Sensation: TBB schlägt Oldenburg mit 60:80

Die TBB Trier meldet sich mit einer überragenden Leistung zurück in der Beko BBL. Nachdem die TBB AG am Freitag Insolvenzantrag stellen musste, gewann das Trierer Team in Oldenburg mit 60:80. Es ist der höchste Sieg der Saison. Vitalis Chikoko kam auf 17 Punkte und 9 Rebounds, Jermaine Bucknor erzielte 16 Punkte und 9 Rebounds.

Henrik Oldenburg HP Titel

Riesiger Rückhalt kam seit der Hiobsbotschaft am Freitag aus ganz Basketball-Deutschland: “Die TBB Trier gehört in die Beko BBL”, so der Tenor. Deshalb auch hier nochmal die wichtige Nachricht: Die TBB plant fest, die Saison zu Ende zu spielen. Die Mannschaft hat einstimmig entschieden, weiterzumachen, der vorläufige Insolvenzverwalter Prof. Schmidt geht davon aus, dass die Finanzierung bis Saisonende sichergestellt ist; oberstes Ziel, das machte Prof. Schmidt deutlich klar, ist die Rettung der TBB AG.

Dennoch fühlte es sich natürlich ganz anders an, als ein „normales“ Ligaspiel. „Auf dem Feld sind Basketballer frei“, hatte Henrik Rödl vor der Partie gesagt. Ganz befreit startete daher Laurynas Samenas, der im ersten Angriff einen Dreier aus der Ecke versenkte. Mönninghoff mit dem Zweier, Chikoko traf mit Foul und Bonusfreiwurf, 2:8. Oldenburg fand nur langsam ins Spiel, der Ball wurde in die Zone gebracht, wo Adam Chubb die Punkte erzielte. Laurynas Samenas traf nun seinen nächsten Dreier zum 8:13. Casper Ware erzielte zwar von der Freiwurflinie den Ausgleich, aber ein Mitteldistanztreffer von Jermaine Bucknor zwang die EWE Baskets in die Auszeit. Und auch danach gingen die ersten Punkte auf das Konto des Kanadiers, 13:17. Ricky Harris erhöhte, „Buck“ übernahm weiter Verantwortung, traf den Dreier zum 14:22. Marko Lukovic versenkte den Buzzerbeater aus der Ecke zum 14:25 und beendete damit einen 12:1-Lauf der TBB.

Lukovic erzielte auch gleich die nächsten Punkte im zweiten Viertel, in der EWE Arena machte sich Verwunderung breit angesichts der deutlichen Führung des Tabellenachtzehnten. Harris und Lukovic erzielten das 18:32, dann kamen die Oldenburger etwas besser ins Spiel. Das erkannte auch Henrik Rödl, der sein Team zur Auszeit rief. Danach waren die Gäste wieder am Drücker, Lukovic stopfte zum 24:34. Vitah Chikoko setzte sich ohne Probleme gegen Alexandrov durch, gegen seine Schnelligkeit fand Oldenburg kein Mittel. Auch Marko Lukovic war überhaupt nicht zu stoppen, er machte die Punkte zum 28:40. Die TBB war ohne Point Guard nach Oldenburg gereist, diesen Job übernahm jetzt Stefan Schmidt, der ein Traumpass auf Jermaine Bucknor spielte, Bucknor ließ sich nicht bitten und schloss mit krachendem Dunking ab. Ricky Harris und Stefan Schmidt punkteten jeweils per Korbleger, 32:46 stand es nun, beim Gang in die Kabine ertönten Pfiffe in der EWE Arena.

Die TBB erhöhte nach dem Seitenwechsel erst mal in Person von Vitah Chikoko auf 32:47, aber auf der Gegenseite traf jetzt Alexandrov den ersten Oldenburger Dreier der Partie. Es sollte auch der letzte bleiben, was die Hausherren zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht wussten und einen kleinen Lauf starteten. Casper Ware verkürzte jetzt auf 41:49, der Rückstand somit erstmals einstellig. Chubb legte per Dunking nach, Oldenburg sah nun wieder Land. Stefan Schmidt beendete das Zwischenhoch der Gastgeber, legte zum 43:51 ein. Bucknor traf aus der Distanz mit dem Fuß auf der Dreierlinie. In den letzten Minuten des Viertels hatten die Gastgeber dann reichlich Aufwind, neben guten Aktionen kamen auch einige Kleinigkeiten dazu, die zugunsten der Baskets ausfielen. Philipp Neumann erzielte vier Punkte für Oldenburg, Chris Kramer traf „And One“ zum 52:55. Es schien, als müsste die TBB wie in der Vorwoche in Berlin zittern.

Lukovic eröffnete auch das letzte Viertel der Partie, auf der Gegenseite ließ es Rickey Paulding nach einem Alley-Oop-Anspiel ordentlich krachen. Vitah Chikoko erhöhte auf 54:59, Adin Vrabac ließ zwei Freiwürfe liegen, so blieb es erstmal spannend. Chikoko zog unter dem Korb Foul um Foul, erhöhte von der Linie auf 54:61. Die nächsten beiden Angriffe waren vorentscheidend: Laurynas Samenas traf für drei, Robin Smeulders vergab zwei Versuche von der Freiwurflinie. Die Trierer hatten nun Ballbesitz, Jermaine Bucknor punktete, vier Minuten vor Schluss war die Führung wieder zweistellig. Oldenburg versuchte verzweifelt zu verkürzen, das gelang nur Adam Chubb. Der aber hatte dank Vitah Chikoko Foulprobleme: Die TBB sucht weiter Chikoko unter dem Korb, der bald Neumann als Gegenspieler hatte, nachdem Adam Chubb sich ein technisches Foul eingefangen hatte, sein fünftes persönliches. Von da an legten die Gäste einen 11:2-Lauf hin entschieden die Partie mit 60:80 für sich.

Für die TBB Trier ist es der zweite Auswärtssieg der Saison, gleichzeitig der höchste Sieg in dieser Spielzeit.

Guido Joswig, Sprecher des Insolvenzverwalters Prof. Schmidt, hatte Trainer und Mannschaft nach Spielende seine Glückwünsche übermittelt: „Gratulation an die Mannschaft. Wir haben riesigen Respekt vor dieser Leistung. Das ist ein starkes Zeichen, das die Spieler gesetzt haben, für den Profibasketball in Trier. Wir werden gemeinsam dafür kämpfen, die TBB Trier zu erhalten.“

Am kommenden Sonntag trifft die TBB zuhause auf die BG Göttingen. Wegen der Fernsehübertragung durch Sport1 beginnt das Spiel um 20:00 Uhr.

Henrik Rödl, Headcoach der TBB Trier: „Ich bin sehr stolz auf meine Spieler. Die letzten Wochen, vor allem die letzten Tage, möchte man als Basketballer so eigentlich nie erleben. Vielleicht hat die Entscheidung gestern sogar befreiende Wirkung gehabt. Zwischen den Linien konnten wir die Probleme ausblenden. Dieses Team hat viel Charakter gezeigt. Es war ein sehr besonderes Spiel.“

Sebastian Machowski, Headcoach der EWE Baskets Oldenburg: „Glückwunsch an Henrik Rödl und sein Team. Meine Mannschaft hat in der ersten Hälfte nicht die richtige Einstellung gezeigt. In der Halbzeitpause musste ich sehr laut werden. Im dritten Viertel hat man dann zwar die Wirkung gesehen, aber leider ist mir unerklärlich, warum es im Schlussviertel wieder diesen Rückfall gab.“

Harris (6), Lukovic (14), Schmidt (4), Mönninghoff (5), Samenas (14), Chikoko (17), Vrabac (4), Leonhardt (n.e.), Bucknor (16), Kramer (0).


Es geht weiter – Auswärts in Oldenburg

Nach dem Insolvenzantrag tritt die TBB Trier am Samstagabend in Oldenburg an. – “Die Mannschaft hat ein starkes Zeichen gesetzt, alle wollen die Saison so gut es geht beenden” – Tip Off ist um 20:30 Uhr, Telekom Basketball überträgt die Partie ab 20:15 Uhr.

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Die TBB Trier weiß nicht, was sie erwartet – dass das im Moment auf allen Ebenen gilt, hat sich herumgesprochen. Am Freitagvormittag wurde Insolvenzantrag gestellt, am Nachmittag hat der Lizenzligaausschuss der Beko BBL entschieden, dass die TBB vorerst weiter am Spielbetrieb teilnehmen darf. Es gab allerdings einen Punktabzug von insgesamt acht Positivpunkten, die TBB legt Berufung gegen das Urteil ein.

Die Mannschaft hat bereits ein klares Statement abgegeben: In einem Teammeeting mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter Prof. Schmidt erklärten sich die Spieler geschlossen bereit, trotz Einbußen beim Gehalt weiterzuspielen und das bestmögliche Ergebnis für den Basketballstandort Trier zu erzielen.

Dass die TBB nicht weiß, was sie erwartet, gilt aber auch ganz besonders für das Auswärtsspiel gegen die EWE Baskets Oldenburg, die in dieser Saison sowas wie die große Unkonstante der Beko BBL sind. Die Niedersachsen sorgen regelmäßig für Überraschungen, positive wie negative.

Am Anfang der Saison schien es, als würden die Baskets in dieser Spielzeit ganz oben mitspielen. Die Eingespieltheit des Kaders um Ricky Paulding kam dem Team zu Gute. So gelang unter anderem ein Heimsieg gegen die Brose Baskets aus Bamberg. Auswärts lief es nicht immer so gut, ganz besonders, als Oldenburg zu Gast in Trier war. Die TBB beraubte die Baskets perfekt ihrer Waffen, ließ nur 65 Punkte zu, obwohl Oldenburg sonst regelmäßig über 90 Zähler erzielt. 71 eigene Punkte reichten, um sich gegen den Halbfinalkandidaten durchzusetzen. Herausragender Trierer war Vitah Chikoko mit 19 Punkten und 9 Rebounds.

Anfang Februar verloren die Oldenburger erstmals zwei Spiele in Folge, Göttingen und Bamberg waren die siegreichen Kontrahenten. Seitdem kann man die Ergebnisse der Spiele mit Oldenburger Beteiligung kaum noch voraussagen. Erst folgte eine Niederlage gegen Ludwigsburg, dann ein Sieg in Berlin, schließlich eine Niederlage zuhause gegen Frankfurt. Am Samstag unterlagen die Baskets im Spiel bei den WALTER Tigers Tübingen, ein Team, das mitten im Abstiegskampf steckt.

Vor der Saison hatte es kaum Veränderungen im Kader der Oldenburger gegeben. Auf der Aufbauposition wurde allerdings eine wichtige Personalie geändert, die Baskets trennten sich von Ex-TBB-Spieler Dru Joyce und verpflichteten Tywain McKee. Der blieb aber nur wenige Spiele und wurde anschließend von Casper Ware ersetzt. Ware war kurz zuvor aus dem NBA-Kader der Philadelphia 76ers ausgeschieden und wurde in Oldenburg direkt Topscorer: 14.5 Punkte gehen auf sein Konto, dazu kommen 2.3 Assists. Einen ehemaligen Trierer haben die Oldenburger dennoch in ihren Reihen: Philipp Zwiener, ehemaliger Most Improved Player der Liga geht seit dieser Spielzeit für die EWE Baskets auf Korbjagd.

Bei der TBB fehlt weiterhin Tony Canty (Zerrung), außerdem ist Jermaine Anderson nicht mit von der Partie, er ist wegen eines Trauerfalls in der Familie momentan in Kanada.

Henrik Rödl über das Spiel mit ungewöhnlichen Vorzeichen: „Wir spielen gegen ein Team, das sich das Halbfinale vorgenommen hat. Sie spielen zwar in letzter Zeit nicht immer solide, sind aber zuhause eine Macht. Aber ehrlich gesagt ist der Gegner in der aktuellen Situation nicht besonders wichtig für uns. Wir haben im Moment einen schweren Rucksack zu tragen, besonders ohne Anderson und Canty. Aber wir werden zusammenhalten und alles versuchen. Die Mannschaft hat ein starkes Zeichen gesetzt, im Team ist großer Wille vorhanden.“


TBB will Spielbetrieb fortsetzen

TBB AG hat Insolvenzantrag eingereicht, Prof. Dr. Dr. Thomas B. Schmidt ist vorläufiger Verwalter. Lizenzligaausschuss bestraft die TBB mit 8 Punkten Abzug, Rechtsmittel werden geprüft.

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Die Verantwortlichen der Treveri Basketball AG haben wie angekündigt am Freitagvormittag beim Amtsgericht Trier den Antrag auf Insolvenz eingereicht.

Der Insolvenzrichter hat Herrn Prof. Dr. Dr. Thomas B. Schmidt aus Trier als vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Prof. Schmidt verfügt über große Erfahrung auf diesem Gebiet, unter anderem hat er das vielbeachtete Insolvenzverfahren der Nürburgring GmbH geleitet.

Prof. Schmidt hat sich am Freitagmittag der Mannschaft und den Mitarbeitern der TBB vorgestellt und das weitere Vorgehen erläutert. Alle Spieler sowie das Trainerteam haben sich geschlossen bereiterklärt, die Saison mit dem Trierer Bundesligisten fortzusetzen. Damit erfüllt die TBB eine zentrale Forderung der Liga, TBB Headcoach Henrik Rödl: „Wir hatten heute einiges zu verarbeiten. Die Liga hat von uns verlangt, dass wir uns entscheiden, ob wir weitermachen; eine schwere Entscheidung, die jeder einzelne für sich treffen muss. Ich bin stolz darauf, dass die Mannschaft sich geschlossen dazu entschieden hat, weiterzumachen. Das ist ein sehr starkes Zeichen. Es ist großer Wille da, die Saison vernünftig zu beenden und den Trierer Basketball weiterhin würdig zu vertreten.“

Nicht anwesend beim Meeting war Jermaine Anderson, der wegen eines Trauerfalls in der Familie in Kanada weilt und auch beim Spiel gegen Oldenburg fehlen wird. Seine Entscheidung wird Anfang der kommenden Woche fallen. Alle Mitarbeiter bleiben vorerst im Amt, um mit dem bisherigen Vorstand den vorläufigen Insolvenzverwalter Prof. Schmidt und sein Team bei ihrer Arbeit unterstützen zu können.

Zudem hat der Lizenzligaausschuss der Beko BBL am Nachmittag seine Entscheidung bekannt gegeben: Der TBB sollen acht Positivpunkte, also vier Siege, aberkannt werden. Die Strafe setzt sich folgendermaßen zusammen: Vier Punkte werden wegen des Insolvenzantrages während der Saison abgezogen. Weitere vier Punkte werden abgezogen, weil der Liga falsche Zahlen gemeldet wurden.

„Wir sind mit der Strafe nicht einverstanden. Die vier Punkte für den Insolvenzantrag gehen selbstverständlich in Ordnung. Die zusätzliche Strafe halten wir nicht für gerechtfertigt. Wir werden gegen die Entscheidung Berufung einlegen. Wir sehen in der Strafe zudem eine Wettbewerbsverzerrung. Durch die Aberkennung der Punkte haben wir faktisch keine Chance mehr auf den Klassenerhalt. Es kann nicht garantiert werden, dass die Mannschaft in den letzten acht Saisonspielen genauso auftritt, als ob es noch um den Klassenerhalt ginge“, erläutert Prof. Schmidt.

Was die Fortführung des Spielbetriebs angeht, hat der Lizenzligaausschuss noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Vorerst darf die TBB weiter am Spielbetrieb teilnehmen, bei der endgültigen Entscheidung vertraut der Ausschuss auf die Prognose von Prof. Dr. Dr. Thomas B. Schmidt: „Wir haben bereits einige Gespräche geführt und werden das auch weiter tun. Wir werden die Saison mit hoher Wahrscheinlichkeit beenden können“, so Schmidt.


Treveri Basketball AG meldet Insolvenz an

Die Treveri Basketball AG wird am Freitagvormittag beim Amtsgericht Trier Antrag auf Insolvenz stellen. Entscheidung über Fortführung des Spielbetriebs fällt am Freitag der Lizenzligaausschuss der Beko BBL.

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Die Treveri Basketball AG, die die Beko BBL-Lizenz der TBB Trier innehat, wird am Freitagvormittag beim Amtsgericht Trier Insolvenz anmelden.

Sascha Beitzel, Vorstand der Treveri Basketball AG: „Es ist uns nicht gelungen, das Loch in unserem Etat zu stopfen. Unsere Verhandlungen waren zum Teil erfolgreich, wir konnten den Betrag, der uns fehlt um die Saison bis zum Ende zu finanzieren, reduzieren. Dennoch fehlen uns zum jetzigen Zeitpunkt rund 350.000 Euro, um den Geschäftsbetrieb in den jetzigen Strukturen fortzuführen und weitere Maßnahmen zu ergreifen. Aus diesem Grund mussten wir diesen schweren Schritt gehen. Wir hoffen, dass wir gemeinsam mit dem vorläufigen Insolvenzverwalte die Fortsetzung des Profibasketballs in Trier erreichen können.“

Über die Entscheidung wurden die Verantwortlichen der Beko BBL fristgerecht informiert.

Über das weiter sportliche Geschehen entscheidet am morgigen Freitag der Lizenzausschuss der Beko BBL, der ab 11:30 Uhr tagt. Die Statuten der Beko BBL sehen für den Fall einer Insolvenz während der laufenden Saison einen Punktabzug von vier Positivpunkten sowie eine Geldstrafe vor. Damit könnte die TBB Trier die Saison zu Ende spielen, der Kampf um den Klassenerhalt würde aber erheblich erschwert werden.

Das Amtsgericht Trier wird  nach Eingang des Insolvenzantrags prüfen, ob ein Insolvenzgrund vorliegt und wird anschließend einen vorläufigen Insolvenzverwalter bestimmen.

Das Insolvenzverfahren dient in erster Linie dazu, die Schulden gegenüber den Gläubigern zu bedienen. Die Gehälter aller Mitarbeiter werden für einen Zeitraum von drei Monaten durch die Bundesagentur für Arbeit übernommen. Im weiteren Verlauf des Insolvenzverfahrens besteht die Möglichkeit, die Treveri Basketball AG zu sanieren und so den Spielbetrieb auch in Zukunft möglich zu machen. Darüber entscheidet der Insolvenzverwalter.


Stellungnahme zur finanziellen Situation

“Wir kämpfen um die Zukunft des Trierer Basketballs!” – TBB Trier in finanziellen Schwierigkeiten – Sanierungskonzepte in Arbeit – Pressekonferenz am Donnerstag um 19:00 Uhr

Während die Mannschaft auf dem Parkett leidenschaftlich um den sportlichen Klassenerhalt kämpft, arbeiten die Verantwortlichen im Hintergrund an der finanziellen Zukunftssicherung des Bundesliga-Basketballs in Trier. “Es ist korrekt, dass wir uns in einer ernsten finanziellen Lage befinden”, bestätigte Sebastian Merten einen Bericht der Fachzeitschrift BIG. Wir haben die Liga frühestmöglich über unsere Situation informiert. Wir arbeiten rund um die Uhr an verschiedenen Lösungsansätzen.” Die Verantwortlichen der TBB stehen dabei in engem Kontakt zu Vertretern aus Politik und Wirtschaft.

Bis Donnerstagabend, 18:00 Uhr, muss die TBB der Beko BBL ein Sanierungskonzept vorlegen, am Freitag tagt dann der Lizenzausschuss der Liga.
“Wir bitten um Verständnis, dass wir zunächst unsere Aktionäre auf der Jahreshauptversammlung über die aktuelle Situation informieren wollen und uns erst im Anschluss näher zur Sachlage äußern werden”, ergänzt Merten. Die TBB Trier hat für Donnerstagabend um 19:00 Uhr zu einer Pressekonferenz in der Arena Trier geladen.


Sensation in Berlin haarscharf verpasst

Die TBB Trier hat ihr Auswärtsspiel bei ALBA BERLIN denkbar knapp verloren: Die Trierer hatten fast die gesamte Spielzeit geführt, kurz vor Schluss kam der Ausgleich, in der Verlängerung siegte dann Berlin mit 86:83. Sasa Obradovic: “Trier hätte es heute genauso verdient zu gewinnen wie wir.” Beste Trierer waren Adin Vrabac und Vitalis Chikoko mit je 18 Punkten. 

14.03.2015 Beko BBL Alba Berlin vs Trier Saison 2014/2015 Hauptrunde

ALBA hatte erst am Donnerstagabend eine Euroleague-Partie in Madrid bestreiten müssen, die den Berlinern zweifelsohne noch etwas in den Knochen steckte. Die TBB witterte daher von Beginn an ihre Chance gegen den Pokalsieger und startete konzentrierter in die Partie. Jermaine Anderson passte gut auf und versenkte den Tip-In nach einem Fehlversuch von Mathis Mönninghoff. Stefan Schmidt erzielte das 2:6. ALBA verkürzte in Person von Niels Giffey, aber Mönninghoff traf von der Dreierlinie zum 4:9. Alex Renfroe und Akeem Vargas sorgten für den Ausgleich, 9:9. Mathis Mönninghoff zog mit vollem Einsatz das Foul, brachte sein Team von der Linie mit 9:11 in Führung. Anderson jetzt mit einem ganz schweren Floater, aber die TBB hatte an diesem Abend das Glück des Tüchtigen. Reggie Redding spielte sich selbst einen guten Wurf raus, brachte ALBA zum ersten Mal in Führung (14:13). Der Konter von Anderson aber kam sofort, nach Freiwürfen von Berlins Nachwuchsspieler Ismet Akpinar stand es 16:16. Adin Vrabac legte zum 16:18 ein, Trier behielt die Oberhand.

Im zweiten Viertel dann wieder der Ausgleich durch Niels Giffey von der Dreierlinie. Laurynas Samenas aber hat seinen Wurf wieder gefunden, drückt schnell ab, 18:21. Die TBB war zu diesem Zeitpunkt das abgeklärtere Team; wäre da nicht immer wieder Pech im Abschluss, könnte die Führung deutlicher sein. Chikoko erzielte sichere Punkte per Dunking, Wohlfarth-Bottermann und King trafen für Berlin, Bucknor hielt per And One dagegen. Berlin zog jetzt die Fouls und ging mit 32:28 in Führung. Bucknor traf aus der Mitteldistanz und zwang die Albatrosse in die Auszeit. Die TBB zeigte aber auch danach immer wieder schön herausgespielte Abschlüsse: Chikoko passte mit einer Hand auf Anderson, der fand ohne hinzusehen Mönninghoff in der Ecke, sein Dreier markiert das 32:35. Erneut nimmt Sasa Obradovic die Auszeit, ohne allerdings große Veränderung im Spiel zu bewirken. Die TBB attackierte weiter den Korb, Vrabac traf per Linkskorbleger zum 33:37 und legte gleich noch einmal denselben Move nach, 33:39. Jermaine Anderson bekam einen freien Wurf aus der Mitteldistanz, Vitalis Chikoko drückte mit Fuß auf der Dreierlinie ab, die TBB war heiß und die Trierer Führung nun erstmals zweistellig. ALBA schien in den letzten Minuten vor der Pause erschöpft, sogar Alex Renfroe verlegte jetzt einen Korbleger. Adin Vrabac erhöhte von der Freiwurflinie auf zwölf Punkte, Renfroe traf mit der Pausensirene zum 35:45.

Wie nicht anders zu erwarten, kam ALBA mit Energie aus der Kabine, erzwang direkt zwei Ballgewinne, von denen aber nur einer verwertet werden konnte. King traf zum 37:45, aber Chikoko machte es auf der anderen Seite wieder zweistellig. Die TBB schaffte es beeindruckend problemlos, die Führung gegen die Albatrosse zu verteidigen. Auch wenn Renfroe ALBA immer wieder im Spiel hielt, gelang Trier jetzt fast alles. Adin Vrabac zwirbelte einen Korbleger rein, nachdem er unter dem Korb durchgeschubst worden war, nach dem Bonusfreiwurf stand es 40:52. Vitah Chikoko räumte Alex King ab, aber Niels Giffey punktete nun für Berlin, er flog spektakulär durch die Zone und stopfte zum 44:55. Akeem Vargas und Laurynas Samenas gerieten jetzt kurz aneinander, ein interessantes Duell, beide sind nicht gerade bekannt dafür, Gefangene zu machen. Lukovic versenkte einen Dreier, 50:62 vor dem Schlussviertel.

Der junge Serbe legte gleich noch einmal nach, traf seinen Spin-Hakenwurf zum 50:64. Redding ging gegen Schmidt zum Korbleger, 52:64. Laurynas Samenas ließ sich von einem Schlag ins Auge nicht aufhalten, machte an der Linie beide Freiwürfe, 52:66. Reggie Redding erzielte jetzt sieben Punkte für Berlin, machte damit den Abstand wieder einstellig. Henrik Rödl rief seine Jungs zur Auszeit zusammen, aber Renfroe ließ ALBA weiter aufschließen. Adin Vrabac traf für drei, aber Renfroe kontert sofort. Die Hausherren hatten in der Offensive jetzt die Mittel gegen die Zonenverteidigung gefunden, ein weiterer Dreier von Vargas und der And One Korbleger von Renfroe bedeuteten das 70:73. Henrik Rödl ließ in den letzten Minuten auf Mann-Mann-Defense umstellen, das hielt Marko Banic aber nicht davon ab, zum 72:75 einzulegen. Die TBB hatte nun einige Probleme, gute Abschlüsse zu finden, ein hektischer Dreier von Anderson geht nur an den Ring. ALBA konnte vor allem dank Akeem Vargas in Führung gehen, drei Sekunden vor Schluss traf Vitalis Chikoko per Dunk zum 79:79 – Verlängerung.

Freese erzielte in der Overtime die ersten Punkte für Berlin. Die TBB schaffte es nicht mehr, konsequent den Korb zu attackieren, was über fast 40 Minuten der erfolgreiche Gameplan gewesen war. Stattdessen versuchten es die Gäste mit Mitteldistanzwürfen, die nicht zum gewünschten Ergebnis führten. Chikoko tippte einen Korbleger von Anderson rein, Giffey brachte ALBA von der Linie wieder in Führung. Anderson glich aus, Banic zog ein Foul und traf 12 Sekunden vor Schluss von der Freiwurflinie zum 83:85. Im letzten Angriff hatte Jermaine Bucknor den Dreier zum Sieg in der Hand, vergab aber. Reggie Redding traf noch einen Freiwurf, am Ende siegte ALBA mit 86:83, wobei auch ein Trierer Sieg sicher nicht unverdient gewesen wäre.

Henrik Rödl, Headcoach der TBB Trier: „Am Ende hat sich ALBA den Sieg mit der Energieleistung im Schlussviertel verdient. Wir mussten unsere Zonenverteidigung aufgeben, die lange gut funktioniert hat, weil ALBA anfing zu treffen. In der Mannverteidigung hatten wir dann Probleme. Trotzdem hatten wir am Ende eine Wurfchance zum Sieg, was zeigt, dass es eine sehr gute Leistung meiner Mannschaft war. Ich finde es wirklich ungewöhnlich, dass ALBA nicht mal 48 Stunden vorher in Madrid spielen musste, aber dadurch hatten wir ein große Chance, die wir leider nicht genutzt haben.“

Sasa Obradovic, Headcoach ALBA BERLIN: „Trier hätte es heute genauso verdient zu gewinnen wie wir. Aber mein Team hat einen starken Charakter, mit dem es schon viele Spiele gedreht hat. Die Vorbereitung und die Ausgangssituation für dieses Duell waren wirklich extrem schwierig für uns. Wir kamen aus Madrid und uns fehlten vier Spieler, die sehr wichtig für unsere intensive Spielweise sind, die der Schlüssel zu unseren Erfolgen ist. Das hat man heute über lange Zeit sehen können, aber irgendwie hat mein Team doch noch einen Weg gefunden, das Spiel zu gewinnen. Diese Siege können in einer Saison unter dem Strich den Unterschied ausmachen.“

Dahlem (n.e.), Lukovic (7), Schmidt (2), Mönninghoff (8), Samenas (5), Chikoko (18), Vrabac (18), Bucknor (9), Kramer (0), Anderson (16).


Zu Gast bei geschwächten Albatrossen

Die TBB Trier tritt auswärts bei ALBA BERLIN an, der Pokalsieger hat Verletzungssorgen – „Wir wollen Paroli bieten“ – Tip Off am Samstag, 14. März um 18:30 Uhr, Liveübertragung auf telekombasketball.de bzw. Telekom Entertain ab 18:15 Uhr

Teamfoto: ALBA BERLIN 2014/15

ALBA BERLIN, das ist für viele Basketballfans, gerade an der Mosel, noch immer der ganz große Name im deutschen Basketball. Und auch wenn der letzte Meistertitel nun schon fast sieben Jahre zurückliegt, ist sicherlich noch was dran am Nimbus ALBA.

Wenn man als TBB-Fan an schöne Duelle mit den Albatrossen zurückdenkt, schießen einem vor allem Heimspiele in der Kopf. Allen voran natürlich der legendäre Sieg von 1998, in dem Carl Brown sich selbst ein Denkmal gesetzt hat. Aber auch der Heimsieg von 2004 und die vielen weiteren ausverkauften Spiele in der Arena, die immer wieder die Highlights der Saison waren.

Aber auch in der Berliner O2 World, die bald Mercedes-Benz Arena heißen wird, gibt es (mindestens) ein Spiel, an dass sich jeder Trierer gerne erinnert wird: am 24. April 2013 hat die TBB die Albatrosse am vorletzten Spieltag jäh aus den Vorbereitungen für die Playoffs gerissen. Nachdem gerade der Klassenerhalt sichergestellt worden war, spielten die Trierer voller Euphorie auf, gingen erst hoch in Führung, lagen später mit 13 Zählern zurück und siegte am Ende mit 88:91.

Die Brose Baskets und der FC Bayern München haben Berlin in den letzten Jahren sportlich und auch finanziell ein wenig den Rang abgelaufen. Einen Trumpf haben die Berliner allerdings, den ihnen so schnell niemand abnehmen kann: Die O2 World, die größte und schönste Halle der Liga, hat NBA-Niveau. Hier wird auch am Samstagabend gespielt, wenn die TBB Trier zu Gast an der Spree ist. Oft wird dann wieder der Blick an die Hallendecke gehen, wo zu Ehren von Henrik Rödl das Trikot mit der Nummer 4 hängt.

In dieser Saison schien es lange, als wäre ALBA wieder ganz oben angekommen. 14 Spiele blieb man ungeschlagen, die Tabellenführung in der Beko BBL war damit sicher. Der FC Bayern konnte gleich zweimal geschlagen werden, im Champion Cup vor der Saison und regulär am sechsten Spieltag. Erst am zweiten Weihnachtsfeiertag setzte es die erste Niederlage, bei den Brose Baskets ging man mit 98:69 unter. Es folgten weitere fünf Siege, bis es in den Februar ging: Diesen Monat würde man in Berlin wohl gerne aus dem Kalender streichen: Alle drei Ligaspiele gingen verloren; Frankfurt, Oldenburg und Ludwigsburg siegten gegen das Team von Sasa Obradovic, der erste Tabellenplatz war damit erstmal dahin. Auch abseits des Sportlichen krachte es: Im Spiel gegen Oldenburg gerieten Trainer Sasa Obradovic und Aufbauspieler Alex Renfroe (10.0 Punkte, 4.8 Rebounds, 4.9 Assists) in einer Auszeit aneinander, vor den laufenden Kameras von Telekom Basketball. Im Fernsehbild nicht zu sehen: Die Beiden versöhnten sich schon nach der Auszeit wieder und umarmten sich, dennoch verhängte die Liga eine harte Strafe: Zahlung von je 2000 Euro und je ein Spiel Sperre, danach fand man aber wieder in die Erfolgsspur.

Auch in der Euroleague hat ALBA sich als bestes deutsches Team etabliert. Während Bamberg und Bayern die beiden anderen „großen Bs“ nach der Vorrunde die Segel streichen mussten, ist Berlin ins Top16 eingezogen und hat nach Überraschungssiegen gegen Barcelona und Tel Aviv sogar noch Chancen aufs Viertelfinale.

Das alles, obwohl ALBA von Verletzungssorgen geplagt ist: Zuletzt fehlten Shooting Guard Jonathan Tabu (3.5 Punkte, 3.0 Assists), Aufbauspieler Clifford Hammonds (9.4 Punkte, 3.0 Assists) und der Topscorer der bisherigen Saison, Jamel McLean (14.7 Punkte, 6.8 Rebounds, 2.1 Assists).

Ohne McLean fehlt der herausragende Scorer, die anderen Spieler im ALBA-Kader sind extrem ausgeglichen. Reggie Redding (10.6 Punkte, 4 Assists) ist der entscheidende Spieler auf dem Flügel, er kam aus Tübingen an die Spree. Kein Spieler (außer dem verletzten Hammonds) erhält mehr Einsatzzeit von Coach Obradovic. Auf den großen Positionen spielen Leon Radosevic (9.7 Punkte, 3.9 Rebounds) und Marko Banic (8.9 Punkte, 3.6 Rebounds). Dazu kommen die Flügelspieler Alex King (7.2 Punkte) und Niels Giffey (6.8 Punkte), sowie Akeem Vargas (6.6 Punkte), defensiver Kettenhund, der mittlerweile auch einen ordentlichen Dreier vorzuweisen hat.

Henrik Rödl weiß, dass die Ausgangssituation für sein Team nicht leicht ist: „Wir spielen gegen eines der Topteams der Liga, in den vergangen Wochen haben wir in solchen Situationen Probleme gehabt, gut auszusehen.  Wir wollen an die Leistung vom letzten Wochenende anknüpfen und mehr Paroli bieten, auch wenn das sehr schwer wird, weil ALBA vor allem in der Verteidigung im Moment für mich die beste Mannschaft in Deutschland ist. Sie werden unseren Rhythmus stören, da gilt es dagegen zu halten.“

Der Headcoach sieht zwei Schlüssel, um gegen den Pokalsieger mithalten zu können: „Wir müssen dem großen Druck, den ALBA in der Defense macht, standhalten und wenige Ballverluste haben. Sie sind eine Mannschaft, die sehr gut reboundet, das hat bei uns in der Vergangenheit nicht immer geklappt, gegen Tübingen aber besonders in der ersten Halbzeit sehr gut, das macht Mut.“

Tony Canty ist weiterhin verletzt, Ricky Harris ist erkrankt, sein Einsatz ist unwahrscheinlich.

Achtung Spielverlegung: Das Heimspiel gegen Göttingen wurde wegen der Fernsehübertragung von Sport1 erneut verlegt: Der Tag bleibt gleich (Sonntag, 29. März), Sprungball ist allerdings um 20:00 Uhr. Tickets mit den Uhrzeiten 17:00 Uhr sowie 20:15 Uhr behalten ihre Gültigkeit.


Presseschau TBB gegen Tübingen

Die TBB hat gegen die WALTER Tigers Tübingen mit harten Bandagen um Punkte gekämpft. In einem “der wichtigsten Spiele, das hier in den letzten Jahren gespielt wurde” machten Jermaine Anderson und Jermaine Bucknor nach einer herzinfarktverdächtigen Schlussphase den 79:76-Sieg klar. Hier kommt die Presseschau dazu.

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Jermaine Anderson war der entscheidenden Faktor beim Sieg der TBB – So sieht es 5VIER.de: Überragender Anderson sichert Heimsieg. Zur Halbzeit dominierte die TBB bemerkenswerterweise vor allem beim Rebounding. Das Bild wandelte sich allerdings gründlich, denn Tübingen verteidigte anschließend wesentlich effektiver, provozierte entsprechende Fehler auf Trierer Seite. Die Begegnung mutierte folglich zu einem typischen Kellerduell, in dem beide Seiten zwar verbissen fighteten, aber auch ein unschönes Turnover-Festival abhielten. Strittige Entscheidungen wie ein Foul gegen Schmidt an Nadjfeji – das eigentlich ein Foul an Schmidt selbst war – brachten die 3718 Zuschauer in der Arena gehörig in Rage. Der Basketballgott hatte ein Einsehen, Nadjfeji vergab die beiden fälligen Freiwürfe.

Lokalo.de spielt in der Überschrift auf die spannende Schlussphase an: TBB zittert sich zum Sieg über TübingenZwei, drei Mal kamen die Tigers etwas näher, verkürzten auf sechs Punkte, aber prompt folgten gute Aktionen des Teams in weiß, die den Vorsprung wieder anwachsen ließen. Ganz stark in den ersten 20 Minuten: Jermaine Anderson, der zehn der ersten 15 Minuten erzielte, Jermaine Bucknor mit drei Dreiern und Marko Lukovic mit guten Pässen und schönen Punkten.

“Spektakulärer Sieg” heißt es auf der Titelseite des Trierischen Volksfreunds. Das Spiel wurde mit einem Assist entschieden, für Henrik Rödl zeigte das “wie sehr die Mannschaft zusammen ist”. Der TV beschreibt die Szene im Artikel Unterm Dach aus dem Häuschen: “Doch Coach Henrik Rödl und die Seinen behalten die Nerven: Auszeit 16,6 Sekunden vor der Sirene. Die TBB räumt auf der rechten Seite ab, Harris geht vermeintlich zum Korb, passt dann aber links auf der Linie zum freien Anderson.

Das SWR Fernsehen war auch vor Ort und hat einen Beitrag für die Landesschau gedreht: TBB feiert wichtigen Erfolg im Abstiegskampf

Noch ein Nachschub aus der letzten Woche: SportEagleTV hat sich im Rahmen des Spiels in München mit unseren Kanadiern Jermaine Anderson und Jermaine Bucknor unterhalten:



TBB setzt Ausrufezeichen gegen Tübingen

Die TBB Trier hat ihr Heimspiel gegen die WALTER Tigers Tübingen mit 79:76 gewonnen. In einem hochintensiven Duell vor stimmungsvoller Kulisse haben die Trierer lange dominiert, am Ende entschieden wenige Angriffe die Partie. Matchwinner waren die beiden Kanadier in Reihen der TBB, Jermaine Anderson kam auf 19 Punkte, Jermaine Bucknor erzielte 15 Zähler (7 Rebounds, 4 Steals).

Beko BBL Hauptrunde 2014-15 / 25. Spieltag

Seit Tagen war die Spannung vor dem Spiel gegen Tübingen zu spüren. Für beide Teams ein äußerst wichtiges Duell, jeder der beiden punktgleichen Konkurrenten wollte den großen Schritt in Richtung Klassenerhalt gehen. Im Vorfeld der Partie gab es Rückendeckung von den TBB-Fans: Einige Unterstützer hatten sich am Freitag beim letzten Mannschaftstraining eingefunden, Spieler und Trainer begrüßt und ein großes Plakat mit der Aufschrift „Unabsteigbar“ in der Halle angebracht. Auch unmittelbar vor dem Spiel machten die Trierer Fans klar, dass es kein Spiel wie jedes andere ist. Fahnen und Banner wurden im Fanblock präsentiert, die ersten Gesänge waren bereits lange vor dem Sprungball zu hören.

Tübingen sichert sich die ersten Punkte im hart umkämpften Spiel, Augustine Rubit legte mit Foul und Bonusfreiwurf zum 0:3 ein. Die Teams hatten sich auf ein Spiel mit aggressiver Verteidigung und viel Körperkontakt eingestellt, die Schiedsrichter ließen das zu, toll für alle Fans von intensivem Defensivbasketball. Auch Mathis Mönninghoff stand von Beginn an auf dem Parkett, obwohl er sich am Vorabend im Abschlusstraining das Jochbein gebrochen hatte, er spielte mit Maske. Stefan Schmidt traf für die TBB von der Freiwurflinie, die nächsten Punkte gingen auf das Konto von Jermaine Anderson, der mit seinem Paradewurf, dem langen Zweier, zum 6:3 traf. Adin Vrabac erhöhte auf 9:3, dann hatten die Gäste einen Lauf: Dreier von McKinney, Korbleger von Radosavljevic und Ratkovica, ein 7:0-Lauf in nicht einmal einer Minute. Jermaine Anderson ließ das kalt: „Rock“ traf zweimal aus der Distanz, 15:10 für die TBB. Für die Tigers punktete jetzt Aleksandar Nadjfeji, der mit einer sehr schnellen Bewegung in die Zone kam und das Anspiel von Bane Ratkovica verwertete. Jermaine Bucknor traf für drei zum 23:15.

Marko Lukovic und Adin Vrabac schraubten den Vorsprung im zweiten Viertel auf zwölf Punkte hoch, die 3.718 Zuschauer hatten größte Freude am Auftritt ihrer Mannschaft. Nach einer Tübinger Auszeit war es wieder der Altmeister, der sein Team mitzog; Sasa Nadjfeji erzielte sechs Punkte zum 27:21. Auch Henrik Rödl bat jetzt zur Auszeit, Chikoko per Dunk und Lukovic aus der Halbdistanz machten die Trierer Führung danach wieder zweistellig. Jonathan Wallace traf für die Gäste von der Dreierlinie, seine Mine aber war finster, zu hart mussten die Tübinger an diesem Abend für ihre Punkte arbeiten. Trier konterte mit fünf Zählern von Bucknor und Chikoko, 36:24. Tübingen konnte jetzt dank einiger Freiwürfe aufschließen, nach einem weiteren Bucknor-Dreier verkürzte Rubit auf 39:31. Rebounds sind Einstellungssache, sagen die Basketball-Weisen. Bei einem Rebound-Stand von 23:13 zur Halbzeit gab es daran wohl nichts auszusetzen. Marko Lukovic traf noch einen Dreier, bevor es beim Stand von 44:33 in die Kabine ging.

Augustine Rubit erzielte fünf Punkte für die Tigers, dazwischen holte sich sein Teamkollege Jonathan Wallace ein Technisches Foul ab, von Jermaine Anderson bestraft mit einem erfolgreichen Freiwurf. Nadjfeji erzielte das 45:40, Rubit und Wallace trafen von der Linie zum 45:44. Die TBB wirkte jetzt nicht mehr ganz so selbstsicher wie noch in der ersten Hälfte und Tübingen machte ordentlich Druck. In solchen Situationen ist Ricky Harris gefragt. Keiner kann das Geschehen beim Dreipunktwurf so gut ausblenden, keiner bleibt so eiskalt. Sein Dreier zum 48:44 saß, Vitah Chikoko tanzt sich durch die Zone zum 50:44, die TBB wieder voll im Spiel. Rund zwei Minuten lang brachten die beiden Teams nun keine erfolgreiche Aktion mehr zustande, langweilig wurde es dennoch nicht. Nachdem Harris auf 52:44 erhöht hatte, brachten die Schiedsrichter mit einigen Foulpfiffen gegen die TBB das Publikum gegen sich auf. Während Tübingen über Freiwürfe immer weiter heran kam, wurde die Atmosphäre immer hitziger (54:51). So musste der DJ der TBB die Halle verlassen, ein Kuriosum, das es so in der Beko BBL auch noch nicht gegeben hat. Routinier Nadjfeji ließ jetzt zwei Freiwürfe liegen, so etwas sollte man sich in diesem Spiel nicht erlauben. Mihailovic traf zum 55:53, aber Bucknor und Dennis Kramer (nach der Sirene mit einem Freiwurf) erhöhten auf 58:53.

Das letzte Viertel begann denkbar ungünstig: Noch bevor die Uhr lief, bekam Ricky Harris ein unsportliches Foul gepfiffen, in der Folge kassierte die TBB vier Punkte, 58:57. Henrik Rödl entschied sich an diesem Abend mehrfach, seine Mannschaft in kritischen Situationen nicht zur Auszeit zu bitten, was sich immer wieder auszahlte. Auch jetzt trafen die Hausherren die richtigen Entscheidungen, Dennis Kramer netzte zum 60:57 ein, Lukovic legte nach.

Immer wieder wollte Nadjfeji Verantwortung übernehmen – wer wenn nicht das BBL Urgestein – seine Abschlüsse aber waren oft glücklos. Schließlich versuchte er es mit Gewalt: Der 38-Jährige ging zum Dunking hoch und ließ es ordentlich krachen. Trier erkämpfte sich jetzt den Fastbreak: Jermaine Bucknor warf sich auf Höhe der Mittellinie auf den Boden, brachte den Ball zu Mönninghoff, der zum 66:59 einlegt. Vitah Chikoko zeigte nun Sasa Nadjfeji seine Grenzen auf, sein Block kam mit viel Autorität. Die Tigers aber hatten sich noch längst nicht geschlagen gegeben, auch für sie ging es in diesem Spiel um viel. Zwei schnelle Dreier von Ratkovica und McKinney brachten die 71:72-Führung für die Gäste. Bucknor holte die Führung an der Freiwurflinie zurück, Rubit brachte wieder Tübingen in Front. Auch Ricky Harris und Branislav Ratkovica tauschten Korbleger aus, 16 Sekunden vor Schluss hatte die TBB bei einem Punkt Rückstand den Ballbesitz, Henrik Rödl plante in der Auszeit den letzten Spielzug. Der funktionierte nahezu perfekt, Ricky Harris zog zum Korb, spielte dann den Pass auf den freien Anderson in der Ecke, der drückte mit Fuß auf der Linie ab und traf zum 77:76. In den verbleibenden sieben Sekunden verteidigte die TBB exzellent, Jermaine Bucknor konnte den Ball erobern und ihn bis zur Schlusssirene sicher festhalten.

Nach dem Jubel entschieden die Schiedsrichter unter Zuhilfenahme des Instant Replay, dass Jermaine Bucknor 0,8 Sekunden vor Schluss gefoult worden war, entsprechend gab es zwei Freiwürfe die der Kanadier versenkte, aus dem kurzen Angriff konnten Tübingen nichts Zählbares mehr machen. Dann durfte die Mannschaft endlich mit den Fans den wichtigen 79:76-Heimsieg feiern.

2.456 grün gekleidete Zuschauer sahen den Heimsieg der TBB, dafür spendet die Volksbank Trier im Rahmen der Aktion BE GREEN 1.228 € an den TBB-Nachwuchs.

Igor Perovic: „Gratulation an Henrik und seine Spieler, es war ein verdienter Sieg. Wir hatten unsere Chancen, wir hatten im letzten Angriff den Ball. Das war eine bittere Niederlage, besonders weil es bereits das dritte Spiel in Folge ist, das so ausgeht. Wir konnten die letzten beiden Angriffe nicht stoppen. Trier hat einen schönen letzten Spielzug gemacht. Am Ende wollten wir über Rubit spielen, Trier hat geswitcht und wir konnten den Pass nicht spielen, den wir wollten, danach mussten wir improvisieren. Leider haben wir einen Ballverlust gemacht und Trier hat das Spiel gewonnen.“

Henrik Rödl: „Ich habe schon viel erlebt in Trier, aber das war eines der wichtigsten Spiele, das in den letzten fünf Jahren hier gespielt wurde. Mit vielen schwierigen Vorzeichen für unsere Mannschaft, das letzte gestern Abend mit dem Jochbeinbruch von Mathis Mönninghoff. Mathis hat unglaublich wichtige Minuten gespielt, ohne ihn wäre es heute sehr schwierig gewesen. Ich bin extrem stolz auf dieses Team, freue mich unglaublich, einer der wichtigsten Siege, die ich in Trier erringen durfte mit meiner Mannschaft. Am meisten freut mich, dass wir mit einem Assist die entscheidenden Punkte machen konnten. Das zeigt für mich, wie sehr die Mannschaft zusammen ist, und freut mich noch mehr an dem, was heute passiert ist.“

Harris (7), Dahlem n.e., Lukovic (14), Schmidt (4), Mönninghoff (5), Chikoko (7), Vrabac (5), Bucknor (15), Kramer (3), Anderson (19).