Das beliebteste Auswärtsspiel

Zwei Spiele an einem Wochenende: Die TBB Trier tritt am Sonntag bei Phoenix Hagen an – „Richtiges Training war unmöglich, aber wir werden sehen, was passiert“ – Hagens Topscorer Bell fällt aus – Tip Off ist um 17:00 Uhr, Telekom Basketball übertragt live ab 16:45 Uhr

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“Kämpfen Trier” – Ein Tag nachdem die TBB Trier Insolvenzantrag gestellt hatte, prangten diese Worte ganz oben in der Hagener Enervie Arena, besser bekannt unter ihrem alten Namen Ischelandhalle. Oben auf dem „Heuboden“, wo die lautesten Fans von Phoenix Hagen sitzen. Und früher die von Brandt Hagen und SSV Hagen, dem Gründungsmitglied der Bundesliga.

Das Banner des Fanclubs „Tornados Hagen“ bildete den Auftakt einer Welle der Solidarität, die über den in Zahlungsschwierigkeiten geratenen Bundesligisten von der Mosel schwappte.

Nicht nur deshalb reist die TBB am Sonntag gerne in die Basketball-Hochburg Hagen. Kein anderes Team der Liga ist in diesem Jahr so gastfreundlich, was die Überlassung der Punkte angeht. In der Heim-Tabelle belegt Phoenix den letzten Platz, nur zwei Siege wurden in der Enervie Arena eingefahren. Schaut man genauer hin, wird es noch deutlicher: Einer der beiden Siege wurde am grünen Tisch erzielt, weil die Crailsheim Merlins im Schneechaos feststeckten und gar nicht antreten konnten.

Auswärts hingegen ist man deutlich stärker. Neun Siege wurden in der Fremde eingefahren, nur ALBA BERLIN und der FC Bayern gelangen mehr. Nicht erfolgreich war man allerdings an der Mosel, im Hinspiel siegte die TBB 75:62. Gelingt Phoenix nun die Revanche oder bleibt der Fluch in eigener Halle bestehen?

Geht es nach Ingo Freyer, wird es wohl zu einem Heimsieg kommen. Der Phoenix-Coach steht seit 2007 an der Seitenlinie der Hagener und ist damit der dienstälteste Trainer in der Beko BBL.

Die Hagener haben einen vergleichsweise kleinen Kader, der Ruhrpott-Club muss sparen. Die sechs Ausländer-Plätze müssen mit Bedacht besetzt werden, jeder der US-Amerikaner muss konstant gute Leistungen abliefern. Das funktioniert auch in diesem Jahr gut, besonders David Bell zeigte sich offensiv wieder in unbestechlicher Form. 17.7 Punkte erzielt der Point Guard, dazu kommen 3.8 Assists. Bell fällt nach einer Ellenbogen-Operation allerdings für den Rest der Saison aus. Auf der Flügelposition spielt Larry Gordon (13.7 Punkte, 5.8 Rebound). Im Hagener Kader fehlt ein echter Center, auch hier war man sparsam – jeder Zentimeter kostet Geld. Um die Rebounds muss man sich trotzdem keine allzu großen Sorgen machen, Keith Ramsey (11.3 Punkte, 6.4 Rebounds, 1.2 Blocks) und Dino Gregory (9.1 Punkte, 5.0 Rebounds, 1.4 Blocks) strahlen Präsenz unter den Körben aus. Ramsey, der bereits von 2012 bis 2014 im Hagener Kader stand, war zu Saisonbeginn noch in Polen, kehrte im Dezember aber zu Phoenix zurück. Todd Brown (11.7 Punkte, 3.4 Rebounds) und Zamal Nixon (10.5 Punkte 3.5 Assists) scoren ebenfalls zweistellig.

Die Deutschen spielen im Hagener Kader eine eher untergeordnete Rolle, dafür setzt man auf die eigene Jugend. Hier ist besonders Niklas Geske hervorzuheben. Der Aufbauspieler hat in der aktuellen Spielzeit einen großen Sprung gemacht, leitet den Spielaufbau souverän. Er setzte auch das Hagener Highlight der Saison: Im Spiel bei medi bayreuth traf er den Buzzerbeater von deutlich hinter der Mittellinie zum 73:76-Sieg.

Wie immer spielt Hagen sehr schnellen Offensivbasketball und erzielt im Schnitt 80.3 Punkte, kassiert mit 83,9 Zählern aber auch die drittmeisten.

Henrik Rödl: „Hagen spielt extrem schnellen Basketball, sie sind sehr klein, sehr athletisch und werfen gut. Sie versuchen einen mit verschiedenen Verteidigungen aus der Ruhe zu bringen. Das wird ein ganz anderes Spiel als gegen Frankfurt, Hagen hat eine komplett andere Spielweise. Wir müssen schnell umschalten und mit hoher Aufmerksamkeit spielen, weil sie viele Dinge verändern und immer attackieren. Wir haben im Hinspiel sehr gut gespielt, aber Hagen ist gut drauf, sie haben nur knapp in Berlin verloren. Mal sehen, was passiert“

Nach dem gestrigen Spiel gegen Frankfurt ist die Vorbereitung auf das Spiel schwierig: „Richtiges Training ist da unmöglich. Wir sprechen ein paar Sachen durch, aber das reicht natürlich nicht. Hagen hat schon am Mittwoch gespielt, sie haben also deutlich mehr Zeit sich zu erholen und vorzubereiten, das macht schon einen Unterschied.“


Auf den letzten Metern gescheitert

Die TBB Trier hat ihr Heimspiel gegen die FRAPORT SKYLINERS mit 58:75 verloren. In einer besonders in der ersten Hälfte starken Partie hielten die Trierer lange mit, erst in den letzten Minuten wurde der Abstand größer. Bester Trierer war Jermaine Anderson mit 17 Punkten und 6 Rebounds.

Beko BBL Hauptrunde 2014-15 / 30. Spieltag

Es war ein Traumstart für die TBB im drittenletzten Heimspiel der Saison: Nach zwei Minuten war Frankfurt bereits in der ersten Auszeit, zu diesem Zeitpunkt lag die TBB nach Punkten von Anderson und Samenas schon mit 7:2 in Führung gelegen. Quantez Robertson verkürzte von der Dreierlinie, aber Dennis Kramer setzte sich gegen Danilo Barthel durch, traf den Hook Shot zum 9:5. Die TBB spielte aggressiv, ließ es nicht zu, dass die Frankfurter ihr Spiel aufzogen. So legte man weiter vor, vergrößerte den Abstand auf 12:5. Frankfurt ließ jetzt mal den Ball schön laufen, am Ende kam Justin Cobbs frei zum Dreier und traf zum 12:8. Johannes Voigtmann verkürzte zwar auf 13:12, Jermaine Bucknor und Mathis Mönninghoff netzten aber nochmal von außen ein, 19:14 zum Viertelende.

Johannes Voigtmann machte einmal mehr deutlich, warum er als ganz großes Centertalent gilt, und stopfte den Ball zum 19:16 durch die Reuse. Aber die Trierer Defense war weiter stark, Marko Lukovic stealte den Ball und traf im Fastbreak. Quantez Robertson riss das Frankfurter Spiel an sich, erst mit einem Assist auf Voigtmann, dann mit fünf eigenen Punkten zum 23:23-Ausgleich. Marko Lukovic traf aus der Halbdistanz, aber Sean Armand versenkte den Dreier zur ersten Frankfurter Führung (25:26). Bei Trier funktionierte jetzt das Pick and Roll lehrbuchmäßig, Anderson hatte gegen Voigtmann den Geschwindigkeitsvorteil und legte zum 27:26 ein. Frankfurt bekam nun langsam die Oberhand, legte einen 8:0-Lauf hin, an dem erneut vor allem Johannes Voigtmann beteiligt war (27:34). Stefan Schmidt tat sich mit einigen guten Aktionen hervor, gemeinsam mit Jermaine Anderson schmolz er den Rückstand ein, zur Halbzeit wie die TBB wieder voll im Spiel, 35:36 stand es beim Gang in die Kabinen.

Voigtmann und Anderson, die jeweiligen Topscorer ihrer Teams, tauschten zu Beginn der zweiten Hälfte Punkte aus, Sean Armand traf schließlich zum 37:41. Es folgte eine chaotische Phase mit Ballverlusten auf beiden Seiten, bevor Quantez Robertson weiter erhöhte. Ricky Harris scorte für Trier zum 40:46, aber Mike Morrison konterte per Dunking. Stefan Schmidt zog erneut ein Foul, versenkte die beiden Freiwürfe zum 42:48. Jermaine Anderson legte auf dieselbe Weise nach. Johannes Voigtmann setzte sich einmal mehr in der Zone durch, aber Ricky Harris brachte die TBB mit einem Dreier wieder auf 47:50 ran. Obwohl Mathis Mönninghoff zwei Freiwürfe versenkte, konnte Sean Armand wenig später auf fünf Punkte erhöhen, 49:54.

Auch im letzten Viertel lief der erste Angriff der SKYLINERS über Johannes Voigtmann, der die Punkte zum 49:56 erzielte. Laurynas Samenas traf einen sehr langen Dreier „ins Gesicht“ von Armand, 52:56. Beide Teams blieben jetzt einige Minuten ohne erfolgreichen Abschluss, dafür gab es schöne Defensivaktionen zu sehen, unter anderem von Stefan Schmidt, der Danilo Barthel in die Schranken wies. Dann erwachte Frankfurt plötzlich, Voigtmann und Robertson erzielten innerhalb weniger Sekunden vier Punkte, Henrik Rödl war gezwungen die Auszeit zu nehmen. Jermaine Anderson traf danach zum 55:61 von draußen, aber Sean Armand war ebenso treffsicher. Damit begann der letzte und entscheidende Run der Gäste. Die drei Hauptakteure an diesem Abend, Voigtmann, Robertson und Armand, erzielten 10 Punkte in Folge; beim 55:71 war klar, wer das Parkett als Sieger verlassen würde. Laurynas Samenas traf noch einmal von außen, der sonst sehr blass gebliebene Justin Cobbs markierte den 58:75-Endstand.

Henrik Rödl: “Glückwunsch an Gordon Herbert und sein Team, sie sind der verdiente Sieger. Die Frankfurter Mannschaft hat eine Konstanz, die wir im Moment nicht abrufen können. Trotzdem bin ich stolz auf unseren Auftritt, wir haben mit sehr viel Energie und Disziplin angefangen und bis 7 Minuten vor Schluss das Spiel offen gehalten. Einige schwere Würfe, die Frankfurt getroffen hat, haben uns dann das Genick gebrochen. Wir haben über das gesamte Spiel Voigtmann nicht richtig unter Kontrolle bekommen. Ich fand uns engagiert, aber nicht immer glücklich. In der Endphase ist uns offensiv nicht viel eingefallen, um einfache Punkte zu bekommen. Das hängt natürlich auch damit zusammen, dass Frankfurt eine der am besten verteidigenden Mannschaften ist und nicht umsonst auf einem Playoff-Platz steht. Dafür wünsche ich ihnen viel Glück.”

Gordon Herbert: “Respekt an Henrik Rödl und sein Team. Quantez Robertson hat einige wichtige Würfe getroffen, Sean Armand ebenfalls. Wir haben es gut geschafft, den Ball unter den Korb zu bringen. Johannes Voigtmann konnte da ein paar einfache Punkte erzielen. In der ersten Hälfte war Trier die besser Mannschaft, wir hatten Glück, dass das Spiel zur Halbzeit so knapp war.”

Harris (5), Dahlem (n.e.), Lukovic (4), Schmidt (7), Fritzen (n.e.), Mönninghoff (5), Samenas (10), Vrabac (2), Bucknor (5), Kramer (2), Anderson (17)


Auf dem Weg nach oben

Die TBB Trier erwartet am Freitag um 20:00 Uhr die FRAPORT SKYLINERS im drittletzten Heimspiel der Saison. “Eine schwere Aufgabe” – Liveübertragung auf telekombasketball.de ab 19:45 Uhr – Volksbank Trier unterstützt im Rahmen der Aktion “BE GREEN!” die Jugendarbeit der TBB Trier mit 50 Cent pro grün gekleidetem Besucher! – Tickets: Hotlines 0651-9790777 und 00352-20301011, www.tbb-trier.de/tickets sowie an über 500 Vorverkaufsstellen von Ticket Regional. – Die Arena Trier öffnet um 18:00 Uhr.

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Die FRAPORT SKYLINERS schreiben eine der interessantesten Geschichten der Beko BBL. 2004 Deutscher Meister, Vizemeister 2005 und 2010, dazwischen immer mal wieder Abstiegskampf. Kein Team ist so häufig im Aufzug durch die Liga unterwegs. 2013 war es sogar richtig knapp geworden: Erst am letzten Spieltag sicherte man sich den Klassenerhalt mit einem Heimsieg gegen Ludwigsburg.

Dennoch lässt sich ein klares Konzept erkennen. Während bei der Kaderzusammenstellung gespart wurde, investierte man kräftig in den Nachwuchs. Die Aktion „Basketball macht Schule“ ist Vorbild für viele andere Clubs, jede Saison lernen rund 3000 Kinder die schönste Sportart der Welt in Basketball-AGs kennen.

Auch auf Leistungsebene legte man vor: Das ProB-Team der SKYLINERS entwickelt seit Jahren junge deutsche Spieler, die Ergebnisse können sich sehen lassen. Konstantin Klein, Johannes Voigtmann, Danilo Barthel – sie alle haben in der zweiten Mannschaft ihre Karriere begonnen, lernten hier, Verantwortung zu übernehmen. Das zahlt sich aus: Die Frankfurter haben jede Menge deutsche Spieler, die mehr als nur Rollenspieler sind.

Mit diesem Trumpf in  der Hinterhand will die Mannschaft vom Main nun wieder richtig angreifen. Schon in diesem Jahr stehen die Zeichen auf Playoffs, das Team ist heiß und kann auch in der KO-Runde für Überraschungen sorgen. Im nächsten Jahr soll es dann ganz nach oben gehen: „Wir wollen um die Meisterschaft mitspielen“, das sieht der Drei-Jahres-Plan von Gunnar Wöbke, dem geschäftsführenden Gesellschafter der SKYLINERS, vor.

Ein wichtiger Teil des Plans ist auch der Coach. Gordon Herbert war bereits von 2001 bis 2004 und von April 2010 bis Sommer 2011 an der Seitenlinie der Frankfurter tätig. Der Meistertitel fiel in seine Amtszeit, auch jetzt ist er als Garant für den Erfolg eingeplant.

Dabei hatte die Saison gar nicht so gut begonnen. Nur ein Sieg aus den ersten sieben Spielen konnte eingefahren werden, auch bedingt durch großes Verletzungspech. Kurzzeitig Aufatmen konnten die Frankfurter mit dem 65:57-Heimsieg gegen die TBB. Als alle Aufbauspieler ausfielen, verpflichtete man Justin Cobbs – ein echter Glücksgriff, der die Wende brachte. 14.5 Punkte und 4.6 Assists pro Spiel gehen auf sein Konto. Besonders der Februar lief erfolgreich für das Team aus der Bankenmetropole: Viermal in Folge siegten die SKYLINERS; Berlin, Bayreuth, Oldenburg in der MBC mussten dran glauben.

Danilo Barthel (9.5 Punkte, 5.3 Rebounds, 1.6 Assists) und Johannes Voigtmann (11.9 Punkte, 5.8 Rebounds, 2.5 Assists) gehören zu den Top 5 der effektivsten Deutschen in der Liga. Die meisten Punkte kommen in Frankfurt von der Shooting Guard Position, hier spielen Quantez Robertson (11 Punkte, 3.1 Assists) und Sean Armand, der fast immer von der Bank kommt und starke 12.6 Punkte auflegt. Niemals unterschätzen sollte man auch Jacob Burtschi. Der 30-Jährige, der in der Beko BBL auch schon für Hagen und Bremerhaven gespielt hat, erzielt im Schnitt 9 Punkte, kann aber auch so richtig explodieren: Beim Sieg gegen sein Ex-Team Bremerhaven kam er auf 36 Punkte, seine 10 getroffenen Dreier waren Beko BBL-Saisonrekord.

Aktuell stehen die SKYLINERS auf dem sechsten Tabellenplatz und sind damit von den Playoffrängen kaum noch zu verdrängen.

TBB-Headcoach Henrik Rödl über die SKYLINERS: „Frankfurt ist ein etwas undankbarer Gegner für uns in dieser Zeit. Sie sind ein Team mit sehr großer Physis, besonders unter dem Korb, wo wir ohne Vitah Chikoko Probleme haben. Sie spielen sehr strukturiert und sind auf Playoff-Kurs, ich gehe auch davon aus, dass sie das schaffen können. Sie werden daher sehr motiviert sein gegen uns zu gewinnen. Deshalb ist es eine schwere Aufgabe.“

Die soll natürlich trotzdem mit vollem Elan angegangen werden: „Wir bereiten uns so gut es geht vor. Wir wollen den Fans für die großartige Unterstützung in den letzten Wochen was zurückgeben. Im Moment sind bis auf Tony Canty alle gesund, ich hoffe dass das so bleibt.“


Lizenzantrag für Beko BBL eingereicht

TBB Trier hat den Lizenzantrag für die Beko BBL eingereicht – „Solange die Möglichkeit besteht, planen wir auch für die Bundesliga“ – Am Freitag Heimspiel gegen Frankfurt

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Nach dem Antrag für die zweite Basketball-Bundesliga ProA haben die Verantwortlichen der TBB Trier wie angekündigt nun auch die Lizenz für die Beko BBL beantragt. Die Unterlagen wurden am Mittwoch fristgerecht eingereicht.

Guido Joswig, Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters Prof. Schmidt: „Solange die Möglichkeit besteht, dass wir den Klassenerhalt schaffen, planen wir selbstverständlich auch in diese Richtung. Die Unterlagen sind im Ligabüro in Köln eingegangen und werden jetzt geprüft. Seitens der vorläufigen Insolvenzverwaltung wurde die Zustimmung zu den Unterlagen erteilt.“

Für die TBB steht derweil ein Doppelspieltag an: Am Freitagabend treffen die Trierer im drittletzten Heimspiel der Saison auf die FRAPORT SKYLINERS. Die TBB hofft im Saisonendspurt auf viele Zuschauer. Schon am Sonntag muss das Team von Henrik Rödl dann in Hagen ran.


TBB erhält zwei Punkte zurück

Beko BBL Schiedsgericht gibt Berufung der TBB Trier in Teilen Recht – Vier-Punkte-Abzug war “nicht angemessen” – Kein vorsätzliches Verhalten der TBB-Verantwortlichen

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Das Schiedsgericht der Beko BBL hat der Berufung der TBB Trier gegen die Entscheidung des Lizenzligaausschusses, zum Teil stattgegeben.

Dies hat zur Folge, dass der TBB Trier nur zwei statt vier positiver Wertungspunkte wegen Verstoßes gegen § 13 des Lizenzstatus (Verstoß gegen die Meldepflicht) abzuziehen sind. Nicht Gegenstand des Schiedsgerichtsverfahrens war außerdem der Punktabzug von vier positiven Wertungspunkten wegen Stellung eines Insolvenzantrags. Die Entscheidung des Schiedsgerichts ist endgültig.

Das Schiedsgericht hat in der Besetzung Wolfgang Schreier (Vorsitzender), Wolfgang Pertek und Manfred Aps getagt. In seiner Begründung machte der Schiedsgerichtsvorsitzende Wolfgang Schreier geltend, dass der vom Lizenzligaausschuss verhängte Punktabzug von vier positiven Wertungspunkten angesichts der vom Lizenzligaausschuss getroffenen Feststellung, die in dem Berufungsverfahren unstreitig waren, „nicht angemessen“ (Schreier) sei. Angesichts des festgestellten grob fahrlässigen Verhaltens von TBB Trier konnte der Strafrahmen des § 13 des Lizenzstatuts in Verbindung mit Ziffer 1.13 des Strafenkatalogs nicht ausgeschöpft werden. Für ein vorsätzliches Verhalten der Verantwortlichen der TBB Trier gab es in dem entschiedenen Verfahren keine Anhaltspunkte.

Prof. Dr. Dr. Schmidt, vorläufiger Insolvenzverwalter der TBB AG: „Wir freuen uns über die Entscheidung, auch wenn wir nicht vollständig durchgedrungen sind. Letztlich müssen wir feststellen, dass der Weg für die TBB Trier aller Voraussicht nach in die ProA führt, auch wenn es gerade im Sport schon einige Wunder gegeben hat. Im Hintergrund laufen bereits produktive Gespräche, um die personellen Weichen für die Zukunft zu stellen.“


Bergergroup unterstützt TBB Trier

Unser Herz schlägt grün! Burger King und Dunkin Donuts Trier übernehmen Trikotpartnerschaft bei den nächsten beiden Heimspielen – große Spendenaktion für TBB Nachwuchs in den Trierer Filialen geplant

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Die TBB Trier hat für die kommenden beiden Heimspiele einen neuen Trikotpartner gefunden. Trotz der sportlich und finanziell angespannten Lage steht die Bergergroup auch in schweren Zeiten zum Trierer Basketball und weitet sein Engagement sogar aus. So wird die Mannschaft bei den Heimspielen gegen die FRAPORT SKYLINERS am 17. April und gegen ratiopharm ulm am 24. April in der Arena Trier mit den Firmenlogos von Dunkin Donuts und Burger King auf der Brust auflaufen, passend zum ersten großen Jubiläum: am 15. April ist Dunkin Donuts genau ein Jahr am Trierer Kornmarkt beheimatet.

„Es ist wichtig, dass gerade jetzt auch aus der Wirtschaft ein Signal gesetzt wird, um den Profibasketball in Trier zu retten. Dazu möchten auch wir einen Anteil leisten und mit gutem Beispiel vorangehen“, erläutert Geschäftsführer Michael Berger seine Entscheidung. Darüber hinaus zeigte sich der gebürtige Trierer beeindruckt vom Engagement der Fans. „Die besondere Atmosphäre beim letzten Heimspiel gegen Göttingen hat gezeigt, dass die TBB Trier einfach zu unserer Stadt gehört. Es müssen jetzt alle Kräfte für einen Neuanfang gebündelt werden, wir stehen weiter zur TBB.“

Um die Initiative „Unser Herz schlägt grün“ zu unterstützen, hat sich die Bergergroup zudem etwas ganz Besonderes ausgedacht:  in  der Burger King Filiale am Hauptbahnhof und bei Dunkin Donuts am Kornmarkt wird es jeweils eine Aktionsstunde für den TBB e.V. geben. Heißt: sämtliche Erlöse aus dem Verkauf in dieser Stunde kommen der Nachwuchsarbeit zu Gute!  Dabei werden natürlich auch Spieler aus den Jugend- und Profikadern das Team der Bergergroup vor Ort tatkräftig unterstützen.

Folgende Termine sollten sich alle, denen der Trierer Basketball am Herz liegt dick im Kalender anstreichen:

Mittwoch,  15. April 17-18 Uhr Dunkin Donuts am Kornmarkt in Trier

Mittwoch, 22. April 17-18 Uhr Burger King Hauptbahnhof

Donnerstag, 23. April 18-19 Uhr Dunkin Donuts Trier

Ronny Höpfner, geschäftsführender Vorstand des Trierer Basketball e.V.,  freut sich über das Engagement: „Genau diese positive Einstellung zum Trierer Basketball brauchen wir zur Erhaltung des Standortes. Ich kann nur jeden Trierer, vor allem die Fans, dazu ermutigen die Aktionstermine wahrzunehmen und es sich bei Burger King und Dunkin Donuts für den guten Zweck gutgehen zu lassen.“ Die Bergergroup ist seit dieser Saison Partner der TBB Trier, Dunkin Donuts präsentiert unter anderem das “Play of the day”, die jeweils schönste Aktion der TBB-Spiele.

Wenn auch Sie die Initiative „Unser Herz schlägt grün“ zur Rettung des Trierer Basketballs unterstützen möchten, spenden Sie an den TBB e.V.:

Trierer Basketball e.V.
IBAN: DE31 5856 0103 0000 1311 66
BIC: GENODED1TVB

Ideen und Anregungen können gerne per E-Mail an mirsinntrier@tbb-trier.de gesendet werden.


TBB Trier in der RPR1. Morningshow

TBB on air: RPR1. Morningshow am Freitag live aus Pizzamanufaktur Pellolitto  am Trierer Stockplatz – TBB-Verantwortliche, -Fans und der Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters im Interview – Einnahmen aus besonderem Frühstücksangebot zugunsten des TBB e.V.

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“Unser Herz schlägt Grün” – unter diesem Motto bündelt die TBB Trier zahlreiche Aktionen zur Unterstützung der Jugendarbeit im Trierer Basketball e.V.
Unter dem Dach des gemeinnützigen Vereins gehen die Nachwuchsmannschaften in der JBBL und NBBL sowie das Regionalligateam auf Korbjagd. Nach dem erfolgreichen Auftakt mit Spendenaktionen beim letzten Heimspiel in der Arena Trier und der Osterparty im Safarihaus, lädt nun TBB-Medienpartner RPR1. zusammen mit der Pellolitto Pizzamanufaktur in Trier zu einem ganz besonderen Frühstückserlebnis ein.

Am kommenden Freitag melden sich die bekannten RPR1. Moderatoren Sebo und Kate Menzyk von 6:00 bis 10:00 Uhr live aus dem Restaurant am Trierer Stockplatz. Das Motto der Show “Eine Pizza am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen” ist Programm – die Moderatoren werden zusammen mit den Hörern versuchen die ideale Frühstückspizza zu kreieren.

Wer hinter die Kulissen einer Live-Radioshow blicken und dazu noch aktuelle Infos zur TBB Trier erhalten möchte, sollte am Freitagmorgen unbedingt ins Pellolitto kommen. Geschäftsführer “Pello” Bender: “Wir wollen die Gelegenheit nutzen, um die TBB Trier zu unterstützen. Auch wenn wir bisher noch kein Sponsor waren, so gehört der Club einfach zu unserer Stadt und daher wollen auch wir gerne einen kleinen Beitrag für die Jugendarbeit leisten!”

Deshalb werden während der gesamten Show Spenden gesammelt und das Pellolitto wird original italienische Frühstücksspezialitäten verkaufen und den Erlös an den TBB e.V. spenden. Die Zukunft des Trierer Profibasketballs ist eines der zentralen Themen der Morningshow. So begrüßen Kate und Sebo mit Guido Joswig (Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters Prof. Schmidt), Chris Schmidt (Hallensprecher der TBB Trier), Alexander Schmoll (Vorsitzender des Fanclubs Fastbeak), Ronny Höpfner, (geschäftsführender Vorstand des TBB e.V.), und Henrik Rödl (Trainer der TBB Trier) gleich mehrere interessante Gesprächspartner. Gäste sind ab 6:00 Uhr herzlich zum besonderen Live-Radio-Frühstückserlebnis im Pellolitto willkommen.

Wenn auch Sie die Initiative „Unser Herz schlägt grün“ zur Rettung des Trierer Profibasketballs unterstützen möchten, spenden Sie an den TBB e.V.:

Trierer Basketball e.V.
IBAN: DE31 5856 0103 0000 1311 66
BIC: GENODED1TVB

Ideen und Anregungen können gerne per E-Mail an mirsinntrier@tbb-trier.de gesendet werden.


TBB unterliegt klar in Bayreuth

Die TBB Trier hat ihr Auswärtsspiel bei medi bayreuth mit 96:82 verloren. Den Oberfranken gelang der Befreiungsschlag, das Team von Mike Koch hatte konstant hohe Trefferquoten. Trier kämpfte bis zum Schluss, hatte aber nie die Chance das Spiel zu drehen. Bester Trierer war Laurynas Samenas mit 21 Punkten, 6 Rebounds und 4 Assists.

medi Bayreuth vs. TBB Trier, Beko Basketball Bundesliga, 06.04.2015,

Personelle Überraschungen im Vorfeld: Bei Bayreuth lief Jason Brickman nicht mit auf, der Aufbauspieler, der als Ersatz für Trevon Hughes verpflichtet worden war, hatte im Auflösung des Vertrages gebeten, was wenig Begeistung bei den Spielern und Verantwortlichen von medi bayreuth auslöste.

David Brembley, die positive Überraschung der Saison bei medi bayreuth, erzielte die ersten Punkte der Partie von der Dreierlinie. Nach einer kurzen Findungsphase traf auch die TBB, Jermaine Anderson mit Fuß auf der Linie zum 3:2. Bowman erhöhte, der Ex-Bayreuther Stefan Schmidt traf aus der Mitteldistanz zum 5:4. Insgesamt ein wenig ansehnliches Spiel in den ersten Minuten. Beiden Teams fehlte der wichtigste Mann unter den Körben, bei Trier sprang immerhin Stefan Schmidt in die Bresche, der zum 9:6 einlegte. Jermaine Bucknor traf aus der Mitteldistanz gegen Simon Schmitz. Bayreuth konnte jetzt mit fünf Freiwürfen leicht davonziehen, David Brembley erzielte im Fastbreak das 18:10, Auszeit TBB Trier. Laurynas Samenas traf mit Foul von der Dreierlinie, das schafft mit solcher Regelmäßigkeit kaum ein Spieler in der Liga. Lukas Palyza konterte von der Dreierlinie, im Gegenzug zog Samenas erneut ein Foul und erzielte das 21:16. Palyza gehörte auch der letzte Angriff des Viertels, er versenkte einen Kunstwurf mit der Schlusssirene, 27:16.

Brembley und Burrell eröffneten das zweite Viertel mit guten Aktionen für Bayreuth, 31:16 jetzt die Führung. Die Oberfranken waren kochend heiß, Brandon Bowman stoppte die TBB immer wieder mit seinen schnellen Händen in der Defense. Lukas Palyza traf seinen nächsten Dreier; 39:16 bereits die Führung nach 13 gespielten Minuten. Jermaine Bucknor beendete endlich den Lauf der Bayreuther, mit einem langen Zweier markierte er das 41:18. Stefan Schmidt präsentierte sich weiter stark an alter Wirkungsstätte, zog ein Foul und versenkte beide Versuche von der Linie. Jermaine Anderson traf per Korbleger, Stefan Schmidt punktete mit seinen nächsten Freiwürfen. Adin Vrabac zeigte nochmal Einsatz, er erzielte das And One zum 54:30.

Halbzeit zwei: Jermaine Bucknor tippte einen Offensivrebound rein, nachdem der Dreierversuch von Laurynas Samenas sich im letzten Moment rausgedreht hatte. Je’Kel Foster aber erhöhte direkt wieder von draußen. Stefan Schmidt bekam jetzt einen schönen Durchstecker von Laurynas Samenas und legte zum 57:34 ein. Adin Vrabac spielte sich in den Vordergrund, traf erst für drei aus der Ecke, dann noch einen Zweier, 59:39 danach der Rückstand. Jetzt drehten die Hausherren wieder auf. Foster erzielte fünf Punkte in Folge, ein Dreier von Harris und ein Dunking von Vrabac konnten das weitere Davonziehen der Wagnerstädter nicht verhindern. Nach einem Korbleger von Palyza stand es 74:44, Henrik Rödl nahm die Auszeit. Danach wieder eine merkliche Steigerung der Trierer, Marko Lukovic traf per Korbleger, auch Dennis Kramer trug sich in die Liste der Scorer ein, erzielte im letzten Angriff des Viertels das 79:53.

Der Wille der TBB-Spieler war noch nicht gebrochen, auch wenn die Chancen auf den Sieg kaum noch vorhanden waren. Ricky Harris netzte zu Beginn des Schlussviertels von draußen ein, dann noch einmal aus der Halbdistanz, 81:58. Laurynas Samenas traf von draußen, Harris erzielte zwei Punkte mit Foul. Marko Lukovic versenkte einen Dreier, dann stand es 85:67. Foster machte die 20 Punkte für Bayreuth wieder voll. Auch Palyza, der Topscorer der Partie mit 21 Punkten, scorte noch einmal. Samenas zog erneut ein Foul beim Dreier, versenkte alle drei Freiwürfe, 89:71. Bundesliga-Legende Axel „Aggy“ Mock holte sich nun noch seinen wohlverdienten Applaus des Bayreuther Publikums ab, als er dem zu Boden gegangenen Brandon Bowman zu Hilfe eilte. Samenas und Anderson verkürzten in der letzten Minute noch etwas, schließlich endete das Kellerduell mit 96:82.

Für die TBB Trier gilt es spätestens nach dieser Niederlage, sich nach 25 Jahren Erstklassigkeit mit dem Gedanken an die ProA anzufreunden.

Henrik Rödl: “Glückwunsch an Mike zum Sieg! Es hervorragend, was seine Mannschaft heute gemacht hat und die richtige Antwort auf die Situation gefunden hat, in der Bayreuth ist. Von Anfang an haben sie mit viel Emotionen und Leidenschaft gespielt. Leider war in unserer Mannschaft in der ersten Halbzeit leidenschaftlich nicht auf diesem Niveau und hat den Kampf nicht annehmen können wie es Bayreuth gegeben hat. Ich finde, sie hat in der zweiten Halbzeit Charakter gezeigt um wieder ins Spiel zu finden. Wir gehen im Moment durch sehr schwere Zeiten und es ist schwer, sich normal vorzubereiten. Der Sieg geht ganz klar in Ordnung, Spieler wir Palyza oder Burrell, die zuletzt nicht so stark waren, hatten heute unglaubliche Wurfquoten und waren von uns nicht zu kontrollieren.”

Michael Koch: “Danke an Henrik. Wenn wir von schweren Zeiten sprechen müssen wir Trier mit ins Boot nehmen. Ihnen geht es noch schlimmer als uns. Was sie für Probleme haben hat man heute gesehen. Die Einstellung in diesem wichtigen Spiel hat heute bei uns von Anfang an gestimmt. Wenn man gegen ein Team wie Trier spielt muss man versuchen, den Gegner so früh wie möglich aus dem Spiel zu nehmen. Das haben wir in der ersten Halbzeit sehr gut geschafft. Wir haben eine sichere Führung herausgespielt. Trier hat am Ende noch Gegenwehr gezeigt, aggressiv und mit viel Power zu Ende gespielt. Mir, uns, dem Verein und der Stadt Bayreuth fällt ein großer Stein vom Herzen. Das war viel Druck in den letzten Wochen, die Mannschaft hat nicht immer ihr wahres Gesicht gezeigt. Dann noch der Abgang von Brickman, das war für uns nicht einfach. Ich bin froh, dass wir heute gewonnen haben und die nervliche Belastung etwas von uns abfällt.”

Harris (16), Lukovic (5), Schmidt (10), Fritzen (0), Samenas (21), Vrabac (13), Leonhardt (n.e.), Bucknor (8), Kramer (2), Anderson (7).


Gastspiel bei taumelnden Bayreuthern

TBB Trier trifft am Ostermontag auswärts auf medi bayreuth – „Die Situation ist etwas entspannter, wir versuchen uns fokussiert vorzubereiten“ – Tip Off ist um 17:00 Uhr, Telekom Basketball übertragt live ab 16:45 Uhr

Teamfoto: medi bayreuth 2014/15

Es war einer der Transfercoups im letzten Sommer: Trevon Hughes verließ die TBB Trier nach einer starken Saison, viele hatten ihm den Sprung zu einem Topteam zugetraut, letztlich ging es aber nach Bayreuth, wo man zwar Playoff-Ambitionen hat, aber finanziell nicht mit den Großen mithalten kann.

In Trier hatte er auf der „Zwei“, der Shooting Guard Position, gespielt und beeindruckende Zahlen aufgelegt; 14.9 Punkte, 3.9 Rebounds und 3.6 Assists. Dazu war er mit 2.2 Steals der beste Balldieb der Liga. Bayreuth-Trainer Michael Koch sah ihn eher als Point Guard, bei Hughes‘ Spielübersicht eine mehr als vertretbare Entscheidung.

Dann im Januar die Überraschung: Bayreuth trennte sich mit sofortiger Wirkung von Trevon Hughes. Große Diskussionen in Basketball-Deutschland – einen Spieler mit 13.9 Punkten, 4.3 Rebounds, 4.3 Assists und 2.2 Steals (erneut Ligabestwert) entlässt man nicht so einfach. Als Grund führte man die Spielweise des damals 27-Jährigen an: „Vor allem in den letzten Partien war er uns für den wichtigen Spielaufbau nicht mehr so hilfreich, wie wir es in der aktuellen Situation benötigen“, erklärte Mike Koch.

Die Personalie steht sinnbildlich für die Saison in Oberfranken. Es läuft nicht wie geplant. Trotz des gut besetzten Kaders rutscht Bayreuth immer weiter auf den Tabellenkeller zu. Auch im Hintergrund brodelt es: Carl Steiner, Aufsichtsratsvorsitzender des Clubs, machte seiner Wut über die sieben Spiele andauernde Niederlagenserie via Facebook Luft, kritisierte Einstellung und Kampfgeist des Teams mit harten Worten. Am Donnerstagabend dann der nächste schwere Schlag für das Koch-Team: Gegen den direkten Konkurrenten aus Bremerhaven setzte es eine deutliche 91:66-Niederlage.

Auch personell haben die Bayreuther Sorgen: Topscorer Javon McCrea (14.7 Punkte, 5.5 Rebounds) fehlt den Oberfranken, der Center fällt bis Saisonende aus.

So müssen andere einspringen. Für Trevon Hughes wurden gleich zwei Spieler verpflichtet: Je’Kel Foster, der in der Beko BBL bereits für Oldenburg, München und Berlin gespielt hat, ist fürs Scoring zuständig, er erzielt 14.1 Punkte im Schnitt. Den Spielaufbau übernimmt Jason Brickman (7.5 Punkte, 4.8 Assists). Power Forward Brandon Bowman muss es nun unter den Körben richten, seit Center McCrea dem Team fehlt. 13.2 Punkte und 5.2 Rebounds gehen auf sein Konto, zuletzt erzielte er 20 Punkte gegen Bremerhaven.

TBB-Trainer Henrik Rödl blickt auf die letzten Tage zurück: „Die Woche vor dem Göttingen-Spiel war so turbulent, dass es nicht möglich war, die tolle Atmosphäre und die Aktionen der Fans mit einer besseren Leistung zu belohnen. Das war eine ganz besondere Stimmung, wir waren alle wirklich beeindruckt.“

Den Rückhalt der Fans gilt es jetzt mitzunehmen, zudem scheint das Schlimmste überstanden: „Die Situation ist jetzt etwas entspannter, aber immer noch längst nicht normal“ beschreibt es der Headcoach. „Wir haben versucht, diese Woche etwas geordneter zu arbeiten, wir wollen uns jetzt fokussiert auf das Spiel in Bayreuth vorbereiten. Wir treffen auf eine Mannschaft, die nicht so gut funktioniert, wie Göttingen das getan hat. Bayreuth hat im Moment personelle Probleme ohne McCrea, es läuft nicht rund bei ihnen. Aber man muss sie auswärts immer ernstnehmen, egal wer auf dem Feld steht. Das Team sieht anders aus als im Hinspiel. Foster und Brickman haben das Spiel verändert.“

Hält die Niederlagenserie der Bayreuther an, würde die TBB weiterhin die theoretische Chance auf den Klassenerhalt wahren. Das Spiel beginnt um 17:00 Uhr, Telekom Basketball überträgt ab 16:45 Uhr.


Vitah Chikoko verlässt TBB Trier vorzeitig

Wechsel zum italienischen Erstligisten Grissin Bon Reggio Emilia bestätigt – TBB Trier erhält Ablösesumme – “Wir hatten keine andere Wahl”

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Vitalis Chikoko geht ab sofort in der ersten italienischen Liga auf Korbjagd. Der afrikanische Agent des 24-Jährigen pochte in den letzten Tagen massiv auf eine vorzeitige Vertragsauflösung. Nach zähen Verhandlungen erhielt Chikoko am heutigen Nachmittag schließlich die Freigabe für seinen Wechsel zu Grissin Bon Reggio Emila. Die TBB Trier erhält für den Wechsel eine Ablösesumme – über die Höhe vereinbarten beide Seiten Stillschweigen. Guido Joswig, Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters, ist enttäuscht von der Entscheidung des Spielers: “Wir hätten gerne mit dem gesamten Team die Saison beendet und haben mehrmals versucht Vitah Chikoko umzustimmen. Aber wenn ein Spieler unter dem Einfluss seines Agenten nicht mehr bereit ist zu trainieren und sich so vom Rest der Mannschaft isoliert, dann blieb uns keine andere Wahl, als ihn gegen eine angemessene Ablösesumme ziehen zu lassen.” Chikoko hatte die gesamte letzte Woche nicht trainiert und wurde folgerichtig auch nicht beim letzten Heimspiel gegen BG Göttingen eingesetzt.

Die “Hand aus Simbabwe” war 2012 vom Beko BBL Absteiger Göttingen nach Trier gewechselt und avancierte unter Henrik Rödl zum Leistungsträger. Chikoko legte in dieser Saison 12,3 Punkte, und 5,2 Rebounds auf und war mit 1,7 Blocks pro Spiel der beste Shotblocker der Beko Basketball Bundesliga. Die TBB Trier wünscht ihm alles Gute für die sportliche Zukunft und dankt ihm für seinen Einsatz in insgesamt 94 Spielen im TBB-Trikot.