon gezeigt haben. Wir werden alles geben und an die Siegchance glauben.”


84:44 beim neuen Tabellenführer

Perfekter Abend für die Brose Baskets, bittere Auswärtsschlappe für die TBB Trier: mit 84:44 gewinnen die Franken gegen angeschlagene Gäste von der Mosel. Weil ALBA BERLIN zeitgleich zu Hause den EWE Baskets Oldenburg unterliegt, springt für die Brose Baskets nicht nur der 12. Liga-Sieg in Serie, sondern auch die Tabellenführung dabei heraus. Vitah Chikoko war mit 10 Punkten stärkster Trierer.

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Die Vorzeichen standen in so gut wie allen Kategorien schlecht: historisch, aktuell, medizinisch. Seit 1999 ist Trier in Bamberg kein Auswärtssieg mehr gelungen, zu stabil präsentierten sich die dortigen Mannschaften über die Jahre – diese Geschichte wird jetzt fortgeschrieben. Aktuell sind die Brose Baskets die Mannschaft der Stunde, vor der diesjährigen Partie gegen Trier standen 11 Siege in Serie zu Buche. Und zu allem Übel hatte die TBB Trier in der Woche vor dem Spiel in Bamberg mit einer hartnäckigen Erkältungswelle zu kämpfen – an komplettes Mannschaftstraining war nicht zu denken, an echte Energieleistungen im Spiel ebenfalls nicht.

Umso erfreulicher aus Trierer Sicht dann das erste Viertel der Partie: Nach einem klassischen Fehlstart mit einigen Unkonzentriertheiten, die den Gastgebern die Tür viel zu weit aufmachten, stand es zwar schnell 8:0. Doch eine Auszeit von Henrik Rödl brachte die TBB wieder in die Spur. Dem Krankenstand war auch geschuldet, dass Triers aktuell bester Spieler, Vitalis Chikoko, nicht in der Startaufstellung stand und erst nach einigen Minuten eingewechselt wurde. Mit Chikoko und Jermaine Anderson auf dem Parkett schob die TBB Trier sich bis auf 14:11 heran, Dolibor Bagaric erledigte den 16:11 Viertelstand für die Bamberger.

Zwei Freiwürfe von Marko Lukovic zum Auftakt ins zweite Viertel bedeuten das 16:13 – und damit den kleinsten Rückstand des Abends. Denn jetzt legte Bamberg zum ersten Mal einen höheren Gang ein. Ryan Thompson marschierte mit drei Dreiern in Folge voran, seine Kollegen um Trevor Mbakwe zogen mit, ein 13:0-Run der Gastgeber ist die Folge: 29:13. Lediglich Ricky Harris kann für Trier offensiv dagegenhalten, allerdings mit Einzelaktionen – mehr ist nicht drin. Mit einem ernüchternden 46:22 geht es in die große Pause, Brose-Coach Trinchieri hatte, gründlich, nach dem 44:22 von Ricky Harris nochmals eine Auszeit genommen.

Auch der Start in die zweite Halbzeit gefiel Trinchieri nicht – Trier hatte mit schnellen Abschlüssen leicht auf 46:26 verkürzt. Die TBB versuchte sich weiter in Schadensbegrenzung, doch Bamberg spielte gnadenlos und präzise. Defensiv wurde früh das Setplay der Gäste verhindert, offensiv lief der Ball schnell bis zum freien Mann. Dieser Intensität konnte Trier in der aktuellen Verfassung  nicht genug entgegen setzen, die TBB suchte notgedrungen ihr Heil aus der Distanz. Bagaric sorgt mit dem 62:31 für die Vorentscheidung, Laurynas Samenas trifft den Dreier zum 62:43 nach drei Vierteln.

Das letzte Viertel hält dann folgerichtig keine großen Überraschungen mehr bereit. Trinchieri baut für die letzten Minuten eine komplett “deutsche 5″ aus Thiemann, Obst, Schmidt, Tadda und Theis, die holt den Bamberger Kantersieg nach Hause.

Henrik Rödl (TBB Trier): “Glückwunsch an Bamberg. Wir haben uns von Anfang an wenig Chancen ausgerechnet. Bamberg hat viel Druck gemacht und gut getroffen. Durch die fehlenden Kräfte waren wir verunsichert. Ich hoffe, der Virus hat sich jetzt ausgetobt, so dass wir nächstes Wochenende bei unserem Heimspiel eine gesunde Mannschaft haben, und normale Energie aufs Feld bringen können.”

Andrea Trinchieri (Brose Baskets): “Wir haben heute als Team gut gespielt und solide verteidigt. Es war ein gutes Spiel für uns, in dem jeder gute Leistung gebracht hat. Es war ein wichtiges Spiel für uns. Am Mittwoch haben wir ein bedeutendes Spiel in Ulm. Wir müssen fokusiert bleiben um in der Spur zu bleiben damit wir weiterhin erfolgreich sind.”

 


Angeschlagen nach Bamberg

TBB Trier fährt als klarer Außenseiter zum Tabellenzweiten Brose Baskets nach Bamberg – “Sie sind ganz klar eine der besten Mannschaften in Deutschland!” – Tip Off am Sonntag, 15. Februar um 17:00 Uhr, Liveübertragung auf telekombasketball.de bzw. Telekom Entertain ab 16:45 Uhr.

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“Normalerweise hänge ich nicht an die große Glocke, wenn die Mannschaft gesundheitliche Probleme hat – weil es einfach kein Thema ist. Aber nach den Leistungen der letzten Woche muss man einfach ansprechen, dass wir die Grippe in der Mannschaft haben und einige diese Woche noch überhaupt nicht trainiert haben.”

Das ist, wie er selbst völlig richtig sagt, nicht die übliche Art wie Henrik Rödl Fragen nach dem nächsten Spiel beantwortet. Zurzeit bleibt ihm aber relativ wenig Auswahl – an Antworten ebensowenig wie an Spielern, die gesund genug sind, um im Training vor dem kommenden Auswärtsspiel gegen die Brose Baskets in Bamberg (Sonntag, 17:00 Uhr) mitzumachen. Bereits in der Vorwoche hatte sich die Grippewelle angedeutet, im letzten Viertel gegen Crailsheim fehlte schlicht und ergreifend die Energie für den letzten großen Angriff. Das Spiel ging bekanntlich verloren – allerdings nicht nur deswegen, wie Rödl ausdrücklich betont.

Fragt man den Headcoach der TBB Trier also dieser Tage nach den Brose Baskets Bamberg, bekommt man zunächst einmal zu hören, dass die Trainingshalle leerer ist als üblich: “Wir suchen im Moment eher nach Energie und Gesundheit, als uns auf den nächsten Gegner vorzubereiten.”

Was sich über die Brose Baskets dennoch sagen lässt: Sie haben – mit einer kurzen Unterbrechung in der Euroleague, wo sie eine herbe 83:67-Schlappe gegen den FC Bayern München erlitten – einen Lauf aus elf gewonnenen Spielen vorzuweisen. Sie belegen derzeit Platz 2 der Tabelle – der Vorsprung von Spitzenreiter ALBA BERLIN schmilzt nach dessen Patzer gegen die FRAPORT SKYLINERS und beträgt mittlerweile nur noch 2 Punkte. Und weitere zwei Punkte dahinter folgt der FC Bayern.

Die elf Siege in Serie haben die Brose Baskets mit einer extrem geschlossenen Mannschaftsleistung erreicht, die ihre Scorerqualitäten gut in Szene setzt: Ganze sechs Spieler scoren zweistellig, Ryan Thompson führt die Liste mit 14.6 Punkten pro Spiel an, Point Guard Brad Wanamaker folgt mit 14.4, Josh Duncan komplettiert den “Club der Vierzehner” mit 14.1 Zählern pro Partie. Josh Duncan greift dazu noch 6.3 Rebounds pro Spiel ab – jede Menge Arbeit in der Trierer Zone ist zu erwarten. Seit mittlerweile drei Spielen greift außerdem der ehemalige Frankfurter Dawan Robinson ins Geschehen ein und gibt den Brose Baskets mit 11.7 Punkten noch mehr Tiefe. Mit Daniel Theis und Elias Harris stehen zwei der größten deutschen Talente der letzten Jahre im Team von Headcoach Andrea Trinchieri, der lettische Scharfschütze Janis Strelnieks und das Bamberger “Urgestein” Karsten Tadda runden das Bild ab.

Bamberg ist also klar auf aufsteigendem Kurs, die TBB Trier dagegen nicht nur wegen der Grippewelle Außenseiter – das untermauert die ewige Statistik aus 35 Begegnungen und nur sechs Trierer Siegen. Und das sieht auch Henrik Rödl ähnlich:

“Bamberg ist ganz klar eine der besten Mannschaften Deutschlands, die mittlerweile sehr organisiert spielt”, so der Trierer Headcoach. “Sie haben, wie so oft nach einem Trainerwechsel, eine kleine Anlaufzeit gebraucht, aber mittlerweile zeigt sich die Qualität dieses Teams. Sie sind gut zusammengestellt, spielen körperlich und extrem diszipliniert auf allen Positionen. In der Bundesliga hat Bamberg gerade eine starke Serie hingelegt, für mich sind sie mit Bayern und Berlin eine der Top-Mannschaften der Liga.”

Lieber im Bett bleiben also? Natürlich nicht, sagt Rödl, dem man derlei auch nicht zutrauen würd. Es wird normal weitergearbeitet: “Die, die gesund sind, arbeiten hart und trainieren gut – aber ich bin zurzeit noch nicht in der Lage zu sagen, wer am Wochenende spielen kann.”

Die Mannschaft macht sich am Samstag auf den Weg nach Bamberg. Das Spiel wird ab 16:45 Uhr live auf www.telekombasketball.de bzw. im Telekom Entertain-Paket übertragen.


TBB-Malwettbewerb: Gewinne überreicht

Gewinner des TBB Kids Club Malwettbewerbs vor Heimspiel gegen Crailsheim prämiert – Ausstellung im Schaufenster von Sport Simons.

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Zugegeben, der Freitagabend hätte aus Trierer Sicht erfreulicher verlaufen können. Gewinner gab es aber trotzdem: Im Vorfeld des Heimspiels gegen die Crailsheim Merlins hatte der TBB Kids Club die Gewinner seines großen Malwettbewerbs eingeladen, einen Blick hinter die Kulissen der Arena Trier zu werfen. TBB-Headcoach (und Chefjuror) Henrik Rödl schaute auf dem Weg zu seinem Fernseh-Interview zum Gruppenfoto mit den kleinen Künstlern vorbei, in der Halbzeitpause überreichte Geschäftsführer Sebastian Merten dann die Gewinne:

Einen Gratis-Kurzurlaub in einem ausgewählten Ferienpark von Landal GreenPark erhielt Henrik (14 Jahre, Lebenshilfe).
Über Warengutscheine der Buchhandlung Mayersche Interbook Trier freuten sich Sascha (5 Jahre) aus der Inselgruppe Kita Petrisberg, Mike (11 Jahre) von der Port-Nigra-Schule und Sammy (6 Jahre). Ein signierter Ball mit Unterschriften der TBB-Profis ging an Jason (13) von der Porta-Nigra-Schule.  Vanessa (10 Jahre) erhielt ein signiertes Trikot von Jermaine Bucknor.

Die große Spieltagsrundführung mit Blick hinter die Kulissen und Sitzplätzen direkt hinter der Trierer Bank schließlich ging an die Vorschulkinder Charline, Julia, Sophie und Julian (alle 5 Jahre) aus der Gruppe der Feuerkäfer der Kita Petrisberg.

Die Bilder werden ab Dienstag im Schaufenster von Sport Simons ausgestellt und können dort bewundert werden. Wir bedanken uns nochmals ganz herzlich bei der Buchhandlung Mayersche Interbook und Landal Green Parks für die Bereitstellung der Preise!

 


Rabenschwarz: 67:82 gegen Crailsheim

Die TBB Trier zeigt eine schlechte Vorstellung gegen den Tabellenletzten und verliert ihr Heimspiel gegen die Crailsheim Merlins am Freitagabend mit 67:82. – “Das war definitiv keine gute Leistung. Wir hatten nicht genug Energie um von Anfang an ein Zeichen zu setzen.” – Chikoko bester Trierer mit 21 Punkten, Marko Lukovic mit 15 Punkten und 10 Rebounds, ex-Trierer Saibou überzeugt mit 15 Punkten und 6 Rebounds. 

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Die TBB Trier geriet, ähnlich wie in Ludwigsburg, auch gegen Crailsheim schon zu Beginn des Spiels ins Hintertreffen, weil die Gäste aus Schwaben gute Optionen gegen die Trierer Zone parat hatten: Ein Dreier von Josten Crow und ein Dreipunktspiel des genesenen Sean Mosley bedeuten das schnelle 2:6, Neuzugang Andriy Agafonov setzt mit dem 2:8 noch einen drauf. Henrik Rödl muss bereits früh die erste Auszeit nehmen. Bisher war für Trier lediglich Vitah Chikoko mit viel Präsenz in beiden Zonen positiv aufgefallen. Crailsheim ließ sich nicht beeindrucken, fand zu oft den freien Mann. Alleine im ersten Viertel war das zweimal Garrett Sim, der unbehelligt für drei zum 4:11 und 7:16 abdrücken konnte. Die Merlins spielten mit hohem, sicher kontrolliertem Tempo und gar nicht wie ein Absteiger, Trier lief hinterher und leistete sich zum Teil abenteuerliche Ballverluste. Der Schatten des Hinspiels schien leider doch über der Arena zu hängen, die Gastgeber waren nervös. Am Ende des ersten Abschnitts war es wieder Josten Crow, der per Dreier den ersten Pausenstand von 12:25 herstellte.

Das zweite Viertel schien nach einem Bucknor-Dreier zum 15:25 Besserung zu bringen, erstmals konnte die TBB einen kleinen Lauf starten und kam bis auf 18:25 heran, weil sie den Ball gut laufen ließ. Doch die Gäste konterten, nach wie vor mit viel Energie, setzten sich mit klugem Offensivspiel und schnellen Fastbreaks wieder auf 21:36 ab. Ein Vierpunktspiel von Ricky Harris zum 25:36 hätte ein Weckruf sein können, doch Trier war in seinen starken Phasen nicht konstant genug, die Unsicherheiten waren immer noch da. Immerhin: Marko Lukovic griff jetzt massiv ins Geschehen ein, attackierte den Crailsheimer Korb und bekam so vier Freiwürfe hintereinander, die er allesamt verwandelte – 29:38. Den Rest erledigte Vitah Chikoko mit vier Punkten in Folge zum 33:41. Am Ende eines stärkeren zweiten Abschnitts hatte Trier den Rückstand auf 36:44  verkürzt, das Schlimmste schien überstanden, zumal Marko Lukovic den Halbzeitstand mit einem krachenden Fastbreak-Dunking herstellte, der die 3876 Zuschauer in der Arena etwas positiver stimmte.

Die ohne Zweifel fällige Standpauke von Henrik Rödl in der Halbzeit wirkte: Trier schien im dritten Viertel deutlich wacher, stand vor allem defensiv den Merlins jetzt besser auf den Füßen. Die Gäste trafen längst nicht mehr so gut, Trier brachte den Ball weiter zu den starken Low-Post-Spielern Marko Lukovic und Vitalis Chikoko, die sich auch im Rebound durchsetzen konnten. Ein Dreier von Jermaine Anderson markiert das 43:46 und zwingt Merlins-Coach Ingo Enskat in die Auszeit. Diese Mixtur wirkte: Trier verteidigte gut, holte wichtige Rebounds, zudem holte sich Crailsheims Agafonov sein viertes Foul ab. Doch Trier gelang es nicht, die Partie zu drehen, näher als auf 47:48 konnte die TBB nicht an die Gäste herankommen. Es folgte, was Ingo Enskat später die entscheidende Phase nennt: Trier hätte das Spiel an sich reißen können, statt dessen legen die Merlins jetzt einen Zwischenspurt ein, ex-Trierer Jonathan Moore und Sean Mosley behalten die Nerven bis zum 50:55, danach ist es der andere ehemalige TBB-ler Joshiko Saibou, der mit einem schönen coast-to-coast-Dribbling das 52:58 besorgt. Dennoch: Der Vorsprung schmilzt, nach drei Vierteln steht es nur noch 54:58.

Joshiko Saibou führte seine Merlins an alter Wirkungssstätte an und schoss die Gäste fast im Alleingang wieder auf 55:64 weg. Bei Trier fehlte nach einer anstrengenden Trainingswoche, in der eine Erkältungswelle die Rotation arg verkürzt hatte, die Energie. Die Ballverluste häuften sich, die wenigen Möglichkeiten, die ihnen noch zur Verfügung standen, konnten die Gastgeber nicht nutzen. Crailsheim dagegen genügte der letzte Schub, ein Dreier des agilen Garrett Sim bedeutet beim Stand von 61:75 die Vorentscheidung knapp drei Minuten vor Schluss. Alles, was die TBB noch entgegen zu setzen hätte war entweder nicht energisch genug oder nicht von Erfolg gekrönt. Am Ende steht eine verdiente 67:82-Niederlage und der erste Crailsheimer Auswärtssieg der Saison.

Ingo Enskat (Crailsheim Merlins): “Ich bin natürlich sehr zufrieden mit der Leistung meiner Mannschaft. Wir hatten noch nicht zu viele Siege und dass wir zwei davon gegen Trier geholt haben ist ein Zeichen, dass uns Trier liegt. Allerdings war für mich das Entscheidende, was im dritten Viertel passierte, als Trier einen Run hatte, stark aus der Pause kam und wir trotz der Tatsache, dass wir mit Selbstvertrauen nicht eben gesegnet sind, dagegen gehalten haben und zurückgekommen sind, zu unserem Spiel zurück gefunden haben. Ich glaube, das war der entscheidende Moment, uns von dem einen Punkt Vorsprung wieder abzusetzen. Da hat die Mannschaft gezeigt, dass sie unbedingt gewinnen wollte, und das hat man bis in die Schlussminuten gesehen.”

Henrik Rödl (TBB Trier): “Glückwunsch an Crailsheim. Es ist offensichtlich, dass Crailsheim UNS nicht liegt. Sie haben gut gespielt, fokussiert angefangen. Das ist auch das, was ich meiner Mannschaft am Meisten vorwerfen möchte: dass sie nicht mit der nötigen Energie rauskam, um gleich zu Beginn ein Zeichen zu setzen. Ich habe Schwierigkeiten, nach so einem Spiel Entschuldigungen zu suchen. Das war definitiv keine gute Leistung. Man muss aber sagen, dass wir in der Trainingswoche vier Spieler mit Grippe hatten, Mathis, Tony, Adin und Dennis. Der dezimierte Kader hatte nicht die Energie, die man für so ein Spiel braucht. Wir haben mit Willen versucht, zurück zu kommen, aber um die Wende zum vierten Viertel herum hatten wir Probleme und mehrere Ballverluste, die Crailsheim Mut gemacht haben. So kam Crailsheim weg und gewann am Ende deutlich. Wir hatten offene Würfe, aber nicht die Nerven. Das ist eine bittere Niederlage. Wir haben etwas Zeit bis zum nächsten Spiel, ich hoffe, dass wir dann die Energie zeigen können, die die Fans von uns gewohnt sind.”

Für Trier: Harris (16), Canty (0), Dahlem (n.e.), Lukovic (15), Schmidt (1), Mönninghoff (0), Chikoko (21), Vrabac (4), Leonhardt (n.e.), Bucknor (3), Kramer (n.e.), Anderson (7).

Rebounds: 39:38.

Zuschauer: 3.876.


Nicht noch ein Feiertag: TBB vs. Crailsheim

Tabellenletzter aus Schwaben zu Gast in der Arena Trier – “Wir werden mit voller Energie in dieses schwierige Spiel gehen!” – Tip Off am Freitag, 6. Februar um 20:00 Uhr – Liveübertragung auf telekombasketball.de ab 19:45 Uhr – Volksbank Trier unterstützt im Rahmen der Aktion “BE GREEN!” die Jugendarbeit der TBB Trier mit 50 Cent pro grün gekleidetem Besucher! – Tickets: Hotlines 0651-9790777 und 00352-20301011, www.tbb-trier.de/tickets sowie an über 500 Vorverkaufsstellen von Ticket Regional. – Die Arena Trier öffnet um 18:00 Uhr.

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Der 25. Oktober dürfte in Crailsheim als neuer Feiertag gelten: An diesem Datum feierten gut 2000 blendend aufgelegte Zuschauer den ersten Beko BBL-Sieg ihrer Crailsheim Merlins in der “Arena Hohenlohe”. Die TBB Trier dürfte mit dieser Feiertagsregelung so gar nicht einverstanden sein. Erstens ist es nie schön, einem Aufsteiger beim Geschichte schreiben zu helfen. Und zweitens darf, WENN es schon passiert, dabei “die 100 nicht fallen”. Doch am 25. Oktober kam es so: Crailsheim hatte den ersten Sieg im Buch und Trier eine 100:84-Auswärtsniederlage auf dem Konto. Henrik Rödl attestierte Crailsheim einen “sehr guten Auftritt”, bei dem die Gastgeber “immer einen Schritt schneller waren” und zudem noch das Reboundduell gewonnen hatten.

Hauptverantwortlich für den ersten von bisher nur zwei Merlins-Siegen: Jannik Freese und Sean Mosley. Der aus Oldenburg nach Crailsheim gewechselte Center Freese hatte gegen Trier deutliche Lufthoheit und nutzte diesen Umstand zu 23 Punkten (darunter den hundertsten des Spiels). Allerdings: Auftritte wie dieser weckten das Interesse von ALBA BERLIN, die in Freese einen willkommenen Ersatz für den langzeitverletzten Jonas Wohlfarth-Bottermann sahen. Am 4. Januar war einer der exotischeren Transfers der Liga perfekt, Freese unterschrieb einen Zwei-Monatsvertrag in Berlin und wechselte so vom Tabellenende an deren ungefährdete Spitze. Sean Mosley dagegen blieb den Merlins erhalten. Das Hinspiel gegen Trier war seine erste Partie im Crailsheimer Trikot, die Nachverpflichtung ging mit 18 Punkten vom Parkett. Im Schnitt sind es mittlerweile 13.7 – damit ist er in Crailsheim Topscorer.

Überhaupt musste Headcoach und Sportlicher Leiter Ingo Enskat kräftig umdisponieren – angefangen bei seinem eigenen Job. Enskat übernahm das Traineramt, das er in der Pro A bereits innehatte, im November von Willie Young. Am Kader wurde auch gebastelt, neben Mosley kam mit Chad Timberlake bereits im Oktober ein ligaerfahrener Guard, der bereits für den MBC auf dem Parkett stand und bei den Merlins 10.7 Punkte beisteuert. Und kurz vor Weihnachten stieß mit Andriy Agafonov ein ukrainischer Power Forward dazu, der mit Odessa, Kiew und Khimik keine kleinen Namen in der Biografie stehen hat – und nach vier Beko BBL-Spielen 10.5 Punkte und 6.3 Rebounds in der Statistik. Das neueste Teil in Enskats Puzzle scheint Guard Walter Lemon jr. zu sein – der Transfer des 22-jährigen, der zuletzt beim ungarischen Erstligisten Egis Körnend aktiv war, ist allerdings noch nicht offiziell bestätigt.

Aktueller Schlüsselspieler der Merlins ist Garrett Sim – ein Mann, den die Merlins vom ehemaligen Konkurrenten Jena aus der Pro A holten, und der mittlerweile in der höchsten Spielklasse angekommen ist: 12.9 Punkte und 4.5 Assists belegen das.

Sims ansteigende Formkurve scheint ein wenig auf Kosten von Joshiko Saibou zu gehen: der ehemalige Trierer markiert nach perfektem Saisonstart (13 Punkte im Schnitt nach acht Spielen) mittlerweile “nur noch” 8.4 Punkte pro Spiel, ist aber nach wie vor eine Säule im Crailsheimer Aufbau.

Nicht nur Sims Kurve ist ansteigend: Die Merlins haben zwar erst zwei Siege auf dem Konto (neben Trier “durfte” der Mitteldeutsche BC dran glauben), zuletzt gelangen den Schwaben allerdings mehrere extrem knappe Spiele, zum Beispiel gegen Braunschweig (Dru Joyce entzauberte die Merlins mit einem Bucknor-ähnlichen Buzzer Beater) oder die Telekom Baskets Bonn. Überhaupt nicht knapp dagegen endete das Spiel, dessen Termin die Merlins am Liebsten aus dem Kalender streichen würden (was den extra-Feiertag ausgleichen würde): Am 27. Dezember konnte Crailsheim aufgrund der schneebedingten Verkehrssituation nicht bei Phoenix Hagen antreten und verlor die Partie am grünen Tisch mit 40:0 – und 50.000 Euro Entschädigung, die wegen der entgangenen Spieleinnahmen an Phoenix Hagen zu leisten waren.

TBB-Headcoach Henrik Rödl sieht ein schwieriges Spiel auf seine Mannschaft zukommen, ungeachtet jeglicher Tabellenstände und Hinspielergebnisse: “Es ist schwer zu sagen, was Crailsheims neuer Mann schon bringen kann und wie gesund die Mannschaft ist. Mit Mosley und Timberlake haben sie zuletzt sehr stark gespielt, sie waren immer sehr eng dran, auch auswärts. Wenn die Merlins gesund sind, sind sie definitiv ernstzunehmen.”, so Rödl. “Aus dem ersten Spiel ist nicht viel abzuleiten, die Mannschaft spielt viel strukturierter seit Ingo Enskat übernommen hat. Dazu kommen die Neuverpflichtungen. Was wir natürlich aus dem Hinspiel mitnehmen ist, dass wir mit unserer damaligen Leistung nicht zufrieden waren und jetzt die Chance auf eine Revanche zu Hause haben. Aber das ist nicht das Hauptziel für so ein Spiel. Wir wollen unbedingt gewinnen und allen ist klar, was dieses Spiel bedeutet. Ich hoffe, wir können mit den Zuschauern im Rücken unser Spiel aufziehen.”

Auch die knappe Niederlage in Ludwigsburg sei laut Rödl kein Thema mehr: “Man fährt immer mit einem bitteren Gefühl nach Hause, wenn man bis zum Ende dran ist und dann verliert. Aber die Mannschaft hat gekämpft und war in einer Weise bis zujm Schluss in diesem Auswärtsspiel drin wie seit langem nicht, Mathis Mönninghoff hat uns gefehlt, er ist wieder gesund und wir werden mit voller Energie in das kommende Spiel gegen Crailsheim gehen.”


Bitter! 74:69-Niederlage in Ludwigsburg!

Die TBB Trier kämpft sich nach schwachem Start mit einer starken Energieleistung zurück in ein hart umkämpftes Spiel gegen die MHP RIESEN Ludwigsburg. Die Partie ist lange mehr als offen, am Ende fehlt Trier das berühmte Quäntchen Glück. Ludwigsburg trifft in der Schlussphase die wichtigen Würfe und gewinnt schlussendlich 74:69. Mathis Mönninghoff war krankheitsbedingt in Trier geblieben.

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Am Ende war es knapp. Sehr knapp. Und nichts sah danach aus, dass die TBB das erste Viertel dieses Spiels deutlich abgegeben hatte. 20 Sekunden vor Schluss stand es nach einem Dreier des bärenstark aufspielenden Marko Lukovic (18 Punkte, 9 Rebounds, 7 Assists!) 70:69 für die Hausherren. Und es war alles drin.

Das war nicht immer so: Beide Mannschaften hatten Mühe, in die Partie zu finden, die Anfangsphase war nichts für Basketball-Ästheten. Die ersten sechs Trierer Punkte gingen auf das Konto von Vitalis Chikoko, der sein komplettes Repertoire gegen Jon Brockman zeigte: Hinten der Block, vorne der Hookshot über den NBA-Veteranen, 4:6. Der Nachteil des Ganzen: Chikoko musste schon früh im ersten Viertel mit zwei Fouls auf die Bank. Ludwigsburg witterte die Chance, die sich da bot, zog die Zügel in der Verteidigung deutlich an und erzwang Trierer Ballverluste. Offensiv nutzt Brockman den Platz zum 14:10, John Stockton trifft den Dreier zum 17:10 – auch eine Trierer Auszeit konnte den Ludwigsburger Run nicht stoppen. Zur ersten Viertelpause stand ein 28:15 für die Hausherren auf der Tafel, zum Viertelende hatte sich das Spiel zwischenzeitlich an die Freiwurflinie verlagert.

Erst die Rückkehr von Chikoko aufs Parkett stabilisierte das Trierer Spiel wieder. Doch es war nicht Chikoko alleine, vor allem Marko Lukovic brachte viel Energie ans offensive Brett, markierte mit einem schönen Floater das 29:19 und zwang John Patrick in die erste Ludwigsburger Auszeit.Der starke Chikoko trat nun auch als Vorbereiter in Erscheinung, wie beim 32:23, als er Stefan Schmidt per Durchstecker bedient – wieder kommt direkt die Auszeit von John Patrick, der sich Sorgen um seinen Vorsprung machte. Die Trierer Zonenpresse hatte zuvor 24 Sekunden gegen die Ludwigsburger Offensive dicht gehalten.

Dann eine Trierer Schrecksekunde: Shawn Huff räumt Vitah Chikoko auf dem Weg zum Korb von hinten ab, die “Hand aus Simbabwe” fällt unsanft auf die Schulter und zieht sich eine schmerzhafte Prellung zu. Chikoko muss wieder auf die Bank, kann aber in der zweiten Halbzeit wieder ins Geschehen eingreifen. Doch Trier hatte den Kampf angenommen, Jermaine Anderson und Anthony Canty brachten mit viel Energie den Ball gegen eine harte Ludwigsburger Ganzfeldpresse nach vorne, offensiv gelangen jetzt die “Big points”. Jermaine Bucknor, Marko Lukovic und Ricky Harris führen Trier auf 39:36 heran. Es ist Shawn Huff per Dreier, der den Halbzeitstand von 42:36 herstellt, Trier hatte den schwierigen Start abgeschüttelt.

Den Elan aus dem zweiten Viertel können die Gäste mit in die zweite Spielhälfte nehmen, es kommt ihnen sicher zugute, dass Jon Brockman, Top-Rebounder der Liga und Autorität an den Brettern kurz vor der Pause verletzt ausgewechselt wurde. Trier kämpft sich jetzt Zug um Zug an Ludwigsburg heran, wieder läuft viel über Lukovic: Ein Assist auf Chikoko, der den krachenden Dunk zum 42:38 abliefert, ein Distanzwurf gegen die zu laxe Defense von DJ Kennedy zum 44:40. Zwei Dreier von Bucknor und ein weiterer Dunking von Chikoko bringen endlich den Ausgleich, Rödls Entscheidung, Chikoko trotz seiner mittlerweile drei Fouls nicht auszuwechseln, hatte sich ausgezahlt. Sogar die Führung kam kurzzeitig zustande, vor dem entscheidenden Durchgang stand es 58:57, die Partie war sperrangelweit offen.

Trier hielt die Intensität oben, noch ein Block von Chikoko und ein Dreier von Adin Vrabac bedeuten das 62:60. Nach gut drei Minuten im letzten Viertel wurde es ein wenig zu intensiv, Tony Canty und Jermaine Bucknor mussten kurz nacheinander mit 5 Fouls vom Feld – das schwächte die TBB merklich. Offensiv wollte jetzt lange nichts gelingen. Beide Teams lassen bis in die Crunchtime hinein minutenlang Punkte liegen, bis Ludwigsburgs Chris McNaughton 47 Sekunden vor Schluss mit dem 70:66 eine Vorentscheidung erzielt. Doch noch war es nicht vorbei, Marko Lukovic schießt Trier wieder auf Tuchfühlung – 70:69, Auszeit, noch zwanzig Sekunden. Trier foult Kennedy, der macht beide Freiwürfe. Wieder Auszeit, die TBB hat noch 18 Sekunden und braucht den Dreier für die Verlängerung. Doch die Ludwigsburger Defense steht, Ricky Harris trifft so nur die Korbanlage.

Ludwigsburg gewinnt 74:69 und klettert so auf Platz 11 der Tabelle, Trier bleibt auf Platz 15.

Henrik Rödl (TBB Trier): “Glückwunsch an Ludwigsburg, das war ein heiß umkämpftes Spiel, am Ende hat Ludwigsburg gut getroffen. Wir hatten gute Chancen, haben dann aber Korbleger daneben gelegt. Ich muss meiner Mannschaft aber ein großes Lob aussprechen, wir sind erst schlecht ins Spiel gekommen, danach haben wir uns reingebissen. Die Einstellung war klasse. Mathis Mönninghoff hat uns natürlich gefehlt. Dazu haben die Foulpropbleme in der Anfangsphase Kraft gekostet, und Bucknors und Cantys fünftes Foul haben das am Ende natürlich nicht unbedingt besser gemacht. Marko Lukovic hat alles gegeben, um Bucknor am Ende auf der vier zu vertreten, er hat ein tolles Spiel gemacht.”

John Patrick (MHP RIESEN Ludwigsburg): „Es war ein hart umkämpftes Spiel und ich denke am Ende waren wir einen Tick glücklicher. Trier hatte auch die Chance das Spiel zu gewinnen, trotzdem bin ich sehr stolz, dass wir trotz schwacher Dreierquote diesen wichtigen Sieg einfahren konnten. Ein besonderes Kompliment geht an Christopher McNaughton, der heute acht ganz wichtige Punkte erzielt und seine Qualität gezeigt hat.“

Für Trier: Harris (14), Canty (4), Dahlem (0), Lukovic (18), Schmidt (3), Chikoko (10), Vrabac (7), Bucknor (9), Kramer (2), Anderson (2).

Rebounds: 36:31.
Zuschauer: 3721.