Keine Pause: Ostermontag nach Frankfurt

Der Spielplan der Beko BBL sieht kaum Feiertagsruhe vor:  bereits am Ostermontag (17:00 Uhr) gastiert die TBB Trier beim Tabellenzwölften FRAPORT SKYLINERS. – “Frankfurt ist immer gut vorbereitet und erarbeitet sich Siegchancen.” Samenas fällt mit Muskelfaserriss in der Wade aus. 

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Bereits am Ostermontag steht für die TBB Trier das nächste Auswärtsspiel  an, der Gegner heißt FRAPORT SKYLINERS. Die Frankfurter unter Coach Gordon Herbert sind derzeit Tabellenzwölfter, also direkter Nachbar der TBB Trier. Nicht zuletzt aufgrund einer ausgeprägten Verletzungsmisere kam in Frankfurt seit Ende letzten Jahres keine wirkliche Konstanz mehr in den Kader:  Topscorer Andy Rautins fehlt nach einer Knöchel-OP bis Ende der Saison, Dane Watts brach sich kürzlich die Nase, bei Jacob Burtschi war es die Bandscheibe, bei Routinier Marius Nolte das Kreuzband, beim vielleicht wichtigsten Frankfurter Quantez Robertson zu Anfang der Saison ein gebrochenes  Wadenbein – nicht nur Trierer Fans wissen, wie schwierig so eine Saison unter solchen Umständen werden kann.

Kein wirkliches Wunder also, dass die SKYLINERS ihre letzten sechs Spiele verloren haben – und ein umso größeres Wunder, dass sie ausgerechnet den dominanten FC Bayern München am 16. März mit 67:62 schlagen konnten. Ein Abend, von dem die SKYLINERS noch lange zehren werden, Ramon Galloway war an diesem Abend mit 20 Punkten bester Frankfurter.

Die SKYLINERS unter ihrem erfahrenen Headcoach Gordon Herbert mussten also aus der Not eine Tugend machen und noch mehr auf den deutschen Nachwuchs setzen, was sie allerdings dieses Jahr sowieso vor hatten. Mit Danilo Barthel, Konstantin Klein, Max Merz und Johannes Voigtmann stellen sie eine starke deutsche Fraktion, vor allem Danilo Barthel ragt mit 11.3 Punkten und 5.1 Rebounds heraus. Barthel war auch im Hinspiel in Trier mit 15 Punkten und 10 Rebounds eine tragende Säule beim 75:85-Auswärtserfolg seiner Mannschaft.

Ein Spiel vor dem Hintergrund vieler Verletzter auf beiden Seiten und eines engen Spielplans also – tritz vieler Widrigkeiten eine interessante Paarung? Auf jeden Fall, sagt TBB-Cotrainer Thomas Päch, der nach er knapoen Heimniederlage gegen Bamberg am Donnerstag wenig Zeit hatte, mit der Mannschaft zu arbeiten: “Wir mussten uns dieses Mal in kürzester Zeit sehr gezielt vorbereiten, das ist allerdings ein Nachteil, den alle Mannschaften haben. Die SKYLINERS haben ähnlich viel Verletzungspech gehabt wie wir, vielleicht sogar noch mehr. Ihre jungen Deutschen machen bisher einen hervorragenden Job, um das aufzufangen. Sie konnten zwar nur zwei aus den letzten 15 Spielen gewinnen, die Niederlagen waren aber immer knapp. Die Mannschaft kämpft, ist gut vorbereitet und erarbeitet sich die Chance zu gewinnen. Sie waren bisher nicht in der Lage, die Früchte ihrer Arbeit zu ernten, das macht sie um so gefährlicher.”

Auf einzelne Spieler möchte Päch dabei nur ungern eingehen:  Es ist der Faktor Teamplay, der bei ihnen die größte Rolle spielt – sie spielen extrem strukturiert und gut zusammen. Danilo Barthel muss man natürlich trotzdem hervorheben, er nutzt die Chance, die sich ihm dieses Jahr geboten hat.”

Auch bei Trier hat das Verletzungspech noch nicht aufgehört: Laurynas Samenas hat sich im Spiel gegen Bamberg nach einem Foul von John Goldsberry einen Muskelfaserriss in der Wade zugezogen. Er muss in Frankfurt auf jeden Fall aussetzen, genaueres klärt sich erst nach einem MRT am Montag.


TBB unterliegt dem Meister knapp mit 63:69

Die TBB Trier verliert eine intensive und hitzige Partie gegen den Deutschen Meister Brose Baskets aus Bamberg mit 63:69 – “Ich bin zufrieden mit dem Einsatz meiner Mannschaft.” – Laurynas Samenas mit Verdacht auf Muskelfaserriss ausgewechselt, Diagnose steht aus.

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Im Fokus des Gründonnerstagsspiels zwischen der TBB Trier und dem Serienmeister, den Brose Baskets aus Bamberg, standen natürlich besonders die jeweiligen Center: Auf Trierer Seite Andi Seiferth, auf Seiten der Gäste Seiferths Vorgänger und ehemaliger Teamkamerad Maik Zirbes, der allerdings zunächst auf die Bank musste. D’or Fischer hatte den Vortritt bekommen, keine ganz schlechte Entscheidung  von Brose-Coach Chris Fleming.  Der international erfahrene Routinier Fischer beendete das Spiel als effektivster Spieler der Partie, nicht zuletzt dank seiner sechs Blocks.

Zunächst beeindruckte das die TBB jedoch wenig. Trier bringt Intensität aufs Parkett, reboundet und verteidigt in den ersten Minuten gut und lässt wenig zu. Schon nach zweieinhalb Minuten Spielzeit und nach einem 4:0 für die TBB zieht Chris Fleming zum ersten Mal die Bremse und nimmt die Auszeit.

Erst zur Mitte des ersten Viertels erwachen die Gäste aus ihrer Starre und ziehen durch schnelle Punkte von Jordan und Gavel auf 6:5 nach. Beide Teams lassen zunächst viel liegen, Trier kann diese Nachlässigkeiten eher abstellen und setzt sich zwei Minuten vor Viertelende mit Dreiern von Laurynas Samenas und Warren Ward sowie einem Fastbreak nach Steal von Trevon Hughes  auf 16:7 ab. Maik Zirbes besorgt auf der Gegenseite den Viertelstand von 16:10 mit einem von zwei Freiwürfen und Punkten nach starkem Offensivrebound – eine Kategorie, die bislang die Gastgeber dominiert hatten.

Bamberg kam besser ins zweite Viertel, zwingt Trier beim Stand von 18:14 in die erste Auszeit, kurz darauf muss Henrik Rödl bereits die zweite nehmen: Jared Jordan mit vier und Jamar Smith mit fünf Punkten zogen das Spiel blitzschnell nach Bamberg. Da blieb es auch zunächst, Bamberg hatte jetzt die Unterlegenheit im Rebound in den Griff bekommen, Trier konnte die Führung vor der Halbzeit nicht mehr zurück erobern. Mit 28:32 ging es in die Kabine, vorher hatten die Unparteiischen noch ein Unsportliches Foul gegen Andi Seiferth gepfiffen, den folgenden Ballbesitz konnte Bamberg allerdings nicht nutzen. Die Leichtigkeit des ersten Viertels schien auf Trierer Seite kurzzeitig verflogen zu sein.

Der Deutsche Meister kam besser aus der großen Pause, es kam die Zeit des D’or Fischer, der sich mit Vitah Chikoko hitzige Duelle am Brett lieferte – und vielleicht nicht alle gewann, aber doch dem Spiel jetzt seinen Stempel aufdrückte. Auf der anderen großen Position zeigte Sharrod Ford seine ganze Klasse, schlussendlich zog Bamberg auf 30:42 davon und profitierte dabei von Trierer Ballverlusten durch gute Verteidigung.

Doch Henrik Rödl hatte in seiner letzten Auszeit beim Stand von 30:40 klare Worte gefunden: Hört auf Euch rumschubsen zu lassen! Seine Männer nahmen sich diese Ansage zu Herzen: Trier fand über Dreier zurück ins Spiel, Stefan Schmidt sichert den Offensivrebound von Jermaine Anderson und markiert das 42:44. Bamberg hat die Chance, sich vor dem letzten Viertel abzusetzen, dann geben die Schiedsrichter Unsportliches Foul gegen Goldsberry an Samenas und ein Technisches Foul gegen die Bamberger Bank: Vier Freiwürfe, von denen die TBB drei verwandelt, zur Viertelpause ist die Partie damit ausgeglichen – 48:48. Die Tür war für Trier wieder offen. Wermutstropfen: Samenas musste nach Goldsberrys Foul ausgewechselt werden, die erste Verdachtsdiagnose “Muskelfaserriss in der Wade” würde bedeuten, dass er länger ausfällt.

Bamberg war weiterhin in der Lage, die Scoring-Last auf viele Schultern zu verteilen, jetzt war es Elias Harris, der mit fünf Punkten für einen guten Start in den Schlussabschnitt sorgte (48:55). In der Defensive sorgte D’or Fischer weiter für klare Verhältnisse, außerdem hatten Anton Gavel und Karsten Tadda die Kreise von Trevon Hughes bis dahin empfindlich eingeschränkt. Mit dieser Mischung hielten die Gäste die TBB auf Abstand.

Es ist Jamar Smith, der schließlich für Bamberg den Unterschied macht: sieben Punkte von Smith und ein Dreier von Gavel bedeuten 32 Sekunden vor Schluss beim Stand von 59:65 so etwas wie die Vorentscheidung. Jermaine Anderson bringt Trier nochmal per Dreier auf 62:65 heran, 23 Sekunden durfte Trier noch hoffen. Doch Henrik Rödls Auszeit-Anweisung, man solle nach Möglichkeit den mäßigen Freiwerfer Rakim Sanders (46%) an die Linie schicken, hatte Chris Fleming in der gleichen Auszeit listig unterwandert: Er hatte Sanders nicht wieder aufs Feld geschickt. Statt dessen foult Trier Jamar Smith, um die Uhr zu stoppen, doch der gibt sich keine Blöße und macht vier von vier zum 63:69-Endstand. D’or Fischer ist es vorbehalten, Trevon Hughes’ letzten Wurf zu blocken.

Trier investierte viel und versuchte alles, hatte aber gegen eine extrem ausgeglichen agierende Bamberger Mannschaft letztlich nicht genug aufzubieten. Die Fans honorieren die Trierer Leistung mit Standing Ovations.

Henrik Rödl (TBB Trier): “Es war ein verdienter Sieg für Chris und sein Team. Gegen Ende des dritten Viertels hatten wir das Momentum auf unserer Seite, mit Leidenschaft, guter Verteidigung und getroffenen Würfen. Im vierten Viertel hatten wir gute Würfe, die wir leider nicht getroffen haben. Bamberg ist, wie Chris gesagt hat, gut mit der Situation umgegangen. Vor allem Jamar Smith war nicht zu halten, immer wenn er frei war, hat er getroffen. Insgesamt waren die Quoten auf beiden Seiten nicht besonders gut, es war eben ein intensiv und leidenschaftlich geführtes Spiel, aber nicht unbedingt auf hohem Niveau. Ich bin zufrieden damit, wie meine Mannschaft gekämpft hat. Laurynas werden wir aufgrund seiner Verletzung wohl für eine Weile verlieren, genaueres kann ich nicht nicht sagen.”

Chris Fleming (TBB Trier): ”Wir wussten, dass das Spiel für uns schwer wird, es ist in Trier immer eine Herausforderung. Henriks junge Mannschaft ist jetzt in einen Lauf gekommen über die letzten Wochen, sie ist auch fitter. Sie spielen auf einem sehr guten Level. Ich glaube, im ersten Viertel waren sie einfach aggressiver, schneller beim Rebound und in den Hustle Plays. Im zweiten Viertel hat unsere zweite Fünf uns Energie gegeben. Wir haben gut gegen Hughes verteidigt, er ist eins der schwierigsten Matchups der Liga. Zufrieden war ich am Ende, als die Jungs cool geblieben sind. Es war ein hitziges Spiel, wir hatten Vorsprung, Trier hat sich zurück gekämpft, wir sind aber gut mit der Emotion umgegangen. Alles Gute für Trier im Rest der Saison.”

Zur Spielstatistik der Beko BBL


Saisonabschluss-Party am 3. Mai auf der Uni

Zum Ausklang der Saison mit den TBB-Stars feiern! – Streetballturnier für Fans und Firmen, inklusiver Wettbewerb der Lebenshilfe und buntes Rahmenprogramm.  - Samstag, 3. Mai, ab 11:00 Uhr, Sport-Campus der Uni Trier.

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Es ist zur guten Tradition geworden, dass die Spieler der TBB Trier gemeinsam mit Fans und Verantwortlichen die Saison ausklingen lassen. In diesem Jahr haben sich die Trierer Bundesliga-Basketballer dafür einen ganz besonderen Ort ausgesucht: Die Sportanlage auf dem Campus der Uni Trier.

Am Samstag, den 3. Mai, ab 11:00 Uhr beginnt dort die große Saisonabschluss-Party mit buntem Rahmenprogramm für die ganze Familie. Ein Highlight der Veranstaltung ist sicher das große 3-on-3 Streetball-Turnier auf der Sportanlage im Grünen, bei dem Fan- und Firmenmannschaften gleichermaßen mitmachen können. Firmen haben dabei die Möglichkeit, gegen eine Spende von 500 Euro einen Teamnamen zu sponsern oder den Namen ihres eigenen Teams zu bestimmen. Die Lebenshilfe Trier, Partner der TBB seit 2012, organisiert zudem einen “Inklusiven Wettbewerb”, bei dem Menschen mit und ohne Beeinträchtigung zusammen Basketball spielen.

Auch um die Basketball-Courts ist für Unterhaltung bestens gesorgt: Die Techniker Krankenkasse, der Gesundheitspartner der TBB Trier, ist mit einem großen Bungee-Trampolin vor Ort, die TBB-Stars werden nicht nur am Spielfeldrand für Autogramme und Smalltalk zur Verfügung stehen, das Immobilienportal athome.de bringt seine Hüpfburg auf den Campus und basketball-stream.de wird live von der Party senden. Dazu gibt es den ganzen Tag über Speisen und Getränke zu familien- und studentenfreundlichen Preisen.

Bildschirmfoto 2014-04-18 um 14.33.48Sebastian Merten, Geschäftsführer der TBB Trier freut sich auf den “Tag im Grünen”: “Die letzten Saisonabschluss-Partys haben immer sehr viel Spaß gemacht, vor allem das Beach-Volleyball-Turnier vor zwei Jahren – letztes Jahr hatten wir ja leider Pech mit dem Wetter. Ich freue mich sehr, dass wir diese Veranstaltung auf dem Uni-Campus durchführen können; natürlich wollen wir damit auch die Trierer Studenten ansprechen, aber nicht zuletzt ist das auch eine richtig schöne Sportanlage.”

Die Veranstaltung wird von der “Aktion Mensch” unterstützt. Die Startgelder aus dem Streetball-Turnier, der Umsatz der Essens- und Getränkestände sowie alle Spenden kommen sowohl der Lebenshilfe Trier als auch dem TBB e.V. zur Förderung der TBB-Nachwuchsarbeit zu Gute.

Anmeldeformular zum inklusiven Wettbewerb – DOWNLOAD (.pdf)
Anmeldeformular zum Streetball-Turnier – DOWNLOAD (.pdf)

 


Der Fels an der Linie

Jermaine Anderson ist laut Beko BBL-Statistik aktuell der beste Freiwerfer auf deutschem Boden. Grund für ein Gespräch über Zahlen und ihre Wichtigkeit – und warum Training manchmal länger dauert.

Einmal fürs Foto, bitte: Der beste Freiwerfer der Beko BBL zeigt, wie's gemacht wird.

Einmal fürs Foto, bitte: Der beste Freiwerfer der Beko BBL zeigt, wie’s gemacht wird.

 

„Rock“ Anderson wohnt gleich gegenüber. Der 31-jährige Point Guard der TBB Trier willigt daher direkt ein, als ich ihn frage, ob er sich an seinem freien Vormittag vor dem nächsten Heimspiel gegen seinen ex-ex-ex-Club Bamberg mit mir in der Arena Trier treffen könne – ich wolle mich mit ihm unterhalten. Außerdem ist Jermaine Musterprofi und erfüllt der Presseabteilung solche Wünsche gern.

Und ich? Ich bin zwar nicht ganz so statistikfixiert wie manche meiner Kollegen (ich zitiere, namenlos: „Es kann nicht genug Zahlen geben!“), finde aber dennoch: Wenn man schon mit der Nase auf eine interessante Kategorie im täglichen Zahlensalat der Beko BBL-Saison gestoßen wird, und zudem noch die Gelegenheit hat, sich mit dem Spitzenreiter in dieser Kategorie über seine Lieblingsdisziplin zu unterhalten, sollte man das tun.

Jermaine Anderson hat am vergangenen Wochenende ein richtig starkes Spiel gegen den MBC damit gekrönt, dass er 12/12 Versuche von der Freiwurflinie versenkt hat. Seine Quote liegt bei 96.4%. Das ist Ligaspitze, sieht man von den sehr anständigen 9/9 ab, die Basti Doreth im Artland bisher abgeliefert hat. Die sind allerdings statistisch nicht wirklich signifikant – Rock hat fast zehn mal so viele voll. Und so lautet unser Gesprächsthema an diesem Mittwoch: Freiwürfe.

Kurz nach zwölf treffen wir uns in der außer uns heute menschenleeren Nebenhalle der Arena Trier – es sind Osterferien, Schulsport ist heute nicht; ein Ball liegt in der Ecke, so dass ich Jermaine später bitten werde, das Besprochene zu verdeutlichen.

Glückwunsch zur starken Quote in Weißenfels. Wie wichtig sind Freiwürfe für Dein Spiel?

“Freiwürfe sind für jeden wichtig. Es fällt im Spiel vielleicht nicht immer auf, aber sie beeinflussen den Verlauf eines Spiel stark. Aus der kanadischen Nationalmannschaft habe ich die „180-Regel“ übernommen – man sollte als Spieler bei Zweiern, Dreiern und Freiwürfen Prozentwerte erreichen, die zusammengezählt 180 oder mehr ergeben. Das ist mein Ziel, und da spielen die Freiwürfe eine große Rolle. Man trifft zum Beispiel 50% Zweier, 40% Dreier und dann eben 90% Freiwürfe, dann kommt man auf 180. Wobei ich zugeben muss, dass ich die 50% Zweier nie ganz geschafft habe, die anderen beiden waren okay – vielleicht muss ich mal meine Sicht der Dinge etwas ändern… (lacht).

Aber aus der Nationalmannschaft kommt auch meine Einstellung, dass ich mehr auf Prozente schaue, als auf absolute Punkte. Viele schauen auf ihre Statistik und sehen die Anzahl der Punkte oder der Assists. Das statistisch wichtige, was Dich zu einem guten Spieler macht, sind aber Effizienz und Prozente.”

Der Blick in die Statistik zeigt: Im Moment ist Rock bei 172,3. Und er irrt sich: In seinem ersten Jahr in der Beko BBL in Tübingen kam er auf gigantische 192,4, dort hatte er  weit über 50% aus dem Zweipunkt-Land – allerdings in nur 15 Spielen und im Jahr 2008. Die Zeiten ändern sich – und mit ihnen das Spiel.

Als bester Freiwerfer kriegst Du den Ball in die Hand, wenn’s eng wird – zumindest sollte das so sein. Inwiefern hat diese Verantwortung Dein Spiel beeinflusst?

“Das ist nunmal die Aufgabe eines Aufbauspielers, erst recht wenn der Gegner versucht die Uhr anzuhalten oder zurück ins Spiel zu kommen. Wenn ich den Ball kriegen kann und die Freiwürfe treffe, kann ich das verhindern. Das ist wichtig für’s Team, also macht man das.”

Gibt es irgendein Ritual, das Du an der Linie machst oder machen musst?

“Ich versuche natürlich schon, immer das Gleiche zu machen – ich dribble dreimal, ich lasse den Ball einmal durch die Finger laufen, ich dribble nochmal, ich atme einmal tief ein und aus, damit mein Puls runtergeht. Und bete noch schnell, dass der Schuss reingeht.”

Bist Du sauer, wenn er nicht reingeht? Oder trauerst Deiner Bilanz hinterher?

“Ich wusste meine aktuelle Bilanz gar nicht, bis Du sie mir gesagt hast – jetzt ärgere ich mich natürlich über die drei, die unterwegs irgendwo liegen geblieben sind (lacht). Ich habe die Angewohnheit, mich erst nach der Saison mit der Gesamtstatistik zu beschäftigen. Ich schaue mir natürlich nach dem Spiel den Box Score durch, um zu sehen, wie’s war, wo ich Fehler gemacht habe. Aber das große Ganze interessiert mich während der Saison nicht.”

Hätte ich also besser nichts gesagt…

“Schon okay – wenn ich jetzt daneben werfe, kann ich sagen, es wäre Deine Schuld…”

Im statistisch relevanten „Club der Neunziger“ sind außer Anderson noch Vojdan Stojanovski (ALBA BERLIN, 93.3%), Heiko Schaffartzik (FCBB, 90.7%), Larry Gordon (Phoenix Hagen, 90.6%), Nikita Khartchenkov (Phoenix Hagen, 90.5%) und Bryce Taylor (FCBB, 90,0%). Besondere Erwähnung: Jan Möhring (Bochum) schießt in der Pro B aktuell 29/30 oder 96.7%.

Was ist die beste Methode um Freiwürfe zu trainieren?

“Meiner Meinung nach muss man das trainieren, wenn man müde ist, wenn man viel gelaufen ist oder generell einen hohen Puls hat. Dann wird’s realistisch, wie im Spiel eben – dann schlägt Dein Herz auch. Du musst Wege finden, den Freiwurf trotzdem zu treffen, auch wenn Dein Herz bis zum Hals schlägt.”

Während Jermaine für ein paar schnelle Handyfotos an die Linie geht, frage ich ihn, ob er ungefähr überschlagen könne, wie viele Freiwürfe er insgesamt, jemals, genommen hat. In acht Jahren Profitum plus vier Jahren College kommt schließlich einiges zusammen. Die Antwort überrascht nicht: „Wahrscheinlich Millionen.“ Und das auch wegen einer seiner Trainingsmethoden: „Manchmal schieße ich solange, bis der erste daneben geht. Wenn ich gut drauf bin, kann das lange gehen.“ – Und wenn nicht? – „Dann werfe ich einmal und gehe nach Hause.“

Während wir reden, hat Rock neun mal geworfen und getroffen. Aufs Stichwort „nach Hause“ geht der zehnte Wurf daneben. Man könnte Absicht vermuten, weil draußen die Sonne scheint. Aber so einer ist Anderson nicht. Im Gegenteil.

- Interview: Tom Rüdell.


TBB Trier empfängt Deutschen Meister

TBB Trier vor schwierigem Heimspiel gegen die Brose Baskets aus Bamberg, Donnerstag, 17. April, 20:00 Uhr – “Wir brauchen unser bestes Spiel!” – Liveübertragung ab 19:30 Uhr auf www.tbb-trier.de/livestream. – Ticketpaket “B GREEN” gilt noch bis Donnerstag! 

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„Serienmeister“ ist ein Attribut, das nicht genau definiert ist – landläufig sollte die „Serie“ wohl erst bei drei Meisterschaften anfangen (zwei sind „nur“ eine Titelverteidigung). Und Meisterschaftsserien sind in der Liga nicht mehr ganz so extrem wie damals, als der Meister von 1990 bis 2003 entweder Bayer Leverkusen (insgesamt 14 Meisterschaften, von 1990 bis 1996 sieben in Serie) oder ALBA BERLIN hieß (acht Mal insgesamt, davon sieben in Serie von 1997 bis 2003, alle mit Henrik Rödl).

Danach schien es sich ganz oben zunächst etwas ausgeglichener zu verteilen – bis 2010 die Brose Baskets ihre Serie begannen. Vier Meisterschaften am Stück von 2010 bis 2013 bringen die Franken in die Rechnung mit ein, in den ersten drei Jahren gelang dazu noch das Double aus Meisterschaft und Pokalsieg. Die Brose Baskets aus Bamberg sind so in den letzten Jahren zum Maß der Dinge im deutschen Basketball geworden – ein Prädikat, das ihnen zum Beispiel der FC Bayern München mittelfristig gerne streitig machen würde.

Einen wichtigen Schritt dahin haben die Bayern am vergangenen Samstag getan: Mit 75:76 gewannen sie in der Bamberger Brose Arena und sicherten so die Tabellenführung gegen den Deutschen Meister, der damit weiter auf Platz zwei liegt – das Prestigeduell mitten im Playoff-Rennen ging an den Herausforderer.

Doch das sind Randerscheinungen, die Chancen auf die fünfte Bamberger Meisterschaft in Folge stehen so schlecht nicht: Die Brose Baskets haben bisher erst fünf Niederlagen kassiert (darunter zweimal gegen München) und zeigen sich im Saisonverlauf gewohnt stabil; eine Serie von zehn Siegen wurde Mitte März erst von ex-Serienmeister ALBA BERLIN gestoppt.

Baskets-Coach Chris Fleming bedient sich dabei eines Kaders, mit dem die „Große Fünf“ ohne weiteres möglich scheint: Tief, athletisch, international erfahren – und über die Saison mit einigen Neuzugängen angereichert. Topscorer und Publikumsliebling ist nach wie vor Anton Gavel, der aktuell 12.8 Punkte und 3.7 Assists markiert. Dicht auf Gavels Fersen ist der erste Anwärter für den „Transfer des Jahres“: Elias Harris, deutscher Nationalspieler und Absolvent des renommierten Gonzaga College, kam Mitte Dezember von der absoluten Topadresse Los Angeles Lakers an die Regnitz, wo er im Moment mit einer Dreierquote von 44,4% und 11.4 Punkten im Schnitt überzeugt.

Getoppt wird der Harris-Wechsel allerdings noch von einem Transfer innerhalb der Liga: Nach der Trennung von Point Guard Zack Wright verpflichteten die Brose Baskets niemand Geringeren als Jared Jordan von den Telekom Baskets Bonn – nicht nur in den Augen von TBB-Coach Henrik Rödl ist er der beste Point Guard der Beko BBL, sieben Assists im Schnitt belegen das auch bei Jordans neuem Arbeitgeber überdeutlich. Gegen die Artland Dragons waren es gar 13, allerdings blieb er gegen ALBA BERLIN für seine Verhältnisse blass. Auch Center D’Or Fischer ist ein Neuzugang, der international erfahrene Routinier ist mit 67,2% aus dem Feld, 6.3 Rebounds und knapp 11 Punkten der effizienteste Bamberger (16.9). Ihm zur Seite steht am Brett ein alter Bekannter: Maik Zirbes, der Mann von der Mosel, der in Trier unter Josip Bosnjak und Henrik Rödl erst vom NBBL-Talent zum Nationalspieler reifte, um dann zum Deutschen Meister und Euroleague-Teilnehmer Bamberg zu wechseln – mit 17:48 Minuten und immerhin 8.6 Punkten im Schnitt.

Neben vielen Neu-Bambergern gehören John Goldsberry, Casey Jacobsen und Karsten Tadda an der Regnitz mittlerweile zum Inventar, vor allem Jacobsen ist bekannt dafür, die „big points“ zu machen.

Im Hinspiel Ende November verkaufte die TBB sich teuer, war damals zum ersten Mal seit der Vorbereitung fast komplett und unterlag am Ende nach großem Kampf nur knapp mit 94:88. Jermaine Bucknor mit 16 und Laurynas Samenas mit 17 Punkten trugen die TBB in der Brose Arena.

Es wird für die Gastgeber am Gründonnerstag vieles richtig laufen müssen, um gegen den Meister zu bestehen, der auf gutem Weg ist, die fünfte Meisterschaft in Folge einzufahren – unmöglich ist es nach zwei wichtigen Trierer Siegen aber nicht. Henrik Rödl ist, wie so oft, Realist: “Bamberg ist Serienmeister, hat nach wie vor einen unglaublichen Kader. Für uns ist das eine schwere Aufgabe, das weiß hier auch jeder. Aber eben auch eine besondere Gelegenheit, wir spielen im Moment ganz anständig. Und wir müssen ein ganz besonderes Spiel abrufen, mit Unterstützung unserer Fans, damit hier was möglich ist.” Rödl kann für dieses besondere Spiel aus dem Vollen schöpfen, Jermaine Bucknor ist nach muskulären Problemen im Oberschenkel seit Montag wieder im Training.

basketball-stream.de überträgt die Partie live auf www.tbb-trier.de/livestream (Sendebeginn 19:30 Uhr). Es kommentieren Tom Rüdell (TBB Trier) und Thorsten Vogt (Brose Baskets TV).

Die Arena öffnet um 18:00 Uhr, Tickets gibt es unter der Hotline 0651-9790777, online unter tbb.trier.de/tickets sowie bei allen VVK-Stellen von Ticket Regional. Bitte beachten: Der Ticketverkauf der TBB Trier befindet sich noch wie gehabt am Fort-Worth-Platz 1! Vergünstigte Tickets im Paketpreis enthält das Ticketpaket “B GREEN – Sei grün” – alle Infos dazu auf www.mirsinntrier.de!

 


“B GREEN! – Sei grün!” geht in die Verlängerung!

Das “B GREEN” Fanpaket für die drei letzten Heimspiele: Wer seine Tickets für die Spiele gegen Bamberg, Berlin und Ulm auf einmal kauft, spart richtig Geld  - und bekommt noch einen Schal dazu!

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Die Saison neigt sich dem Ende zu, ganz vorbei ist sie aber noch nicht: Drei Heimspiele stehen für die TBB Trier noch auf dem Plan, und die haben es durchaus in sich: Am 17.April, ausgerechnet dem “Gründonnerstag”, gastiert mit den Brose Baskets der amtierende Deutsche Meister in der Arena; mit dabei natürlich auch der Ex-Trierer Maik Zirbes. Schon eine Woche später, am 25.April, kommt ein weiterer Publikumsmagnet an die Mosel: ALBA BERLIN. Und zum guten Schluss gibt am 1. Mai, dem letzten Spieltag der Hauptrunde, ratiopharm ulm seine Visitenkarte ab.

Für die letzten drei Heimspiele geht die Ticket-Rabattaktion “B GREEN – Sei grün!” in die Verlängerung. Wer seine Eintrittskarten für alle drei Spiele zusammen kauft, spart bares Geld und erhält obendrauf noch einen Fanschal dazu – mit insgesamt über 30% Rabatt gegenüber dem Gesamtpaket. Die Aktion gilt für Tickets in der Kategorie 4 und ist kombinierbar mit allen Rabattstufen, auch Familientickets.

Konkret bedeutet das zum Beispiel:
Drei Einzeltickets ohne Ermäßigungen als “B GREEN”-Paket  inkl. Schal kosten nur 49 Euro statt einzeln 70,40 Euro.
Drei Einzeltickets ermäßigt als ”B GREEN”-Paket  inkl. Schal kosten nur 39 Euro statt einzeln 57,40 Euro.
Drei Tickets “Jugendliche” als ”B GREEN”-Paket  inkl. Schal kosten nur 29 Euro statt einzeln 48,40 Euro.

Familienticket: 2 Erwachsene und 2 Kinder als “B GREEN”-Paket inkl. 4 Schals kosten nur 139 Euro statt regulär 212,40 Euro.
(Auch die anderen Familienpakete sind buchbar!)

Das Fanpaket “B GREEN – die zweite” ist bis zum 17. April (Gründonnerstag!)  in der Geschäftsstelle der TBB Trier erhältlich.


MBC vs. TBB: Presseschau vom 14.04

Mit 80:84 gewinnt das Team von Henrik Rödl sein Auswärtsspiel beim Tabellenachten Mitteldeutscher BC. Damit schlägt die TBB nach Bonn den zweiten Playoff-Kandidaten in Folge. Hier kommt die Presseschau zum Spiel inklusive den Highlights von basketball-stream.de und Twitter-Rückblick.

 

Der Trierische Volksfreund schreibt: Dickes Polster, dünner Sieg “TBB-Coach Henrik Rödl hatte nach dem mit viel Schweiß und Adrenalin verbundenen Arbeitstag am Samstag allen Grund, beide Mannschaften zu loben: Denn immerhin hatte seine Truppe die “Mannschaft des Jahres” in deren Heimstatt bezwungen. Drei Komponenten waren entscheidend dafür, dass die Gäste lange Zeit dominierten und sogar mit einer 14-Punkte-Führung (68:54) ins letzte Viertel starteten: Ein umsichtiger und nie auszurechnender Anderson, eine hundertprozentige Freiwurf-Ausbeute (18 von 18) und ein starker Beginn mit Dreiern von Samenas, Mönninghoff und Hughes, die die Gastgeber offensichtlich so nicht erwartet hatten.”

16vor.de zitiert den Headchoach des MBC, Silvano Poropat: Trier ist ein beschissener Gegner für uns “Trier startete gut, legte im ersten Viertel eine 18:10-Führung vor (7. Minute). Doch dann drehte der MBC plötzlich auf und sorgte mit einem 12:0-Lauf für das Zwischenresultat von 22:18 zur ersten kurzen Pause (10.). Das brachte Trier allerdings nicht aus der Ruhe. “Das ist Basketball, das ist wie Swing, das geht immer auf und ab”, kommentierte Anderson diese Schwächephase gelassen. Bis auf 32:23 enteilten die Wölfe aus Sachsen-Anhalt Mitte des zweiten Durchgangs. Doch weiter sollten sie nicht kommen. Denn kurz darauf gelang Trier selbst eine 12:0-Serie zum 38:34 (17.). Zwei Punkte Vorsprung nahmen die Gäste schließlich mit in die zweite Halbzeit (43:45).”

 

lokalo.de gibt sich optimistisch für die anstehende Partie am Donnerstag: Sieg in Weißenfels – Der Meister kann kommen “Die Gäste von der Mosel waren es dann auch, die besser aus der Kabine kamen. Trier blieb die spielbestimmende Mannschaft und konnte sich erstmals zweistellig absetzen. Keineswegs eine Vorentscheidung, wie der bisherige Spielverlauf schon verriet. Trier war im dritten Viertel einfach wacher und ein toller Alley-Oop von Hughes auf Chikoko zeigte die Spielfreude auf Seiten der Trierer. Auch von der Freiwurflinie gaben sich Anderson und Co. keine Blöße – bis in die entscheidende Phase sollte man sogar fehlerlos vom sogenannten “Charity Stripe” bleiben.”

5vier.de berichtet: TBB zähmt die Wölfe aus Weißenfels “Jetzt wurde es dramatisch: zuerst wurde Stefan Schmidt beim Stand von 80:82 gefoult. Der TBB-Center schritt zur Freiwurflinie und vergab beide Versuche, doch Hughes war zur Stelle, sammelte den Rebound, wurde dabei gefoult, ging zur Linie und verwandelte beide Würfe zum 80:84, noch vier Sekunden auf der Uhr. Jermaine Anderson präsentierte sich hellwach und ergatterte den Ball und damit stand die Entscheidung fest: Trier hat das zweite Spiel in Folge gegen einen Playoff-Anwärter gewonnen.Nach der Rückreise an die Mosel trifft die TBB am kommenden Donnerstag in der Arena auf den amtierenden Meister Baskets Bamberg. Ein weiterer Playoff-Kandidat…”


Nix für schwache Nerven: 80:84 beim MBC!

Die TBB Trier behält in einem absoluten Basketballkrimi in den letzten Sekunden die Nerven und fährt am Ende die Früchte einer ganz starken Anfangsphase ein: Mit 80:84 gewinnt das Team von Henrik Rödl sein Auswärtsspiel beim Tabellenachten Mitteldeutscher BC. Damit schlägt die TBB nach Bonn den zweiten Playoff-Kandidaten in Folge. – “Dass es knapp wurde, war nicht überraschend für uns – der MBC ist für mich, wie im letzten Jahr, die Mannschaft des Jahres!” – Herausragend: Jermaine Anderson mit 23 Punkten und Trevon Hughes mit 14 Punkten, 7 Assists, 7 Rebounds und 6 Steals. 

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Silvano Poropat ist ein höflicher Mann deutlicher Worte. Und er hat einen feinen Humor. Als der Headcoach des Mitteldeutschen Basketball Clubs  in der obligatorischen Pressekonferenz sagte, dass Trier ein “beschissener Gegner für uns” sei, wusste jeder im Raum, dass das keine Beleidigung sondern höchstes Lob war – erst recht, als er hinterher schob “weil wir fast immer gegen die verlieren”. Auch sein Kollege Rödl sparte nicht mit Lob, der MBC sei für ihn “die Mannschaft des Jahres” sagte der Trierer Coach, und das sicher nicht nur wegen des heutigen Spiels – seine Männer hatten im letzten Viertel schwer arbeiten müssen, um ihren verdienten Auswärtssieg festzuhalten.

Trier startete nahezu perfekt in die Partie: Laurynas Samenas macht mit einem Dreipunktspiel aus dem Fastbreak und einem Dreier sechs schnelle Punkte in Folge zum 3:8, dann findet Trevon Hughes mit dem wunderschönen Kick-Out-Pass im letzten Moment Mathis Mönninghoff, der trifft den Dreier zum 6:11- Poropat musste zähneknirschend schon nach knapp drei Minuten seine erste Auszeit opfern. Die half erstmal nichts, der MBC agierte nervös, ließ sich von Hughes und Samenas in der Zone schwindelig spielen (5:13) und beging anschließend drei Fouls in weniger als 10 Sekunden (Pantelic, Kovacevic, Cuffee) – ausbaufähig. Jermaine Anderson, der am heutigen Abend seinem Ruf als bester Freiwurfschütze der Liga alle Ehre machte, verwandelte drei von drei, die TBB führte mit 10:18 komfortabel. Dann war, aus Sicht der Gäste, Schluss mit lustig: Ein Unsportliches Foul von Warren Ward an Marcus Hatten bedeutete beim Stand von 14:18 einen ersten Wendepunkt der Partie. Die Wölfe waren jetzt wach und legten unter unermüdlicher Führung von Marcus Hatten einen 12:0-Lauf aufs Parkett, der bis zum Viertelende anhielt und den Hausherren eine 22:18-Führung bescherte.

Es entwickelte sich der berühmte offene Schlagabtausch, Anderson wirbelte in der Weißenfelser Zone und holte die Führung zurück (22:23), die Wölfe suchten und fanden ihr Heil im Dreipunktwurf und machten aus drei Würfen von Schwarz und Pantelic insgesamt zehn Punkte (32:23). Dazwischen: viele Emotionen auf dem Parkett und unter den 2530 Zuschauern. Trier behielt die Nerven und spielte “Jetzt erst recht!” – Trevon Hughes führte die Mannschaft umsichtig zurück zu einer 35:41-Führung, gab dabei Vorlagen für Chikoko, Samenas und Anderson oder traf selbst. Die Führung hielt bis in die Halbzeit, auch wenn der MBC noch einmal aufkam, mit einem knappen 43:45 ging es in die Pause.

Die Gäste steigerten die Intensität im dritten Viertel deutlich, zeigten den Wölfen ganz klar die Richtung an und spielten dabei auch noch schönen Basketball. Andi Seiferth nutzte seine Beweglichkeit gegen Jordje Pantelic zum 45:49, Laurynas Samenas mit dem nächsten Dreier zum 45:52. Anderson und Hughes gaben sich keine Blöße an der Freiwurflinie, überhaupt blieb die Quote bis in die letzte Minute fehlerlos. Beim 52:62 schließlich eine der schönsten Aktionen des Spiels: Trevon Hughes spielt einen Traumpass von der Seite über Ringniveau auf Vitalis Chikoko, der wiederum scheint der einzige zu sein, der die Idee dahinter versteht – endlich ist die Führung zweistellig, vor dem letzten Viertel steht es 54:64.

Bis auf 14 Punkte zog die TBB Trier im letzten Viertel weg (54:68). Dann ging ein Ruck durch die Gastgeber, und die machten jetzt alles, was ein Team tun muss, um ein Spiel zu drehen: Sie trafen ihre Freiwürfe, sie machten früh Druck und erzwangen einen Acht-Sekunden-Pfiff gegen Trier, sie gewannen das vielzitierte Momentum. Trier bemüht sich nach Kräften, den Vorsprung zweistellig zu halten, muss aber schon vier Minuten vor Ende auf Mathis Mönninghoff und Andi Seiferth (jeder fünf Fouls) verzichten. Nach zwei Dreiern von Malte Schwarz und Hrvoje Kovacevic drohte den Gästen die bis dahin sicher geglaubte Partie aus der Hand zu rutschen. Die Uhr tickt unerbittlich, der MBC macht Druck, der Vorsprung schmilzt auf 76:80 bei 45 Sekunden Restzeit. Nach einem weiteren Dreier von Hatten und einem Freiwurf steht die Partie endgültig auf Messers Schneide: 80:82 und noch 5 Sekunden. Die TBB braucht Nerven – und hat sie in Gestalt von Trevon Hughes, der sich erst einen ganz wichtigen Offensivrebound schnappt und dann zwei Freiwürfe sicher verwandelt. Das reicht aus, Trier gewinnt 80:84 beim Tabellenachten MBC und klettert damit (voraussichtlich bis zum Ende des Spieltags) auf Platz 11.

Henrik Rödl (TBB Trier) : “Ich bin natürlich froh über den Sieg, wir knüpfen an die Leistung der letzten Wochen an. Es war am Ende noch einmal knapp, aber auch das ist nichts Ungewöhnliches, dass der MBC kämpft. Für mich ist der MBC letztes und dieses Jahr die Mannschaft des Jahres, Silvano Coach des Jahres, es ist phänomenal, was sie hier machen. Für uns geht es im Moment darum, die Dinge so umzusetzen die wir machen wollen und dass wir so aussehen, wie wir aussehen wollen. Wir haben gut verteidigt, am Ende haben die Nerven an der Freiwurflinie gehalten, genug um das Spiel zu gewinnen.”

Silvano Poropat (Mitteldeutscher BC): “Glückwunsch an die Gäste, ein verdienter Sieg. Für uns ist Trier ein beschissener Gegner, weil wir fast immer gegen sie verlieren. Wir mögen es nicht zu verlieren, heute zu verlieren. Aber letztendlich hat man Trier über 40 Minuten gesehen, heute waren sie das bessere Team, das muss man anerkennen. Ich denke sie hatten nichts zu verlieren und waren befreit. Bei uns war es andersherum, Trier hatte zu Beginn deutlich mehr Intensität. Durch Riesenkampf haben wir das Spiel gedreht, aber dann kamen die Unkonzentriertheiten. Das darf nicht passieren. Trier kam wieder ins Spiel, ab der zweiten Halbzeit hatte Trier uns im Griff. Wir haben viel probiert und mit einem riesigen Aufwand wie einer Presse, am Ende haben wir damit gewisse Ergebnisse erreicht, aber das war auch zu spät und wäre unverdient.”

 


Umgestaltung der „Bitburger Fan-Zone“

Abstimmung auf Facebook: Wer sind die TBB-Allstars der letzten 25 Jahre?  - Drei Gewinnerporträts schmücken künftig die Fanzone zwischen den Blöcken N und O.

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Die beliebte „Fan-Zone“ in der Arena zwischen Block O und Block N wird umgestaltet. Möglich gemacht wird dies durch die Unterstützung unseres Premium-Partners Bitburger. Für das Design ist allerdings jemand anderes zuständig, nämlich IHR!

Wir haben eine Facebook-Aktion gestartet, bei der Ihr aus 15 Spielern der letzten fünfundzwanzig Jahre TBB-Geschichte Eure Lieblingsspieler wählen könnt. Die drei Spieler mit den meisten „Gefällt mir“-Angaben werden schließlich auf der Wand an der Fan-Zone in der Arena Trier zu sehen sein.

Zur Wahl stehen: Sergei Babkov (1992-1994); Frank Baum (1994-2001); Sascha Belostennyj (1991-1994); Carl Brown (1993-2003); Jermaine Bucknor (seit 2012); Chris Copeland (2008-2010); James Gillingham (2004-2010); Dru Joyce (2010-2012); BJ McKie (2003-2005); Nate Linhart (2011-2013); James Marsh (1986-1990, 1991-2006); Andi Seiferth (seit 2011); Bernard Thompson (1994-1995, 1996-2001); Maik Zirbes (2007-2012); Philip Zwiener (2010-2012). Die Aktion läuft bis Dienstag den 15. April, damit sie rechtzeitig zum Klassiker gegen ALBA BERLIN am 25.April im neuen Glanz erstrahlen kann. Also macht mit und zeigt, wer Eure TBB-Allstars sind!

HIER geht es zur Aktion.


Als Fan zu Gast bei Wölfen: TBB beim MBC

TBB Trier reist am Wochenende zum nächsten Auswärtsspiel gegen den Mitteldeutschen BC nach Weißenfels – Tip Off: Samstag, 12. April, 19:30 Uhr – “Eine leidenschaftliche Mannschaft mit einem sehr guten Trainer – das wird eine richtig schwere Auswärtsaufgabe für uns!” – Wiedersehen mit ex-Trierer Oliver Clay.

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Im April geht’s Schlag auf Schlag: drei Heimspiele und drei Auswärtsspiele hat die TBB Trier in den letzten 21 Tagen bis Saisonende noch zu bestreiten – viel Zeit zum Ausruhen bleibt da nach dem letzten knappen Heimsieg gegen Bonn (75:71) nicht. Bereits am Freitag geht die Reise ins Burgenland nach Sachsen-Anhalt – hier wartet seit dem Wiederaufstieg 2012 der Mitteldeutsche BC auf die TBB Trier. Die “Wölfe aus Weißenfels”sind traditionell ein unangenehmer Gegner, daran hat sich auch diese Saison nichts geändert. Mit sieben Siegen aus den letzten zehn Partien (darunter Braunschweig, Oldenburg und Ludwigsburg) stehen die Gastgeber aktuell auf Platz acht der Tabelle und haben im Rennen um die Playoffs ein gewichtiges Wörtchen mit zu reden – eine beeindruckende Leistung, wenn man den schmalen Etat der Wölfe bedenkt, deren Budget sicher keinem einstelligen Tabellenplatz entspricht.

MBC-Headcoach Silvano Poropat hat trotz dieser Beschränkung ein  schlagkräftiges Team geformt, aus dem vier Spieler heraus ragen: Mit Angelo Caloiaro stellt der MBC den effizientesten Spieler der Liga; der bewegliche US-Italiener (oder Italo-Amerikaner) auf der Power Forward-Position kommt auf 17.9 Effizienzpunkte – ein Traumwert, der sich unter anderem aus 14.3 Punkten, 7.1 Rebounds und einer Trefferquote von über 50% aus dem Feld zusammensetzt. Point Guard Adonte Parker, aus der ProB in die Beko BBL “hochgesprungen” kommt im Schnitt auf 14.2 Punkte, die er seiner Schnelligkeit verdankt – darunter leiden ein wenig die Assists, nur zwei Vorlagen sind wenig für einen “reinen Einser”. Sein Teamkollege Marcus Hatten kann diese Lücke füllen. Der 33jährige Routinier war im November zu den Wölfen gestoßen, verteilt starke 4.7  Assists im Schnitt und markiert 13.3 Punkte selbst. Der Vierte im  Bunde derer, die für den MBC zweistellig scoren, ist Michael Cuffee, von den Wölfe-Fans gerade erst zum “Beko BBL Top Performer” des Monats März gekürt. Die Zahlen geben ihnen recht: Cuffee verpasste wegen einer Sprunggelenksverletzung insgesamt neun Spiele, ist mittlerweile aber mit 13.5 Punkten wieder voll da.

Keinesfalls unter ferner liefen zu nennen sind Spieler wie Hrvoje Kovacevic (zweimal Meister mit Cibona Zagreb), Martins Meiers (Center des lettischen Nationalteams) und Djordje Pantelic (den das BIG-Magazin unumwunden “Balkan-Ensminger” nennt und im nächsten Satz das Wort “Drecksarbeit” verwendet). Für die TBB gibt es ein Wiedersehen mit Oli Clay. Der mittlerweile 26jährige Berliner ging 2010/11 unter Henrik Rödl in Trier seine ersten Profi-Schritte und spielte dann zwei Jahre in Würzburg, bevor er nach Weißenfels wechselte. Nach langer Verletzungspause kommt Clay mittlerweile allerdings nur auf knapp zehn Minuten.

Unterm Strich ist das, wieder einmal, eine Mannschaft ohne große Namen aber mit Biss, Talent und Disziplin. TBB-Headcoach Henrik Rödl und sein Assistent Thomas Päch outen sich, ebenfalls zum wiederholten Mal, denn auch als MBC-Fans: “Es ist mittlerweile keine Überraschung mehr, dass der MBC weiter oben mitspielen kann. Sie bauen auf dem auf, was sie sich letztes Jahr erarbeitet haben. Ich halte sehr viel von Silvano Poropat, das ist ein unglaublich guter Trainer. Die Wölfe spielen einen leidenschaftlichen Basketball, der mir sehr gut gefällt. Das wird mal wieder richtig schwer.”, so Rödl.

Thomas Päch sieht das ähnlich wie sein Chef: “Mir persönlich macht der MBC großen Spaß beim Zuschauen – sie sind diszipliniert, kennen ihre Stärken, spielen physisch. Wir hatten dort immer knappe und intensive Spiele, ich denke, das wird auch dieses Jahr wieder der Fall sein. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg im Playoff-Rennen – aber nicht gerade am Samstag.”

Die TBB Trier fährt am Freitagmittag nach Weißenfels, Tip Off in der Stadthalle Weißenfels ist am Samstag um 19:30 Uhr.