Neue TBB auf dem Weg Richtung ProA

Alle Zeichen auf grün!? Neue TBB auf Kurs Richtung ProA – Entscheidung über Lizenzvergabe fällt Ende des Monats

Die Weichen für die Zukunft des Trierer Profibasketballs sind gestellt. Eine neue Gesellschaft, die Trierer Ballsportbewegung, will den Spielbetrieb übernehmen und mit einem neuen strukturellen Konzept in der ProA starten. Ein entsprechender Lizenzantrag wurde fristgerecht eingereicht. Grundvoraussetzung für die Erteilung der Spielberechtigung ist jedoch, dass das Teilnahmerecht auf den neuen wirtschaftlichen Träger übertragen wird. Die Entscheidung darüber fällt in der Mitgliederversammlung der ProA-Ligisten Ende Mai. Aktuell sind 15 der nominell 16 Plätze in der zweiten Bundesliga vergeben, eine einfache Mehrheit reicht bei der Abstimmung aus.

Liebe kennt keine Liga

“Wir sind fest davon überzeugt, dass wir mit unserer hervorragenden Infrastruktur, dem Zuschauerpotenzial in der Arena Trier, unserer Tradition, unseren leidenschaftlichen Fans und natürlich auch den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen punkten können”, zeigt sich Ronny Höpfner optimistisch, der kommissarisch die Geschäftsführung übernommen hat, sich jedoch aus beruflichen Gründen künftig weiterhin ehrenamtlich für den Nachwuchs engagieren wird. Knapp acht Wochen nach dem Insolvenzantrag der Treveri Basketball AG und 21 Tage, nachdem der sportliche Abstieg aus der Beko Basketball Bundesliga endgültig besiegelt war, stehen die Zeichen also gut, dass es auch weiterhin Profibasketball in Trier geben wird. Für dieses Ziel arbeiten alle Verantwortlichen quasi rund um die Uhr – gemeinsam mit dem Büro des Insolvenzverwalters Thomas B. Schmidt stehen sie in permanenter Kommunikation mit der Liga, um die weiteren Fragen und Details der Spielrechtsübertragung abzustimmen.

“Wir hatten sehr konstruktive Gespräche und sehen ebenfalls eine gute Zukunftsperspektive für den Basketballstandort Trier,” bestätigt der Sprecher der Insolvenzverwalters Guido Joswig, der die weiteren Schritte im Bezug auf die Treveri Basketball AG erläutert. “Wir haben in den letzten Tagen die Gläubiger angeschrieben und sie aufgefordert uns ihre Forderungen schriftlich bis Ende Juni einzureichen. Anschließend wird es im August eine Gläubigerversammlung geben, auf der die weitere Abwicklung besprochen wird, eine Sanierung der AG ist nach aktuellem Stand ausgeschlossen.”

Der Grundstein für einen strukturellen Neustart der TBB Trier ist gelegt, an deren Spitze eine neue Führungskraft stehen wird. “Wichtig waren uns bei der Auswahl vor allem Kernkompetenzen im Sportmanagement, insbesondere im wirtschaftlichen Bereich. Ich gehe davon aus, dass wir in den nächsten Tagen eine Einigung erzielen werden”, erläutert Ronny Höpfner, der seit Jahren in einer Bank in Luxemburg arbeitet. Das neue Konzept und die Personalstruktur sollen demnächst bekanntgegeben werden. Wichtig für die Zukunftssicherung sind natürlich jetzt auch zahlreiche weitere anstehende Gespräche mit Sponsoren und Unterstützern: “Wir sind auf einem guten Weg und überzeugt davon, dass wir mit unserem zukunftsfähigen Konzept eine positive Aufbruchsstimmung erzeugen werden, der Schwebezustand der letzten Wochen nähert sich dem Ende, es gibt jetzt nur noch eine Devise: volles Engagement in Richtung ProA!”


Erhobenen Hauptes!

Die TBB Trier verabschiedet sich mit einem 89:81-Heimsieg gegen den Mitteldeutschen BC aus der Beko Basketball-Bundesliga. –  “Man kann nur hoffen, dass Trier bald wieder in der ersten Liga spielt.” – Jermaine Bucknor Topscorer mit 22 Punkten, Samenas und Kramer stark. 

TBB Trier - MBC

Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe hatte es kurz vor dem Tip Off gesagt: “Wir sind nicht zu einer Beerdigung gekommen!” Und er hatte recht: Trotz Insolvenz, trotz Zwangsabstieg und dem Ende der Trierer Erstliga-Ära sollte am heutigen Abend der Spaß am Basketball im Vordergrund stehen. Und so sahen 3447 Zuschauer eine Partie, die an Unterhaltung nichts zu wünschen übrig ließ – und die doch Nebensache war.

Henrik Rödl hatte, quasi als Abschiedsgeschenk, seine Mannschaft chronologisch aufgestellt, hatte die Spieler in die Startaufstellung beordert, die am längsten in Trier waren. Die TBB kommt mit einem Dreier von Laurynas Samenas schnell ins Spiel, hat dann aber Schwierigkeiten vor allem mit Frantz Massenat, der seine Wölfe zu einem 15:16-Viertelstand trägt.

Trier wurde stärker, Marko Lukovic erzwingt mit fünf Punkten in Folge zum 24:21 eine Auszeit von Gästetrainer Silvano Poropat; zwei Dreier von Bucknor und Kramer (31:24) bewirken das gleiche – Trier macht die big points. Doh Weißenfels gibt nicht auf, die Trierer Zone hat noch ein paar Löcher, die vor allem Djordje Pantelic nutzen kann: 41:40 zur Halbzeitpause.

Das dritte Viertel gehört zunächst den Gästen (45:51), dann folgt ein unwiderstehlicher 7:0-Lauf der Hausherren – die Stimmung ist bestens, als ein 52:51 von der Tafel leuchtet. Wieder folgt die Antwort: drei Dreier in Folge von Massenat und Wyrick zum 60:63. Dennis Kramer markiert schließlich seinerseits per Dreier den Vierelstand von 64:65.

Trier lässt sich im letzten Viertel nicht von zahlreichen Dreierversuchen der Wölfe aus dem Konzept bringen. Angeführt von Jermaine Bucknor, Laurynas Samenas und Dennis Kramer spielt das Team von Henrik Rödl vor allem in den letzten fünf Minuten extrem sicheren Offensivbasketball. Die Wölfe dagegen lassen Punkte an der Freiwurflinie liegen. Mit Samenas Dreier zum 77:77 kippt die Partie endgültig in Richtung der Hausherren und die Arena fängt zwei Minuten vor Schluss das Feiern an. Am Ende steht ein 89:81 Heimsieg zum Abschluss und die Emotionen kochen hoch: Minutenlange Standing Ovations für eine Mannschaft, die allen Nackenschlägen zum Trotz begeistern konnte – und ohne Insolvenz-Punktabzug am Ende 13. gewesen wäre.

Silvano Poropat (Mitteldeutscher BC): “In diesem Spiel ging es um nichts mehr – aber wenn wir mit diesem Spiel und diesem Ergebnis zufrieden wären, dann wären wir heute nicht hier. Im Profisport, wo Gewinnen fast alles bedeutet, gibt es eine höhere Macht, die für eine gewisse, wenn auch nur momentane Gerechtigkeit sorgt. Man hat gesehen, dass die Mannschaft und der Trainer und die Fans in Trier diesen Sieg verdient haben. Sie haben mit allem, was sie hatten dafür gearbeitet. Ich gratuliere zu diesem Sieg. Wenn wir das Spiel analysieren, sehen wir doofe Aktionen von uns und verlegte Freiwürfe. Aber wir hatten eine schöne Saison mit Höhepunkten, vor allem gegen Göttingen war es toll.

Ich wünsche allen Menschen, die in Trier für diese Sportart leben und täglich alles dafür tun, dass es bald wieder positive Nachrichten gibt. Ich kann mitfühlen, weil ich in ähnlichen Situationen war. Das Leben geht weiter, und für die gesamte Sache werden auch wieder bessere Tage kommen.”

Henrik Rödl (TBB Trier): “Glückwunsch an Silvano zu einer wieder einmal sehr guten Saison. Mit diesem Budget und dieser Mannschaft so problemlos die Klasse zu halten ist eine sensationell Leistung. Ich habe immer großen Respekt vor der stabilen Leistung dieses Vereins. Davon können sich viele was abschneiden.

Ich bin auch heute Abend wieder stolz auf mein Team, es hat großen Spaß gemacht, in dieser schwierigen Zeit zusammen mit der Mannschaft zu arbeiten. Ich freue mich, dass wir einen positiven Abschluss finden und den Fans etwas zurück geben konnten – die Stimmung war toll. Es gab am Ende sehr bewegende Momente. Man kann nur hoffen, dass Trier bald wieder in der ersten Liga spielt.”

Harris (8), Dahlem (0), Lukovic (8), Schmidt (8), Fritzen (0), Mönninghoff (2), Samenas (18), Breiling (0), Vrabac (1), Bucknor (22), Kramer (10), Anderson (12).

 


Letztes Beko BBL-Heimspiel gegen MBC

Zu ihrem letzten Heimspiel in 25 Jahren Beko BBL-Geschichte erwartet die TBB Trier am Donnerstag, 30. April (Tip Off: 20:00 Uhr) die “Wölfe aus Weißenfels”, den Mitteldeutschen BC. Das ist nicht ohne Symbolcharakter, denn die Wölfe sind nachweislich eine der spannendsten Mannschaften der Liga – historisch wie aktuell.

 Liveübertragung auf telekombasketball.de ab 19:45 Uhr – Volksbank Trier unterstützt im Rahmen der Aktion “BE GREEN!” die Jugendarbeit der TBB Trier mit 50 Cent pro grün gekleidetem Besucher! – Tickets: Hotlines 0651-9790777 und 00352-20301011, www.tbb-trier.de/tickets sowie an über 500 Vorverkaufsstellen von Ticket Regional. – Die Arena Trier öffnet um 18:00 Uhr. Die Arena-Theken bleiben nach dem Spiel länger geöffnet.

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Wer sich mit der Geschichte des MBC befasst, kommt nicht an deren schwärzester Stunde – und damit gleichzeitig ihrer hellsten – vorbei: In der Saison 2003/04 musste der Club, der seit 1999 in der höchsten deutschen Spielklasse vertreten war, Insolvenz anmelden, gewann aberwitzigerweise aber im gleichen Jahr noch mit der FIBA Euro Cup Challenge einen europäischen Wettbewerb – als damals erst zweiter deutscher Verein nach ALBA BERLIN (Korac Cup), später kam noch Göttingen dazu (Euro Challenge). Dann kam der freie Fall ins bisher tiefste Wellental: Bis in die Regionalliga musste der MBC absteigen. Doch die Wölfe bissen sich wieder nach oben: direkter Aufstieg in die 2. Liga Nord, zweimal Vizemeister, 2009 Meistertitel in der Pro A und Wiederaufstieg in die Beko BBL – eine klassische “Cinderella-Story”, wie es im Sportjournalismus so gerne heißt.

Im Oberhaus ist der MBC aus Weißenfels im Burgenland seitdem ein klassischer Abstiegskandidat: Kleine Stadt, überschaubares Budget, ebenso übersichtliche Sponsorenlandschaft. Die Wölfe kümmert dieser Pessimismus nicht, was sicher auch an ihrer Philosophie liegt: Es sei egal, ob sie oben in der Pro A oder im unteren Mittelfeld der Beko BBL mitspielten, solange sie spielten, sagte Wölfe-Manager Martin Geissler einmal sinngemäß. Mit dieser Einstellung steckte man in Weißenfels auch den Abstieg 2010/11 weg, wieder war “Beißen” angesagt. Und diesmal schafften die Wölfe unter Kulttrainer Silvano Poropat den direkten Wiederaufstieg.

Poropat, der erst kürzlich seinen Vertrag um weitere fünf(!) Jahre bis 2020 verlängerte, ist der Mann, der den Wölfen bisher verlässlich die Abstiegssorgen genommen hat: In der letzten Saison stand bis kurz vor Schluss sogar Playoff-Platz 8 zu Buche – erst die TBB verdarb dem MBC den Traum, unter anderem weil Jermaine Anderson in der Stadthalle Weißenfels eiskalt 12 von 12 Freiwürfen versenkte.

Ebenso wie die Geschichte der Wölfe verläuft auch ihre aktuelle Saison in Wellen: Ein Traumstart mit sieben Siegen in den ersten neun Spielen machte die “ewigen Absteiger” in den Augen der Fans kurzzeitig sogar zum sicheren Playoff-Team. Doch das Tal ließ nicht lange auf sich warten: Es folgte eine Serie aus zehn Niederlagen, zwei Siegen und nochmal sechs Niederlagen am Stück, der MBC war zurück im Strudel.

Doch die Wölfe fingen sich – wie zu erwarten. Mit fünf Siegen aus den letzten sechs Spielen belegen sie sicher Tabellenplatz 12. Damit lässt sich in Trier befreit aufspielen.

Auffälligster Wölfe-Akteur ist der deutsche Rookie Christian Standhardinger. Der 25-jährige kam von der University of Hawaii ins Burgenland und war maßgeblicher Bestandteil des Traumstarts: zweistellige Punktzahlen in den ersten acht Spielen und aktuell immer noch 10.2 im Schnitt sprechen deutlich für den Small Forward. Ein weiterer Rookie leitet das Weißenfelser Spiel: Frantz Massenat von der Drexel University verteilt 3.9 Assists pro Spiel und erzielt dabei selbst noch 10 Punkte. Sein Gegenpol: Der serbische Routinier Djordje Pantelic – ein mit allen Wassern gewaschener Power Forward mit 6.7 Rebounds auf dem Zettel. Besonderes Augenmerk dürfte bei der Trierer Defense auf Patrick Richard liegen, und das liegt am Hinspiel zur heutigen Partie: Die Glückwunsch-SMS an Jermaine Anderson nach dessen zwei Wahnsinnsdreiern in Folge zum 72:72 war schon getippt, aber nicht verschickt – da ballerte Richard den Dreier zum 75:72 gegen den Mann rein. Das Spiel endete 77:74.

 


Moral bewiesen, Spiel verloren

Die TBB Trier zeigt trotz des besiegelten Abstiegs bei ihrem letzten Auswärtsspiel in der Beko BBL eine ansprechende Leistung gegen die Basketball Löwen Braunschweig. Die Mannschaft von Henrik Rödl kann unter anderem das Rebound-Duell für sich entscheiden. Dennoch gewinnen die Gastgeber nach einem starken dritten Viertel mit 80:74. – “Beide Mannschaften haben das Spiel bis zum Ende ernst genommen.” – Jermaine Bucknor erfolgreichster Trierer mit 17 Punkten. 

Jermaine Bucknor, Trier

Weniger als zwei Tage lagen für beide Mannschaften zwischen diesem und dem vorigen Spieltag – und für beide war nach der jeweiligen Freitagspartie der Druck weg: Braunschweig hatte das Rennen um die Playoffs abreißen lassen müssen, Trier muss nach 25 Jahren Erstklassigkeit den harten Gang in die Pro A antreten. Wer daraufhin allerdings am Sonntagnachmittag ein langweiliges Basketballspiel mit reichlich “Dienst nach Vorschrift” erwartet hatte,  wurde enttäuscht.

Die TBB kam besser aus den Startlöchern, Braunschweig schien noch ein wenig dem verpassten Playoffzug nachzuhängen. Ein Dreipunktspiel von Laurynas Samenas bedeutete das 0:5. Trier arbeitete vor allem im Rebound deutlich besser als die Hausherren, und so dauerte es bis zum 9:9 ehe Braunschweig erstmals ausgleichen konnte. Doch die Löwen wurden allmählich wach, kamen mit Punkten des starken Tim Abromaitis zur 12:11-Führung. Trier hadert mit seinen Distanzwürfen, erarbeitet sich aber immer wieder zweite Wurfchancen. Bei Braunschweig fällt der Dreier besser, bezeichnend die letzte Aktion des Viertels, als Youngster Lucas Gertz per Distanzwurf den 16:17-Rückstand in die 19:17-Führung zur Viertelpause verwandelt.

Ihre stärkste Phase hatte die TBB zu Beginn des zweiten Abschnitts: Trier machte jetzt richtig viel Druck, Ricky Harris bediente erst Jermaine Bucknor, dann Dennis Kramer zum 19:21. Insgesamt bringt das Team von Henrik Rödl mit guter Arbeit an den Brettern einen 0:11-Lauf aufs Parkett. Erst der ehemalige Trierer Dru Joyce bricht den Bann mit einem Dreier zum 22:28. Der wirkte als Weckruf: Braunschweig packte in der Verteidigung härter zu und traf seine Distanzwürfe verlässlich – anders als die TBB, die nach zwei Vierteln erst einen von 12 Versuchen von jenseits der 6,75 Meter eingenetzt hatte. Zur Halbzeit stand folgerichtig ein 35:35 auf der Anzeigetafel.

Das Halbzeit-Donnerwetter in der Braunschweiger Kabine dürfte heftig ausgefallen sein, zumindest hatte es eine Wirkung: Die Basketball Löwen kamen mit ordentlich Dampf zurück aufs Parkett. Starke Verteidigung erzwang Trierer Notwürfe, vor allem kam jetzt aber die Offensive der Hausherren ins Rollen: Tim Abromaitis und Dru Joyce starteten einen 7:0-Lauf zum 42:35 und drehten so die Partie. Trier ließ sich nicht abschütteln, blieb zum Beispiel durch Punkte von Jermaine Anderson im Spiel, musste sich diese allerdings hart erarbeiten. Erst zur Mitte des dritten Viertels gelang es den Gästen, wieder auf 50:46 zu verkürzen. Doch Braunschweig schlug im richtigen Moment zurück: Maurice Pluskota bringt mit zwei spektakulären Dunkings zum 52:46 und 56:46 das Publikum in der Volkswagenhalle ins Spiel, per Freiwurf sorgt Pluskota auch für den vorentscheidenden Zwischenstand von 57:46 nach drei Abschnitten.

Doch zum Verlieren war die TBB nicht an die Oker gereist: Zwar kann Braunschweig unter Führung von Topscorer Abromaitis noch bis auf 14 Zähler davoneilen, aber die Gäste kämpfen sich bis zum Schluss durch die Partie. Bis auf 74:68 kommt die TBB nochmal heran, eine Minute vor Schluss ist so durchaus noch etwas zu holen. Doch Trier kann die letzten 60 Sekunden nicht für sich nutzen, Ricky Harris betreibt mit dem Dreier zum 80:74 nur noch Ergebniskosmetik.

Das letzte Heimspiel der Saison findet am Donnerstag, 30. April um 20:00 Uhr in der Arena Trier statt. Gegner ist der Mitteldeutsche BC. (Tickets)

Raoul Korner (Basketball Löwen Braunschweig): “Es gebührt heute beiden Teams Respekt. Beide haben klargestellt, dass die Saison noch nicht vorbei ist und bis zum Ende gespielt wird. Wir haben in der ersten Halbzeit nicht konsequent beim defensiven Rebound gearbeitet, das aber zur zweiten Halbzeit verbessert. Im dritten Viertel haben wir die Kontrolle über das Spiel bekommen und es recht solide gegen ein kämpferisches Trier nach Hause getragen. Nun werden wir auch im letzten Spiel alles daran setzen, um eine bisher gute Saison noch gut zu Ende zu bringen.”

Henrik Rödl (TBB Trier): “Es war heute sicherlich ein spannendes Spiel. Zu Beginn war die Spannung bei beiden Mannschaften nicht so hoch, auch weil seit Freitag für beide Teams die Saisonziele beendet waren. Braunschweig ist dann mit mehr Energie aus der Halbzeit gekommen und hat das Spiel übernommen. Es war aber insgesamt viel Intensität im Spiel und beide Mannschaften haben gezeigt, dass sie es bis zum Ende ernst genommen haben.”

Für Trier: Harris (14), Dahlem (0), Lukovic (11), Schmidt (5), Mönninghoff (2), Samenas (3), Vrabac (10), Bucknor (17), Kramer (2), Anderson (10).

Rebounds: 33:37.
Zuschauer: 2588.


Kopf oben halten in Braunschweig

TBB Trier trifft im vorletzten Saisonspiel auswärts auf die Basketball Löwen Braunschweig. “Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie Herz hat, und wir werden auch dieses Spiel vernünftig angehen.” – Tip Off in Braunschweig am Sonntag, 26. April um 17:00 Uhr.

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An das Hinspiel erinnert man sich in Trier nur zu gerne: zum Auftakt der Jubiläumssaison unterlagen die Basketball Löwen Braunschweig der TBB Trier deutlich mit 79:64. Jetzt, am Ende der Saison, liegen die Dinge dramatisch anders: Trier steht als zweiter Absteiger neben Crailsheim fest. Braunschweig dagegen kratzte lange an der Tür zum Viertelfinale und verpasste das Playoff-Ticket denkbar knapp am vergangenen Freitag.

Die Fäden im Braunschweiger Spiel zieht ein aller Trierer Bekannter: Dru Joyce ist mit 6.0 Assists pro Spiel der zweitbeste Vorlagengeber der Beko BBL; zudem markiert der 30-jährige, der von 2010 bis 2012 in Trier spielte, 12.6 “eigene” Punkte im Schnitt. Topscorer der Niedersachsen ist der US-amerikanische Small Forward Tim Abromaitis, der mit 13.9 Punkten und 6.0 Rebounds Traumwerte auflegt. Überathlet Trent Lockett, Center Kyle Visser und Routinier Derrick Allen tragen sich ebenfalls zweistellig ins Scoreboard ein. Neben Allen steht mit Immanuel McElroy ein weiterer extrem erfahrener BBL-Akteur im Team von Headcoach Raoul Korner.

Die TBB Trier ist bereits am Tag nach der bitteren Niederlage gegen Ulm nach Braunschweig abgereist. Die Partie in der Volkswagen Halle beginnt um 17:00 Uhr, Telekom Basketball überträgt ab 16:45 Uhr.

TBB-Headcoach Henrik Rödl fasst die Gefühlslage zusammen:

“Die Mannschaft hat in allen möglichen und unmöglichen Situationen gezeigt, dass sie Herz hat. Unsere Aufgabe in sehr kurzer Zeit ist es jetzt, nach Braunschweig zu fahren und den Frust zu verarbeiten. Wir werden auch dieses Spiel so angehen, dass es vernünftig läuft und wir uns eine Siegchacne erarbeiten können. Warum auch nicht? Die schönsten Momente der vergangenen Wochen waren in Oldenburg und in Hagen. Wir sind mit zehn Siegen kein Absteiger. Das ist meine Meinung. Falls mich jemand fragt. “


TBB verliert 78:83 gegen Ulm

Die TBB Trier hält ihr Heimspiel gegen ratiopharm ulm am Freitag lange offen, verliert am Ende aber mit 78:83. Damit steht die TBB Trier nach dem durch die Insolvenz verursachten Punktabzug rechnerisch als zweiter Absteiger aus der Beko BBL (neben den Crailsheim Merlins) fest. – “Ich bin stolz auf die letzten fünf Jahre!” – Jermaine Bucknor Topscorer mit 14 Punkten. 

TBB Trier - Fraport Skyliners

16 Sekunden vor Ende war die Partie entschieden – erst dann konnte Nationalspieler Per Günther sein Team ratiopharm ulm mit einem Freiwurf uneinholbar auf 78:83 davonschießen, den nächsten Rebound schnappte sich sein Teamkollege Tim Ohlbrecht. Trier hatte sich nach schwachem Start mit Zähnen und Klauen gegen die drohende Niederlage (und den damit verbundenen Abstieg) gestemmt, hatte nach einer Saison voller Nackenschläge alles gegeben. Aber es reichte nicht gegen eine Ulmer Mannschaft, die vor allem im Rebound ihre Überlegenheit ein ums andere Mal ausspielen konnte.

Ulm war schnell in Führung gegangen, vor allem der wieselflinke und sprunggewaltige Will Clyburn stellte Trier vor arge Probleme (0:7, 2:9), auch Tim Ohlbrecht ließ es zum 2:11 erstmals ordentlich krachen – Auszeit Trier. Die half nur im Ansatz, die TBB musste sich ihre Punkte hart verdienen; Ulms Center Ian Vougioukas dominierte gemeinsam mit Ohlbrecht die Zone. Zwei Dreier in Folge von Samenas brachten endlich ein wenig mehr Schwung ins Trierer Spiel, dennoch endete das erste Viertel mit 14:27, Vougioukas hatte ein schönes Zuspiel von Jaka Klobucar verwertet.

Im zweiten Viertel fand Trier schließlich wie schon so oft über seine Verteidigung ins Spiel: Die “Zone” erzwang Ulmer Ballverluste, vorne brachte unter anderem Jermaine Bucknor mit einem sehenswerten Alley Oop-Anspiel auf Laurynas Samenas das Publikum ins Spiel: 21:29 und Stimmung in der Arena. Die wurde dann sukzessive immer noch besser: Ein Korbleger von Stefan Schmidt mit Foul von Isaiah Fillmore zum 28:32 wurde frenetisch bejubelt – auch wenn der Bonusfreiwurf sein Ziel verfehlte. Trier hat den Ausgleich noch vor der Halbzeit auf der Hand, doch Ulm wusste sich zu helfen: Per Günther markiert in den richtigen Momenten erst den Dreier zum 30:40, dann zwei Freiwürfe zum 36:44-Pausenstand.

Trier kämpfte in einer immer noch nervösen Partie weiter vorbildlich gegen den auf dem Papier besseren Gegner – und schmolz den Rückstand Zug um Zug ein. Ein Dreier und ein schönes Solo von Harris  brachten das 44:52, ein Dreier von Anderson das 47:52 und eine Ulmer Auszeit. Das Highlight des Abends gelang Mathis Mönninghoff zum Auftakt ins vierte Viertel: Ein Vierpunktspiel zum 60:61. Doch die Führung wollte an diesem schicksalhaften Abend einfach nicht gelingen, zu punktgenau kamen die Ulmer Antworten auf Trierer Stärkephasen. Der 67:67-Ausgleich durch Dennis Kramer nach schönem Anspiel von Anderson hätte fünf Minuten vor Spielende die späte Wende markieren können. Doch in der Schlussphase nahm erst Ian Vougioukas mit vier Punkten in Folge das Heft wieder in die Hand (67:71), dann übernahm Per Günther, der sich auch durch einen offenen Dreier von Kramer zum 72:74 nicht beeindrucken ließ. Der Point Guard der Deutschen Nationalmannschaft führte sein Team sicher durch die crunch time und sorgte mit seinen Freiwürfen für den 78:83 Endstand.

Trier ist damit 16 lange Sekunden vor Ende des Spiels aufgrund des Punktabzugs rechnerisch abgestiegen – doch die Trierer Fans singen zum Abschluss “Wir sind stolz auf unser Team” und “Nur ein Jahr, dann sind wir wieder da”.

Die TBB hat noch zwei Spiele vor sich: Bereits am Sonntag geht es nach Braunschweig (Tip Off: 17:00 Uhr). Am Donnerstag, den 30. April steht dann das letzte Heimspiel in der Beko BBL an, Gegner ist der Mitteldeutsche BC (Tip Off: 20:00 Uhr).

Für die TBB: Harris (12), Dahlem (n.e.), Lukovic (10), Schmidt (4), Fritzen (n.e.), Mönninghoff (4), Samenas (10), Breiling (n.e.), Vrabac (4), Bucknor (14), Kramer (7), Anderson (13).

Henrik Rödl (Headcoach TBB Trier): “Ich bin natürlich sehr enttäuscht über diese Niederlage und den damit feststehenden Abstieg. Aber ich möchte betonen, dass die Mannschaft gekämpft hat, dass ich stolz darauf bin, wie sie sich präsentiert hat. Wir haben leider in der Anfangsphase nicht ins Spiel gekommen, das ging dann übe Leidenschaft und Kampf, so dass wir die Partie offen halten konnten. Ich blicke auf fünf Jahre zurück, in denen wir viele gute Sachen gemacht haben. Ich bin stolz auf das, was wir in vielen Bereichen auf die Beine gestellt haben. Und ich bin traurig, dass es zu Ende geht, aber das kann man nicht mehr ändern. Ich wünsche Thorsten und seiner Mannschaft viel Erfolg in den Playoffs.”

Thorsten Leibenath (Headcoach ratiopharm ulm):  “Wie so oft ist es in Trier sehr schwer für uns gewesen. Ich bin froh, dass wir gewonnen haben Wenn wir verloren hätten, hätten wir uns nicht beschweren dürfen, Trier hat aufopferungsvoll gekämpft, war in den meisten Bereichen ebenbürtig, in manchen vielleicht sogar besser. Das Rebounding hat den Ausschlag gegeben, da haben wir einen guten Job gemacht. Wir haben uns schon öfter nach einem guten Start zu sicher gefühlt und dabei den Gegner vergessen – einen Gegner der kämpft. Wir fangen dann an behäbig und arrogant zu spielen, und so passieren 21 Ballverluste. Triers Defense ist gut – aber das ist nicht ansatzweise unser Anspruch. Wir hatten am Schluss die richtigen Spieler auf dem Feld, Per ist eminent wichtig für uns. Insgesamt war das keine gute Leistung, wir sind froh, gegen eine gute Trierer Mannschaft gewonnen zu haben.”

Zuschauer: 3484.


Vorletztes Heimspiel: TBB gegen Ulm!

Vorletztes Heimspiel der Saison 2014/15  für die TBB Trier: Am Freitag, 24. April um 20:00 Uhr heißt der Gegner in der Arena Trier ratiopharm ulm. “Sie sind sehr stabil.” – Liveübertragung auf telekombasketball.de ab 19:45 Uhr – Volksbank Trier unterstützt im Rahmen der Aktion “BE GREEN!” die Jugendarbeit der TBB Trier mit 50 Cent pro grün gekleidetem Besucher! – Tickets: Hotlines 0651-9790777 und 00352-20301011, www.tbb-trier.de/tickets sowie an über 500 Vorverkaufsstellen von Ticket Regional. – Die Arena Trier öffnet um 18:00 Uhr.

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Hier verpasst Ihr keinen Ballverlust“, so bewirbt Telekom Basketball das eigene A ngebot in den Live-Übertragungen der Beko BBL. Zu sehen ist Per Günther, wie er Bälle reihenweise verliert. Natürlich nur ein humorvoller Zusammenschnitt, denn der Ulmer Aufbauspieler muss sich keine Sorgen machen, im Fernsehen ein schlechtes Bild abzugeben: Mit 14 Punkten pro Spiel ist er nicht nur Topscorer seines Teams, sondern auch der beste deutsche Punktesammler der Liga. Auch seine 5 Assists sind Bestwert unter den deutschen Spielern, 2.1 Ballverluste ebenfalls kein Grund zur Beunruhigung.

Beachtenswert aber ist: Günthers Vertrag läuft im Sommer aus – und der 27-Jährige hat sich noch nicht entschieden, für welchen Club er zukünftig die Sneakers schnüren möchte. Seinen Traum von der Euroleague kann Ulm ihm wohl nicht erfüllen, andererseits ist er hier der Star des Teams. Keine Frage, Günther steht auf der Wunschliste aller Topclubs und hat im Sommer die Qual der Wahl.

Dass Ulm einen deutschen Topscorer hat, ist ligaweit einzigartig. Aber nicht nur das, mit Tim Ohlbrecht hat auch der zweitbeste Punktesammler einen deutschen Pass. Ohlbrecht ist mit seinen gerade 26 Jahren schon ein Bundesligaroutinier. Drei Jahre Bamberg, zwei Jahre Bonn und eine Spielzeit in Frankfurt stehen bereits in seiner Vita. Als die Karriere zu stagnieren drohte, wagte Ohlbrecht den Schritt in die USA, spielte erfolgreich in der NBA D-League, wo er zum Allstar gewählt wurde. Auch der Sprung in die beste Liga der Welt gelang vorübergehend, dreimal kam er für die Houston Rockets zum Einsatz. Im Sommer dann die Rückkehr nach Deutschland, für ratiopharm ulm legt er 13.3 Punkte, 5.8 Rebounds und 1.3 Blocks auf.

Ulms Headcoach Thorsten Leibenath (“zusammen mit Henrik Rödl der emotionalste Coach der Liga” sagte Johannes Herber anlässlich seiner Lesung in Trier im vergangenen Sommer über ihn) stehen aber nicht nur diese beiden Spieler mit zweistelliger Punktausbeute zur Verfügung: Insgesamt sechs Akteure holen mehr als 10 Punkte pro Spiel. Will Clyburn (12.7), der slowenische Nationalspieler Jaka Klobucar (11.3), Brion Rush (11.2), und Center Ian Vougioukas (10.3) sind mit Günther und Ohlbrecht der Motor der gut geölten Ulmer Offensivmaschine.

Im Hinspiel wurde, folgerichtig, die Trierer Defense vor große Probleme gestellt. Boris Savovic (mittlerweile nach Montenegro gewechselt) war mit 21 Zählern der erfolgreichste Ulmer. Dennoch war das Spiel lange knapp, nach drei Vierteln führte sogar die TBB. Das Schlussviertel aber endete mit 31:12, das Spiel daher mit 93:77.

Zuletzt lief es nicht hundertprozentig rund für ratiopharm ulm. Leibenaths Team reist mit drei verlorenen Spielen in Folge an die Mosel – die allerdings gegen die “bel etage” der Liga: 66:80 gegen Tabellenführer ALBA BERLIN, 74:66 auswärts beim Pokalsieger Oldenburg,76:87 zuhause gegen Meister Bayern München.

“Das sind drei Niederlagen, die Ulm wohl nicht weiter belasten dürften”, findet auch TBB-Headcoach Henrik Rödl, “sie sind als Fünfter sicher in den Playoffs und spielen offensiv sehr gut organisierten Basketball. Vor allem durch den neuen griechischen Center Vougioukas sind sie nochmals stabiler geworden.”

Die Ulmer sind in der Tat bereits sicher für die Playoffs qualifiziert, doch es geht noch darum, sich das Heimrecht zu sichern – Tabellenplatz vier wäre dafür das erklärte Ziel. Die Telekom Baskets aus Bonn haben die Münsterstädter am letzten Wochenende von dieser Wunschplatzierung verdrängt. Die beiden Teams werden also in der ersten Playoffrunde höchstwahrscheinlich aufeinander treffen, zu klären ist nur noch, wer das erste Spiel in eigener Halle austragen darf.

Henrik Rödl über die letzten Auftritte der TBB Trier: “Wir haben in den letzten beiden Spielen gegen Frankfurt und Hagen einiges an Selbstvertrauen zurückbekommen. Auch wenn es gegen Frankfurt nicht gereicht hat, in  Hagen hat die Mannschaft gezeigt, dass sie noch Spiele gewinnen will und auch kann. Das hat uns großen Spaß bereitet, und ich hoffe den Fans auch. gegen Ulm werden wir einen besonderen Tag brauchen, um dagegen zu halten.”

 


Harris holt Sieg gegen Hagen

Die TBB Trier hat ihr Auswärtsspiel bei Phoenix Hagen mit 70:77 gewonnen. Die Trierer lagen von Beginn an zurück, bewiesen einmal mehr Kampfgeist und drehten das Spiel im letzten Viertel. Bester Trierer war Jermaine Bucknor mit 19 Punkten, die wichtigen Punkte in der entscheidenden Phase erzielte Ricky Harris.

Phoenix Hagen vs. TBB Trier

Bei Hagen fehlte Topscorer David Bell, für ihn war Nachwuchstalent Niklas Geske in die Starting Five gerückt. Und der bewies gleich mal, dass auch er ein guter Schütze ist, traf den Distanzwurf zum 3:0. Dino Gregory legte nach, Keith Ramsey ließ es ordentlich krachen, 7:0. Dann traf Jermaine Anderson für die TBB von draußen. Hagen war weiter heiß und traf jeden Wurf, schnell stand es 12:3, was Henrik Rödl zur ersten Auszeit zwang. Danach zog die TBB mehr zum Korb, Mathis Mönninghoff konnte ein Foul ziehen und von der Freiwurflinie verkürzen. Marko Lukovic legte nach Assist von Mönninghoff zum 14:7 ein. Jermaine Anderson fand den freien Jermaine Bucknor, der für drei traf. Ricky Harris bewies schnelle Hände, nahm Todd Brown im Fastbreak den Ball ab. Jermaine Bucknor traf einen schnellen Sprungwurf aus der Mitteldistanz, aber Fabian Bleck erhöhte wieder auf 18:13. Bucknor hatte ein ganz weiches Handgelenk, versenkte auch seinen nächsten Wurf von draußen, Zamal Nixon traf zwei Freiwürfe zum 20:16-Stand nach dem ersten Viertel.

Dennis Kramer eröffnete Abschnitt zwei mit einem langen Zweier, Zamal Nixon konterte aber per Dreier, 23:18. Bucknor verkürzte von der Freiwurflinie, der Kapitän hatte jetzt schon 10 Punkte auf dem Konto. Fabian Bleck und Todd Brown erzielten jetzt zu einfache Punkte für die Gastgeber, dann traf Brown auch noch für drei, 30:22. Das Spiel schien der TBB langsam zu entgleiten, die in dieser Saison eigentlich sehr heimschwachen Hagener spielten mit großem Selbstbewusstsein. Todd Brown traf aus der Halbdistanz, nur Sekunden später erzielte Dino Gregory gleich die nächsten Punkten, sein Dunk im Fastbreak bedeutete das 37:28. Marko Lukovic konnte sich jetzt schön im Lowpost durchsetzen, aber Todd Brown sammelte seine nächsten drei Punkte, 40:30. Lukovic mit zwei Punkten nach Offensivrebound, Larry Gordon machte es wieder zweistellig. Die TBB ließ sich zu sehr auf den Tempobasketball der Hagener ein, die daher leichtes Spiel hatten. Zur Halbzeit stand es 44:34.

Larry Gordon erzielte die ersten Punkte nach der Pause. Stefan Schmidt und Marko Lukovic reduzierten den Trierer Rückstand auf acht Zähler. Mathis Mönninghoff versenkte einen artistischen Korbleger, beim 46:40 ging Phoenix Hagen in die Auszeit. Die bewirkte wenig, Trier blieb im Aufwind. Jermaine Bucknor schloss per Dunk ab, Marko Lukovic mit seinem Hook-Shot. Fabian Bleck traf zum 50:44, aber Jermaine Bucknor versenkte seinen nächsten Dreier. Die beiden Kanadier in Reihen der TBB waren es einmal mehr, die Verantwortung übernahmen. Auch Jermaine Anderson traf für drei, 52:50. Trier ließ jetzt zwei Offensivrebounds zu, was Niklas Geske schließlich bestrafte. Dino Gregory und Todd Brown erhöhten die Hagener Führung, Laurynas Samenas traf zum 59:54, Viertelpause.

Adin Vrabac setzte sich mit schönem Drive zum Korb durch, Dino Gregory stellte die fünf Punkte Differenz wieder her. Erneut punktete Vrabac, die Trierer Defense legte zu, die Hagener bekamen jetzt immer wieder Probleme mit der Angriffszeit. Vrabac war heiß, traf jetzt auch den Dreier, Ausgleich! Den Hagenern merkte man an, dass sie zuhause schon zu viele Spiele verloren hatten. Sechseinhalb Minuten erzielten die Gastgeber keine Punkte. Der TBB gelang es unterdessen, gleich zwei Spieler unter dem Korb freizuspielen, von denen Stefan Schmidt unbedrängt zum 61:63 einlegen konnte. Die TBB blieb cool, spielte ruhig ihre Angriffe, bis der freie Mann gefunden war. Immer wieder war das jetzt Ricky Harris, der, nachdem er sich warmgeworfen hatte, auch die nicht ganz so freien Würfe versenkte. So fand der schwere Dreier zum 64:71 sein Ziel. Die Fans beider Teams sorgten jetzt für eine großartige Basketballatmosphäre in der Enervie Arena. Todd Brown konnte eineinhalb Minuten vor Schluss noch von der Freiwurflinie verkürzen, danach gelang Hagen zu wenig, Trier ging an die Linie und erhöhte weiter. Ein Steal und die Fastbreakpunkte von Ricky Harris entschieden das Spiel endgültig, die TBB besiegte Phoenix Hagen mit 70:77.

Henrik Rödl: „Wir hatten zuletzt nicht viel zu lachen, da tut so ein Sieg gut. Wir haben gut gespielt, ich bin stolz auf mein Team, das hart gearbeitet hat. Es ist ein schönes Gefühl, mal für zwei Stunden abzuschalten. Mit David Bell hat Hagen heute ein wichtiger Spieler gefehlt, der vielleicht Antworten auf unsere Zonenverteidigung gehabt hätte. Es sind immer komische Spiele gegen Hagen. Diesmal haben wir beide Partien gewonnen, letztes Jahr haben wir beide Spiele verloren. Wir haben großen Respekt voreinander. Es ist unglaublich, was Hagen mit dem schmalen Budget leistet. Es ist stark, dass Hagen und Trier mit den beschränkten Möglichkeiten seit Jahren in der Liga geblieben sind. Schade für uns, dass es vorerst wahrscheinlich kein weiteres Spiel gegen Hagen geben wird.“

Ingo Freyer: „Wir haben das Spiel auf eine ähnliche Art verloren wie einige andere Spiele zuvor. Am Ende fehlte die Qualität, auch weil David Bell nicht dabei war. Wir wollen und müssen die jungen Spieler fördern, doch das klappt nicht immer gleich gut. Dann wird zu viel gepasst, es fehlt das Selbstvertrauen, Schüsse werden nicht genommen. Wir konnten unser Spiel heute nicht durchsetzen, hatten keine Ballgewinne und Schnellangriffe. Trier hat uns ins Setplay gezwungen, damit hatten wir Probleme. Es tut mir sehr leid, was in Trier passiert. Wir stehen eigentlich Jahr für Jahr nebeneinander in der Tabelle. Das gemeinsame Ziel hieß immer, die Klasse zu halten.“

Harris (13), Lukovic (10), Schmidt (4), Fritzen (n.e.), Mönninghoff (4), Samenas (4), Vrabac (7), Bucknor (19), Kramer (4), Anderson (12).


Das beliebteste Auswärtsspiel

Zwei Spiele an einem Wochenende: Die TBB Trier tritt am Sonntag bei Phoenix Hagen an – „Richtiges Training war unmöglich, aber wir werden sehen, was passiert“ – Hagens Topscorer Bell fällt aus – Tip Off ist um 17:00 Uhr, Telekom Basketball übertragt live ab 16:45 Uhr

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“Kämpfen Trier” – Ein Tag nachdem die TBB Trier Insolvenzantrag gestellt hatte, prangten diese Worte ganz oben in der Hagener Enervie Arena, besser bekannt unter ihrem alten Namen Ischelandhalle. Oben auf dem „Heuboden“, wo die lautesten Fans von Phoenix Hagen sitzen. Und früher die von Brandt Hagen und SSV Hagen, dem Gründungsmitglied der Bundesliga.

Das Banner des Fanclubs „Tornados Hagen“ bildete den Auftakt einer Welle der Solidarität, die über den in Zahlungsschwierigkeiten geratenen Bundesligisten von der Mosel schwappte.

Nicht nur deshalb reist die TBB am Sonntag gerne in die Basketball-Hochburg Hagen. Kein anderes Team der Liga ist in diesem Jahr so gastfreundlich, was die Überlassung der Punkte angeht. In der Heim-Tabelle belegt Phoenix den letzten Platz, nur zwei Siege wurden in der Enervie Arena eingefahren. Schaut man genauer hin, wird es noch deutlicher: Einer der beiden Siege wurde am grünen Tisch erzielt, weil die Crailsheim Merlins im Schneechaos feststeckten und gar nicht antreten konnten.

Auswärts hingegen ist man deutlich stärker. Neun Siege wurden in der Fremde eingefahren, nur ALBA BERLIN und der FC Bayern gelangen mehr. Nicht erfolgreich war man allerdings an der Mosel, im Hinspiel siegte die TBB 75:62. Gelingt Phoenix nun die Revanche oder bleibt der Fluch in eigener Halle bestehen?

Geht es nach Ingo Freyer, wird es wohl zu einem Heimsieg kommen. Der Phoenix-Coach steht seit 2007 an der Seitenlinie der Hagener und ist damit der dienstälteste Trainer in der Beko BBL.

Die Hagener haben einen vergleichsweise kleinen Kader, der Ruhrpott-Club muss sparen. Die sechs Ausländer-Plätze müssen mit Bedacht besetzt werden, jeder der US-Amerikaner muss konstant gute Leistungen abliefern. Das funktioniert auch in diesem Jahr gut, besonders David Bell zeigte sich offensiv wieder in unbestechlicher Form. 17.7 Punkte erzielt der Point Guard, dazu kommen 3.8 Assists. Bell fällt nach einer Ellenbogen-Operation allerdings für den Rest der Saison aus. Auf der Flügelposition spielt Larry Gordon (13.7 Punkte, 5.8 Rebound). Im Hagener Kader fehlt ein echter Center, auch hier war man sparsam – jeder Zentimeter kostet Geld. Um die Rebounds muss man sich trotzdem keine allzu großen Sorgen machen, Keith Ramsey (11.3 Punkte, 6.4 Rebounds, 1.2 Blocks) und Dino Gregory (9.1 Punkte, 5.0 Rebounds, 1.4 Blocks) strahlen Präsenz unter den Körben aus. Ramsey, der bereits von 2012 bis 2014 im Hagener Kader stand, war zu Saisonbeginn noch in Polen, kehrte im Dezember aber zu Phoenix zurück. Todd Brown (11.7 Punkte, 3.4 Rebounds) und Zamal Nixon (10.5 Punkte 3.5 Assists) scoren ebenfalls zweistellig.

Die Deutschen spielen im Hagener Kader eine eher untergeordnete Rolle, dafür setzt man auf die eigene Jugend. Hier ist besonders Niklas Geske hervorzuheben. Der Aufbauspieler hat in der aktuellen Spielzeit einen großen Sprung gemacht, leitet den Spielaufbau souverän. Er setzte auch das Hagener Highlight der Saison: Im Spiel bei medi bayreuth traf er den Buzzerbeater von deutlich hinter der Mittellinie zum 73:76-Sieg.

Wie immer spielt Hagen sehr schnellen Offensivbasketball und erzielt im Schnitt 80.3 Punkte, kassiert mit 83,9 Zählern aber auch die drittmeisten.

Henrik Rödl: „Hagen spielt extrem schnellen Basketball, sie sind sehr klein, sehr athletisch und werfen gut. Sie versuchen einen mit verschiedenen Verteidigungen aus der Ruhe zu bringen. Das wird ein ganz anderes Spiel als gegen Frankfurt, Hagen hat eine komplett andere Spielweise. Wir müssen schnell umschalten und mit hoher Aufmerksamkeit spielen, weil sie viele Dinge verändern und immer attackieren. Wir haben im Hinspiel sehr gut gespielt, aber Hagen ist gut drauf, sie haben nur knapp in Berlin verloren. Mal sehen, was passiert“

Nach dem gestrigen Spiel gegen Frankfurt ist die Vorbereitung auf das Spiel schwierig: „Richtiges Training ist da unmöglich. Wir sprechen ein paar Sachen durch, aber das reicht natürlich nicht. Hagen hat schon am Mittwoch gespielt, sie haben also deutlich mehr Zeit sich zu erholen und vorzubereiten, das macht schon einen Unterschied.“


Auf den letzten Metern gescheitert

Die TBB Trier hat ihr Heimspiel gegen die FRAPORT SKYLINERS mit 58:75 verloren. In einer besonders in der ersten Hälfte starken Partie hielten die Trierer lange mit, erst in den letzten Minuten wurde der Abstand größer. Bester Trierer war Jermaine Anderson mit 17 Punkten und 6 Rebounds.

Beko BBL Hauptrunde 2014-15 / 30. Spieltag

Es war ein Traumstart für die TBB im drittenletzten Heimspiel der Saison: Nach zwei Minuten war Frankfurt bereits in der ersten Auszeit, zu diesem Zeitpunkt lag die TBB nach Punkten von Anderson und Samenas schon mit 7:2 in Führung gelegen. Quantez Robertson verkürzte von der Dreierlinie, aber Dennis Kramer setzte sich gegen Danilo Barthel durch, traf den Hook Shot zum 9:5. Die TBB spielte aggressiv, ließ es nicht zu, dass die Frankfurter ihr Spiel aufzogen. So legte man weiter vor, vergrößerte den Abstand auf 12:5. Frankfurt ließ jetzt mal den Ball schön laufen, am Ende kam Justin Cobbs frei zum Dreier und traf zum 12:8. Johannes Voigtmann verkürzte zwar auf 13:12, Jermaine Bucknor und Mathis Mönninghoff netzten aber nochmal von außen ein, 19:14 zum Viertelende.

Johannes Voigtmann machte einmal mehr deutlich, warum er als ganz großes Centertalent gilt, und stopfte den Ball zum 19:16 durch die Reuse. Aber die Trierer Defense war weiter stark, Marko Lukovic stealte den Ball und traf im Fastbreak. Quantez Robertson riss das Frankfurter Spiel an sich, erst mit einem Assist auf Voigtmann, dann mit fünf eigenen Punkten zum 23:23-Ausgleich. Marko Lukovic traf aus der Halbdistanz, aber Sean Armand versenkte den Dreier zur ersten Frankfurter Führung (25:26). Bei Trier funktionierte jetzt das Pick and Roll lehrbuchmäßig, Anderson hatte gegen Voigtmann den Geschwindigkeitsvorteil und legte zum 27:26 ein. Frankfurt bekam nun langsam die Oberhand, legte einen 8:0-Lauf hin, an dem erneut vor allem Johannes Voigtmann beteiligt war (27:34). Stefan Schmidt tat sich mit einigen guten Aktionen hervor, gemeinsam mit Jermaine Anderson schmolz er den Rückstand ein, zur Halbzeit wie die TBB wieder voll im Spiel, 35:36 stand es beim Gang in die Kabinen.

Voigtmann und Anderson, die jeweiligen Topscorer ihrer Teams, tauschten zu Beginn der zweiten Hälfte Punkte aus, Sean Armand traf schließlich zum 37:41. Es folgte eine chaotische Phase mit Ballverlusten auf beiden Seiten, bevor Quantez Robertson weiter erhöhte. Ricky Harris scorte für Trier zum 40:46, aber Mike Morrison konterte per Dunking. Stefan Schmidt zog erneut ein Foul, versenkte die beiden Freiwürfe zum 42:48. Jermaine Anderson legte auf dieselbe Weise nach. Johannes Voigtmann setzte sich einmal mehr in der Zone durch, aber Ricky Harris brachte die TBB mit einem Dreier wieder auf 47:50 ran. Obwohl Mathis Mönninghoff zwei Freiwürfe versenkte, konnte Sean Armand wenig später auf fünf Punkte erhöhen, 49:54.

Auch im letzten Viertel lief der erste Angriff der SKYLINERS über Johannes Voigtmann, der die Punkte zum 49:56 erzielte. Laurynas Samenas traf einen sehr langen Dreier „ins Gesicht“ von Armand, 52:56. Beide Teams blieben jetzt einige Minuten ohne erfolgreichen Abschluss, dafür gab es schöne Defensivaktionen zu sehen, unter anderem von Stefan Schmidt, der Danilo Barthel in die Schranken wies. Dann erwachte Frankfurt plötzlich, Voigtmann und Robertson erzielten innerhalb weniger Sekunden vier Punkte, Henrik Rödl war gezwungen die Auszeit zu nehmen. Jermaine Anderson traf danach zum 55:61 von draußen, aber Sean Armand war ebenso treffsicher. Damit begann der letzte und entscheidende Run der Gäste. Die drei Hauptakteure an diesem Abend, Voigtmann, Robertson und Armand, erzielten 10 Punkte in Folge; beim 55:71 war klar, wer das Parkett als Sieger verlassen würde. Laurynas Samenas traf noch einmal von außen, der sonst sehr blass gebliebene Justin Cobbs markierte den 58:75-Endstand.

Henrik Rödl: “Glückwunsch an Gordon Herbert und sein Team, sie sind der verdiente Sieger. Die Frankfurter Mannschaft hat eine Konstanz, die wir im Moment nicht abrufen können. Trotzdem bin ich stolz auf unseren Auftritt, wir haben mit sehr viel Energie und Disziplin angefangen und bis 7 Minuten vor Schluss das Spiel offen gehalten. Einige schwere Würfe, die Frankfurt getroffen hat, haben uns dann das Genick gebrochen. Wir haben über das gesamte Spiel Voigtmann nicht richtig unter Kontrolle bekommen. Ich fand uns engagiert, aber nicht immer glücklich. In der Endphase ist uns offensiv nicht viel eingefallen, um einfache Punkte zu bekommen. Das hängt natürlich auch damit zusammen, dass Frankfurt eine der am besten verteidigenden Mannschaften ist und nicht umsonst auf einem Playoff-Platz steht. Dafür wünsche ich ihnen viel Glück.”

Gordon Herbert: “Respekt an Henrik Rödl und sein Team. Quantez Robertson hat einige wichtige Würfe getroffen, Sean Armand ebenfalls. Wir haben es gut geschafft, den Ball unter den Korb zu bringen. Johannes Voigtmann konnte da ein paar einfache Punkte erzielen. In der ersten Hälfte war Trier die besser Mannschaft, wir hatten Glück, dass das Spiel zur Halbzeit so knapp war.”

Harris (5), Dahlem (n.e.), Lukovic (4), Schmidt (7), Fritzen (n.e.), Mönninghoff (5), Samenas (10), Vrabac (2), Bucknor (5), Kramer (2), Anderson (17)